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Nachrüst-Pedelecs Test & Technik

Fahrbericht: Relo-Antrieb auf der VELOFrankfurt gefahren

Lesezeit etwa 3 Minuten
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Am Stand auf der VELOFrankfurt konnte man den Relo-Antrieb in Augenschein nehmen

[at] Das ein oder andere Mal habe ich in der Vergangenheit bereits über den Relo-Antrieb zum Nachrüsten berichtet. Auf der VELOFrankfurt hatte ich Gelegenheit, den Antrieb einmal live zu erfahren.

Am letzten Wochenende fand die VELOFrankfurt zum ersten Mal statt. Das Gelände am Eisstadion ist prima für eine solche Ausstellung geeignet u.a. weil der Testparcours im Oval außen um das Ausstellungsgelände herumführt.

Der Messestand von Relo war stark umlagert, das Interesse groß. Neben einigen ungebauten Rädern war auch ein Modell des Antriebs als “hands-on” aufgebaut. So konnte man schön die Variabilität des Antriebs und das “an- und abdocken” von Motor und Akku erleben. Und in der Tat, das Ab- und Andocken geht kinderleicht von der Hand, die außere Form ist ein wahrer Handschmeichler und die Verarbeitung wirkt ausgespochen wertig.

 

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(Klicken zum Vergrößern)

Ebenso wertig erscheint der Relo-Akku, wenn er auf der Ladeschale steht und geladen wird. Der Ladevorgang selbst ist in ca. 45 Minuten abgeschlossen, was wohl der relativ geringen Kapazität von 100 WH zuzurechnen ist. Die geringe Kapazität des Akkus scheint auch auf den ersten Blick der Haken am Relo-Antrieb zu sein: Relo gibt 35-45 km im Stadtverkehr an; das erscheint erst einmal wenig. Doch dazu muss man wissen: Die Reichweite gilt bei Dauerbetrieb. Im Gegensatz zu anderen Pedelec soll sich ein mit dem Relo-Antrieb umgerüstetes Rad jedoch fahren wie ein normales Rad. Somit könnte man den Antrieb nur dann nutzen, wenn man ihn braucht, nämlich an Steigungen. Und das wiederum relativiert die Reichweite. Um das zu erfahren war der Parcours auf der

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Auf einem mit dem Relo-Anrieb nachgerüsteten Crossrad konnte ich ein paar Runden drehen.

VELOFrankfurt nicht ganz ideal, denn es fehlten Steigungen, aber um einen Eindruck vom Relo-Antrieb und der App zu bekommen, reichten die Runden allemal. Ich war auf einem nachgerüsteten Cross-Rad auf der Strecke, bei dem zunächst das wirklich geringe Gewicht auffällt. Relo gibt für Antrieb, Getriebe und Akku ein Gewicht von 3,9kg an. Ohne es nachgewogen zu haben erscheint das realistisch. Der Bluetooth Daumenschalter (ca. 15g) ist am Rennlenker des Testrades nicht ganz so ergonomisch montierbar, das ist aber nicht Relo anzulasten. Als Display für die Relo-App dient ein iPhone, die Android-Version ist in Vorbereitung.

Los geht es zunächst ohne Unterstützung. Im Getriebe arbeiten Ketten und das ist auch leicht zu hören, jedoch ist es alles andere als aufdringlich. Ein erhöhter Tretwiderstand ist kaum, weder bei der Fahrt ohne Unterstützung noch beim Ausschalten des Systems, zu spüren. Das Rad fährt sich in der Tat wie ein ganz normales Fahrrad.

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Auch ohne aktiven Relo-Antrieb lässt sich das Rad fahren wie jedes andere Rad auch.

Wird die Unterstützung zugeschaltet schiebt der Relo-Antrieb kraftvoll und mit dezentem Geräusch bis zur zulässigen Grenze, wo die Unterstützung unmerklich nachläßt. Und da kein erhöhter Tretwiderstand auftritt kann man auch, im Gegensatz zu den meisten anderen Pedelec, problemlos schneller als 25 km/h fahren, so lange es halt die persönliche Fitness erlaubt.

Ein kleiner Wermutstropfen: Hört man bei aktiviertem Antrieb auf zu treten geben die Pedale noch einen kleinen Schubs. Das ist aber weder besorgniserregend noch gefährlich, sondern einfach noch eine Eigenart der Motorsteuerung. An der Beseitigung des Phänomens wird bei Relo intensiv gearbeitet. Durch die Möglichkeit, jeden bisher ausgelieferten Antrieb mittels der App mit einer neuen Software versorgen zu können, kommen auch bereits in Kundenhand befindliche Antriebe in den Genuß der neuen Version.

Apropos App: Das Display der App empfand ich als angenehm übersichtlich: Geschwindigkeit, Antriebsstufe und Akkustand sind jederzeit leicht abzulesen, auf Wunsch können auch Fahrdaten aufgezeichnet und später ausgelesen werden.

Fazit

Auch wenn auf dem Testparcours der VELOFrankfurt keine Steigungen vorhanden waren reichte es doch für einen positiven Eindruck des Relo-Antriebs. Der Antrieb ist leicht, erzeugt im ausgeschalteten Zustand praktisch keinen erhöhten Tretwiderstand und könnte somit nur dann genutzt werden, wenn er wirklich benötigt wird. Und dann ist auch die geringe Reichweitenangabe zu verschmerzen. Da der Relo-Antrieb aber sehr kraftvoll anschiebt, fällt das Ausschalten sicher manchem schwer.

Weitere Infos sind online unter www.relo-antriebe.de zu finden.

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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