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Alltag Kleidung Ra(d)tgeber

6 wichtige Pflege-Tipps für Bike-Funktionskleidung

Lesezeit etwa 6 Minuten

Damit man an den Produkten lange Freude hat und die Funktion erhalten bleibt, ist die richtige Pflege entscheidend.

E-Bike fahren macht so viel Spaß, dass man sich auch von widrigen Wetterbedingungen nicht ausbremsen lassen will. Dank hochwertiger Bike-Funktionskleidung ist das heutzutage einfacher als jemals zuvor.

Doch damit man auch im Herbst und Winter zuverlässig trocken und warm ankommt, braucht Funktionskleidung die richtige Pflege. Der pressedienst-fahrrad gibt praktische Tipps für die optimale Pflege von Fahrradbekleidung für die kalten Tage.

Zusammenfassung

  • Richtige Pflege erhöht die Lebensdauer und Robustheit der Produkte
  • Nur so oft waschen wie nötig
  • Waschanleitung der Hersteller beachten
  • Richtiges Trocknen genauso wichtig
  • Imprägnieren nicht vergessen

Wie pflegt man Funktionskleidung richtig?

Funktionstextilien tragen ihren Namen nicht umsonst. Damit Winterbekleidung für Radfahrer:innen lange die volle Performance entfalten kann, ist richtige Pflege wichtig.


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Zu viel waschen kann dabei genauso kontraproduktiv sein, wie dem Mythos zu verfallen, die Bekleidung gar nicht waschen zu müssen. Die Aussage, dass man Regenbekleidung möglichst häufig waschen soll, um die Atmungsaktivität nicht zu beeinträchtigen, ist ebenfalls eine Legende.

„Es gilt das richtige Maß zu finden. Nur so oft waschen wie nötig. Wenn die Produkte stark verschmutzt sind oder der Oberstoff beginnt, sich mit Wasser vollzusaugen, sollte gewaschen werden“, erklärt Anna Rechtern vom Outdoor-Spezialisten Vaude.

Was muss man beim Waschen von Funktionskleidung beachten?

Um die Kleidung nicht zu schädigen, gilt es, die Waschanleitung der Hersteller zu beachten. „Unterschiedliche Materialen wie wasserdichte Membranen, Merinowolle, Daune oder Isolationsmaterialien brauchen unterschiedliche Pflege. Deshalb immer nachlesen“, sagt Rechtern.

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Waschanleitung des Herstellers

Außerdem bieten manche Hersteller spezielle Videos oder Erklärungstexte auf ihren Homepages an. Grundsätzlich sollte man Funktionskleidung bei 30 bis maximal 40 Grad und im Schongang bzw. speziellem Outdoor-Programm waschen. Bei starken Verschmutzungen ist eine Vorwäsche per Hand möglich.

„Die Produkte sollten möglichst mit farbgleichen Sachen gewaschen werden. Außerdem sind Reiß- und Klettverschlüsse, z. B. bei Handschuhen oder Jacken, zu schließen. Wichtig: Die Trommel nicht allzu voll machen“, rät Lara Santjer, verantwortlich für den Bekleidungsbereich beim Großhändler Sport Import, der u. a. Marken wie Tucano Urbano, Fist oder Pedal Palms im Angebot führt.

Auch kleine Teile wie Unterziehmützen oder Helmpolster müssen regelmäßig im Schonwaschgang gewaschen werden und finden in der Waschmaschine Platz. „Für die Helmpolster sollte jedoch ein kleines Waschsäcken benutzt werden, damit sie in der Maschine nicht verloren gehen. Alternativ ist auch eine Handwäsche möglich“, sagt Torsten Mendel vom Helmspezialisten Abus.

Wichtig: Textilien mit wasser- oder winddichten Membranen grundsätzlich nicht hochtourig schleudern. Der entstehende Wasserdruck kann die Membran beschädigen.

Warum soll man bei Funktionskleidung kein Waschpulver nutzen?

Beim Waschen von Funktionstextilien sollte man am besten ein spezielles Outdoor-Waschmittel oder weichspülerfreies Flüssigwaschmittel verwenden.

Weichspüler schädigen Funktionsfasern, Pulver kann sie verstopfen oder verkleben. Wer normalerweise Pulver oder Weichspüler nutzt, sollte daher im Vorfeld auch die Waschmaschine einmal durchspülen, um Rückstände zu beseitigen. Genauso tabu wie Weichspüler: Keine Bleichmittel oder aggressive „Fleckenteufel“ nutzen.

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Wie aktiviere ich die Imprägnierung bei Funktionskleidung neu?

Um nach dem Waschen die Imprägnierung wasser- oder winddichter Textilien, das sogenannte Durable Water Repellency (kurz: DWR), wieder zu aktivieren, sollten wasserabweisende oder ‑dichte Jacken und Hosen bei niedriger Temperatur in den Trockner. Selbst wenn die Produkte an der Luft getrocknet werden, ist eine kurze Runde im *Wäschetrockner sinnvoll.

Wer keinen Wäschetrockner hat, greift zum Haartrockner oder Bügeleisen. Am besten dabei die geringste Hitzestufe und ein Geschirrtuch als Zwischenschicht nutzen, um Beschädigungen an den empfindlichen Außenschichten zu vermeiden.


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©Nikwax

Was ist der Abperltest?

Ob die Kleidung generell eine neue Imprägnierung braucht, sieht man anhand des Abperltests: Dafür nimmt man ein paar Tropfen Wasser und lässt sie auf die Außenseite tropfen. Perlen sie nicht ab, muss eine Neuimprägnierung erfolgen.

„Dafür gibt es unterschiedliche Pflegemittel z. B. eine Imprägnierung zum Einwaschen oder als Spray – hier am besten auf das Pflegeetikett achten“, empfiehlt Rechtern. Beim Hersteller Vaude kommt mittlerweile ein fluorcarbonfreies DWR zum Einsatz, das umweltfreundlicher ist als PFC-haltige.

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Übrigens: Die Imprägnierung sorgt nicht für die Wasserdichtigkeit eines Materials, sondern vor allem für seine Atmungsaktivität. Ein klitschnass mit Wasser vollgesogenes Obermaterial lässt nämlich keinen Schweiß als Wasserdampf nach außen entweichen.

Grundsätzlich sollte aber nur wasserabweisende oder ‑dichte Oberbekleidung wie Soft- oder Hardshells imprägniert werden.

Wie oft muss ich Merinowolle waschen?

Immer beliebter bei Radfahrenden wird Unterwäsche aus Merinowolle. Der Vorteil der Naturfaser: Sie transportiert Feuchtigkeit schnell ab, bewahrt ein angenehmes Körperklima und nimmt kaum Gerüche auf.

Deshalb sollte man Merinowolle seltener waschen, sondern lieber an der frischen, gern feuchten Abendluft auswehen lassen und hinterher lufttrocknen. Ewig kann die Merinowolle der Wäsche trotzdem nicht entgehen.

Sollten die Textilien aus Merino doch einen Waschgang benötigen, gilt auch hier: niedrige Temperaturen und geringer Schleudergang. Anschließend jedoch nicht in den Trockner, sondern an der Luft trocknen lassen.

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Warum soll man Handschuhe nicht auf die Heizung legen?

Zur winterlichen Ausrüstung gehören Handschuhe. Sie sollten genauso wie ihre Funktionsgeschwister aus gleichem Material gewaschen werden, also Wollhandschuhe wie Wollunterhemd und Softshellhandschuh wie Softshelljacke. Zum Trocknen die Handschuhe am besten an eine Leine hängen.

Bei dicken Winterhandschuhen gilt hingegen: weniger waschen. „Dicke Winterhandschuhe haben oft Leder an der Handinnenfläche. Zu häufiges Waschen macht das Ledergewebe aber brüchig. Schmutz deshalb lieber mit einem feuchten Tuch abwischen“, rät Daniel Gareus von Cosmic Sports, Markenvertreiber der Fahrradwinterbekleidung von 45Nrth.

Wichtig bei Winterhandschuhen ist auch das richtige trocknen. „Auch wenn es schnell gehen soll: Die Handschuhe nicht auf die Heizung legen, sondern entweder auf niedriger Stufe föhnen oder mit einer Zeitung ausstopfen und über Nacht trocknen lassen“, so Gareus.

Bei Winterschuhen gilt es ähnlich vorzugehen. Da diese zudem während der Fahrt oft Matsch und vor allem Salz ausgesetzt sind, sollten sie regelmäßig gereinigt werden. Hier bietet sich warmes Wasser sowie ein spezieller Reiniger an. „Regelmäßiges Imprägnieren gehört ebenfalls dazu“, so Gareus.

[Text: PD-F , Fotos: VeloStrom]

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Die Produkte von Nikwax nutze ich selbst schon seit Jahren und bin damit hoch zufrieden, weshalb ich sie gerne weiterempfehle.

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