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Elektromobilität für alle: Finanzielle Anreize sollen Pedelecs noch erfolgreicher machen

[at] Die European Cyclists’ Federation (ECF) veröffentlicht Studie zum Thema „Elektromobilität für alle: Staatliche Anreize für E-Cycling“.

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Quelle: ECF unter Lizenz CC

Neben den allgemein bekannten gesundheitlichen Vorteilen des Radfahrens bieten Pedelecs noch ein weit größeres Potential: Beispielsweise tragen Sie zum Senken der CO2-Bilanz bei und helfen Städten bei der Bewältigung des täglichen Verkehrs-Chaos.

Trotzdem ist das Pedelec europaweit mehrheitlich nicht in den Strategien zur Förderung der Elektromobilität berücksichtigt. „Deshalb versuchen wir die Entscheidungsträger auf allen Hierarchie-Stufen auf das Potential von Pedelecs aufmerksam zu machen. Wir bieten Hintergrundinformationen und best-practices an um das Ziel, E-Cycling europaweit bedkannter zu machen, zu erreichen.“ kommentiert Holger Haubold, Autor des Reports und ECF Fiscal and Economic Policy Officer.

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Quelle:ECF, unter Lizenz CC. Klicken zum Vergrößern.

Kürzlich kündigte die französische Regierung an, eine Zuschuß in Höhe von 200€ für jedes gekaufte Pedelec zu leisten. Vorangegangen war eine erfolgreiche Aktion französischer Mitglieder des ECF und anderer Interessengruppen. Damit folgte Frankreich dem positiven Beispiel Österreichs, das sich dank verschiedener Fördermaßnahmen zu einem der größten Pedelec-Märkte Europas entwickelt hat: Im Jahr 2015 wurden 9 Pedelecs je 1.000 Einwohner in der Alpenrepublick verkauft. Im Vergleich zu 6,6 Pedelecs in Deutschland oder 1,5 je 1.000 Einwohner Frankreichs.

Der Grund für das Engagement sowohl Österreichs als auch Frankreichs ist einfach: Die Investition zahlt sich aus. In Ergänzung zu den ökonomischen, ökologischen und gesundheitlichen Vorteilen des Pedelecs sind diese die perfekte Motivation auch längere Strecken mit dem Rad zurückzulegen. In Studien wurde gezeigt, dass Pedelecs bei innerstädischen Distanzen bis 10 km schneller sind als das Auto, das konventionelle Fahrrad ist nur bis ca. 5 km Streckenlänge schneller als das Auto. Zusätzlich nimmt das Pedelec dem Radfahren die Mühsal, so daß Gegenwind oder Anstiege ihre Schrecken verlieren. Damit wird das Pedelec als Pendlerfahrzeug auch für Menschen interessant, die nicht durchgeschwitzt am Arbeitsplatz ankommen wollen.

Ebenso bietet das Pedelec in der Version als Lastenrad auch die Möglichkeit, schwerere Güter zu transportieren und ist damit für manchen Handwerker oder Spediteur für den städtischen Bereich eine Alternative zum Auto.

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Quelle: ECF unter Lizenz CC. Klicken zum Vergrößern.

Vor allem auch wegen des Bestrebens, die CO2-Ziele der EU zu erreichen, sollten Entscheidungsträger auch Pedelecs in die Elektromobilitäts-Strategien aufnehmen: Der EDF-Report zeigt einen enormen finanziellen Einsatz für Elektro-Autos (alleine in Deutschland 1,4 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014!) , der einem geringen Ergebnis gegenübersteht (nur ca. 25.000 Elektroautos rollen auf Deutschlands Straßen). Im Gegensatz dazu wäre mit erhebliche weniger finanziellem Aufwand eine massive Verbreitung von Pedelecs möglich.

Der gesamte Report des ECF „Electromobility for all. Financial incentives for e-cycling“ kann online unter diesem Link eingesehen werden.

Über die European Cyclists’ Federation (ECF)

Mit mehr als 80 Mitgliedern aus mehr als 40 Ländern vereinigt die ECF verschiedenen Radfahrer-Organisationen rund um den Globus und gibt diesen eine Stimme auf internationalem Niveau. Das Ziel ist es, Politik und Bevölkerung positiv zum Thema “Radfahren” zu stimmen und damit mehr Menschen öfter zum Radfahren zu bewegen.

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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