Gunnar Fehlauf auf einem Liege-Dreirad
7 Fragen

7 Fragen an: Gunnar Fehlau

Gunnar Fehlau auf einem Liege-Dreirad
Gunnar Fehlau

[at] Ausdauernd („BIKE TransAlp“, „Brest-Paris-Brest“, Initiator der „Grenzsteintrophy“,11x „Trondheim-Olso“) und eloquent (Autor von sechs Fahrradbüchern, Herausgeber des Radkulturmagazins „fahrstil“, Gründer des „Pressedienst-Fahrrad“) ist Gunnar Fehlau seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Vertreter des Genuss-Gedankens beim Radeln: Egal ob Rennrad, Liegerad, Tandem, Mountainbike, Faltrad, Transportrad oder E-Bike, im Vordergrund steht führ ihn der Spaß an der Fortbewegung mit einer der effektivsten Maschinen, die der Mensch je entwickelt hat.

1. Wann war der erste Kontakt mit dem Konzept „Pedelec“?

Kurz nach der Jahrtausendwende bin ich den ersten Prototypen des C-Flyers gefahren. Das war ein wahnsinniges Ah-Erlebnis. Zwar sagte der Radsportler in mir noch „das brauchste nicht“, aber der Genussmensch in mir meinte: „Cool, der Leidenschaft Radfahren ist das Leiden abhanden gekommen!“.

2. Was macht für Sie die Faszination „Pedelec“ aus?

Fahrspaß und Flow sind nicht mehr so eng mit Fitness verbunden. Das Pedelec verleiht einem so eine Leichtigkeit in der Bewegung im Vorwärtskommen. Das gewohnte Verhältnis von Aufwand zu Ertrag wird aus dem Gleichgewicht gebracht. Etwa so, als würde man einen leeren Sprudelkasten anheben mit der Erwartung er wäre voll … es geht so leicht von der Hand.

3. Was war die aus Ihrer Sicht wichtigste Pedelec-Innovation der letzten Jahre?

Erst einmal sorgten das Pedelec-Prinzip an sich in Kombination mit dem Lithium-Akku dafür, dass das E-Bike überhaupt vital werden konnte. Ich finde die Vielfalt an Konzepten, Motoren, Gattungen, Anwendungen und Styles sind der Gewinn an sich: Kein Lebensstil und keine Anwendung des herkömmlichen Rades, die nicht auch als Pedelec erlebbar wird.

4. Wohin geht die technische Entwicklung aus Ihrer Sicht?

Das Pedelec folgt erst einmal den Entwicklungsdreiklang des Fahrrades: Leichter, schneller, günstiger. Die Miniaturisierung der Motoren, eine verbesserte Steuerung und ein besseres Leistungsgewicht sind die „Standard-Themen“ beim Pedelec. Perspektivisch werden Bremsen und Kette ersetzt werden. Pedelecs werden mit anderen Verkehrsteilnehmern vernetzt sein und die Steuerung werden extrem individualisiert werden können.

5. Was sollte in nächster Zeit getan werden um die Akzeptanz des Pedelecs als Verkehrsmittel zu erhöhen?

Benutzen, Infrastruktur und Gesetzgebung an die Realität anpassen, das Pedelec ist die führende Individual-E-Mobilität mit über 1,4 Mio. Fahrzeugen auf deutschen Straßen. Und dies trotz und nicht wegen Politik oder Industrie. Gleichstellung mit den anderen Verkehrsmitteln vor Gesetz, Subventionen und in der öffentlichen Wahrnehmung haben aus meiner Sicht Priorität.

6. Wo sehen Sie das Pedelec in 5 Jahren?

Auf der Straße und zwar noch viel mehr. Das Pedelec eignet sich nicht als subkulturelle Identifikationsobjekt wie etwa das Rennrad oder Mountainbike. Pedelecfahren wird so normal und unspektakulär sein wie Rolltreppefahren, Fönen oder Staubsaugen.

7. Was ist Ihr derzeitiges Lieblings-Pedelec?

Meist jenes, auf dem ich gerade sitze. Jetzt im Winter wohl ein E-Fatbike. Zum Frühling wieder das Transportrad und dann im Sommer einen Flitzer wie das Blue Label Charger GT45hc oder Flyer uproc 6 für den Forst.

Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
Alexander Theis

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