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E-Bikes Jeep myvélo Ra(d)tgeber

E-Bike für 1.699€ vs. E-Bike für 3.899€

Lesezeit etwa 16 Minuten

Günstiges E-Bike gegen teures E-Bike: Wo liegen die Unterschiede?

Viele Menschen sind vom E-Bike begeistert. Aber für viele sind die finanziellen Hürden, gerade bei den aktuell durch die Corona-Krise und den E-Bike-Boom steigenden Preisen, schlicht zu hoch. Nicht jeder will oder kann über 3.000€ oder mehr für ein E-Bike ausgeben.

Nach der Veröffentlichung des Artikels über das Tiefeinsteiger Jeep E-Bike TLR 7020, das derzeit für 1.699 Euro angeboten wird, häuften sich Anfragen von VeloStrom-Lesern zu den Unterschieden zum mit 3.899 Euro mehr als doppelt so teuren E-Bike Palermo Equipped von myvélo.

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Jeep E-Bike TLR 7020 (li.) vs. E-Bike Palermo Equipped von myvélo (re).

Äpfel mit Birnen?

Manch einem wird der Vergleich der beiden E-Bikes wie einer von Äpfeln mit Birnen erscheinen. Mag sein, doch sind beide E-Bikes als Tiefeinsteiger im selben Marktsegment unterwegs und deshalb für viele Menschen interessant. Also ist ein Vergleich meiner Meinung nach durchaus gestattet.

Aktuell steht mir weder das Jeep TLR 7020 noch das myvélo Palermo Equipped zum Test zur Verfügung. Deshalb kann ich sie nur anhand der Papierform beurteilen und meine persönliche Meinung äußern.

Rahmen

Der Rahmen ist bei beiden E-Bikes aus Aluminium gefertigt, wie es nicht anders zu erwarten ist. Das Rahmenmaterial hat sich im Laufe der Jahre zu einem der meist genutzten Materialien im Fahrradrahmenbau entwickelt. Die Vorteile sind die geringe Anfälligkeit gegen Korrosion und die Gewichtsersparnis gegenüber Stahl. Von den “weichen”, instabilen Alurahmen der Anfangszeit ist man heute meist weit entfernt.

Die Form des Rahmens als Tiefeinsteiger (auch “Wave-Rahmen” genannt) stellt an die Rahmenbauingenieure besondere Herausforderungen. Denn durch das fehlende Oberrohr verliert ein Fahrradrahmen grundsätzlich einiges an Stabilität. Diese ist aber, gerade bei Beladung und schnellen Berabstrecken fahrdynamisch sehr wichtig. Auch beim Bremsen ist ein steifer, stabiler Rahmen von Vorteil.

Jeep E-Bike TLR 7020

Beim Jeep E-Bike TLR 7020 soll ein relativ großes Unterrohr, das auch den Akku aufnimmt, zusammen mit einer kleinen Traverse im Bereich des Tretlagers genügend Stabilität bieten. Die Traverse ist vermutlich auch als Tragegriff nutzbar. Der Tretlagerbereich wirkt zierlich, da das Jeep E-bike TLR 7020 über einen Hinterradnabenmotor verfügt.

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Der Rahmen ist nur in einer Rahmenhöhe (46 cm) verfügbar, was, je nach Körpergröße ungünstig sein kann. Zum Ausgleich dafür kann der Lenkervorbau verstellt werden.

Über den Produktionsort des Rahmens des TLR 2020 ist nichts bekannt. Auf Grund des Preisrahmens ist aber von einer Fertigung in Asien auszugehen. Das muss kein Nachteil sein, denn in Asien gibt es ein hohes Know-How bei der Verarbeitung von Aluminium zu Fahrradrahmen.

Das TLR 7020 verfügt über Schutzbleche vorne und hinten und einen Gepäckträger. Es wird auf einem Hinterbauständer abgestellt. Damit steht das E-Bike auch bei beladenem Gepäckträger stabil.

Das Gewicht des Jeep E-Bikes wird mit 24,5 kg angegeben, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 130 kg. Rechnerisch ergibt das 105,5 kg Zuladung.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Das myvélo Palermo Equipped verzichtet auf eine solche Traverse. Jedoch wirkt das Rahmenrohr noch voluminöser als das des Jeep E-Bikes. Und das, obwohl der Akku beim E-Bike von myvélo semi-integriert auf dem Unterrohr befestigt ist.

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Besonders auffällig ist beim Palermo Equipped der große Bereich, an dem Unterrohr und Steuerrohr miteinander verschweißt sind. Das wirkt sich ebenfalls stabilitätsfördernd aus. Weiterhin fällt auf, dass das Steuerrohr konisch (“tapered”) geformt ist: Der Durchmesser ist oben geringer als unten. Dadurch kann das untere Lager der Lenkung mehr Kräfte aufnehmen, das Vorderrad wird stabiler geführt.

Der Tretlagerbereich beim Palermo Equipped wirkt ebenfalls sehr stabil – und muss das auch sein: Denn er muss dem Drehmoment des Tretlagerantriebs Shimano Steps E8000 standhalten.

Das myvélo Palermo Equipped ist in 4 Rahmengrößen (S (44), M (48), L (52), XL (56)) verfügbar, und lässt sich domit schon beim Kauf besser auf die Körpergröße von Fahrerin oder Fahrer anpassen.

Der Rahmen wird in Deutschland von einem Unternehmen aus dem Schwarzwald gefertigt. Das E-Bike verfügt über Schutzbleche aus Alu und einen Gepäckträger. Das Palermo wird auf einem Mittelständer geparkt. Damit steht es bei beladenem Gepäckträger weniger stabil.

Das Gewicht des Palermo Equipped gibt myvélo mit 23,6 kg, an. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 130 kg. Rechnerisch ergibt das 106,4 kg Zuladung.

Federung

Eine Federung beim E-Bike erhöht grundsätzlich den Fahrkomfort. Meist wird eine Teleskop-Vorderradgabel verbaut, eine Hinterradfederung ist eher selten anzutreffen. Neben den höheren Produktions-Kosten für ein sogenanntes “Fully” steigen auch die Wartungskosten.

Maßgeblich für den Fahrkomfort ist das Ansprechverhalten der Federgabel. Dabei unterscheidet man zwischen Federgabeln mit Stahlfedern und solchen, die mittels eines Luftpolsters federn. Luftfederabeln sprechen im Gegensatz zu Stahlfedergabeln sensibler an, da bereits kleine Einfederbewegungen das Luftpolster komprimieren. Luftfedergabeln lassen sich außerdem durch die Veränderung des Drucks in der Gabel an das Gewicht von Fahrerin oder Fahrer oder das gewünschte Federverhalten anpassen. Bei Stahlfedergabeln ist das, wenn überhaupt, nur mit deutlich mehr Aufwand möglich. Der höhere Fertigungsaufwand macht Luftfedergabeln grundsätzlich teurer als Stahlfedergabeln.

Jeep E-Bike TLR 7020

Am TLR 7020 ist laut Datenblatt eine “Alu-Federgabel” verbaut, damit ist mutmaßlich das Material der Gabelbrücke gemeint. Die Fotos lassen vermuten, dass es sich um eine Gabel des Herstellers “Zoom” handelt, die fehlenden Einstellmöglichkeiten deuten auf eine Stahlfedergabel hin, was auch zum Preissegment des TLR 7020 passt.

Eine Sattelfederung ist beim Jeep E-Bike TLR 7020 nicht verbaut.


Weiterlesen: Federung am E-Bike

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myvélo E-Bike Palermo Equipped

Das E-Bike von myvélo ist laut Datenblatt mit einer Suntour Mobie 25 Luftfedergabel mit einstellbarer Zugstufe ausgestattet. Das bedeutet, das zusätzlich zur Einstellung der Härte der Federung (mehr oder weniger Luft) auch die Schnelligkeit der Ausfederbewegung (“Zugstufe”) eingestellt werden kann. Beides führt zu mehr Fahrkomfort und besserer Anpassung der Federung an die persönlichen Belange. Zusätzlich kann die Gabel vom Lenker aus blockiert werden, um bei Bergauffahrten im Wiegetritt Unruhe durch die dabei unvermeidlichen Federbewegungen der Gabel zu verhindern.

Das Palermo Equipped verfügt darüber hinaus auch über eine einstellbare Sattelfederung von Suntour mit 48mm Federweg. Das nimmt Unebenheiten die Spitzen und steigert den Fahrkomfort spürbar.

Bremsen

Die Bremsen sind ein wichtiger Sicherheitsfaktor beim E-Bike. Waren früher Felgenbremsen in verschiedenen Bauarten gebräuchlich sind heute weitgehend Scheibenbremsen am E-Bike zu finden. Diese sind in Wirkung, Zuverlässigkeit (gerade bei Nässe) und Wartungsarmut mechanischen Felgenbremsen überlegen.

Bei Scheibenbremsen unterscheidet man wiederum solche, die mechanisch über einen Bowdenzug betätigt werden von solchen, die hydraulisch über eine Bremsflüssigkeit betätigt werden. Die Wirkung hydraulischer Scheibenbremsen ist durch den hohen möglichen Druck der Bremsflüssigkeit meist deutlich höher als die Wirkung mechanisch getätigter Scheibenbremsen. Dafür ist bei letzteren durch den Bowdenzug die Wartung etwas einfacher, muss wegen der unvermeidlichen Längung des Bowdenzugs aber auch öfter erfolgen.

Jeep E-Bike TLR 7020

Das TLR 7020 verfügt über mechanisch betätigte Scheibenbremsen. Die Hebel verfügen zusätzlich über Microschalter, die beim Bremsen den Motor sofort abschalten. Das ist sinnvoll, da die Sensorik des Antriebs im Hinterrad erst mit leichter Verzögerung erkennt, dass nicht mehr pedaliert wird.

Die Fotos legen nah, dass das Vorderrad mittels Schnellspannachsen in der Gabel montiert ist. Das ist der zu erwarteden Bremsleistung angemessen.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Beim E-Bike Palermo Equipped komme hydraulische Scheibenbremsen der hochwertigen Deore-Linie von Shimano zum Einsatz. Diese sind bekanntermaßen hochwirksam und gut dosierbar. Microschalter zum Abschalten des Antriebs beim Bremsen sind nicht notwendig: Die Elektronik des Mittelmotors, ebenfalls von Shimano, erkennt, wenn nicht mehr pedaliert wird und stoppt sofort.

Das Vorderrad des Palermo Equipped wird mit einer Steckachse im Vorderrad fixiert. Eine Steckachse bietet zum einen Vorteile bei der Montage, da das Laufrad immer zentriert in gleicher Position montiert ist. Zum anderen ist die Befestigung mit einer Steckachse steifer, die Fahrstabilität insbesondere beim Bremsen steigt.


Weiterlesen: Alles zu Steckachsen

Steckachse im Fokus

Laufräder & Reifen

Vor einigen Jahren noch dominierten beim Fahrrad 28 Zoll Laufräder. Mittlerweile gibt es deutlich mehr Auswahl bei der Rädergröße. Gleiches gilt bei den Reifen, die zudem noch in vielen Breiten angeboten werden. Heutzutage sind sogar moderne Fahrradreifen laufrichtungsgebunden – bis vor wenigen Jahren kannte man das nur vom Auto oder Motorrad.

Jeep E-Bike TLR 7020

Das TLR 7020 läuft auf 28 Zoll großen Laufrädern, die Reifenbreite beträgt 1,75 Zoll. Zum Hersteller oder einem Pannenschutz werden keine Angaben gemacht. Die Reifenbreite ist weder zu schmal noch zu breit und ein guter Kompromiss für den angestrebten Einsatzweck als Trekkingbike, wobei man jedoch besser auf Wegen bleiben sollte und auf Querfeldein-Fahrten verzichten sollte.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Das E-Bike Palermo Equipped steht auf 27,5 Zoll großen Reifen. Das gilt derzeit als bester Kompromiss zwischen den hohen 29 Zoll-Laufrädern, die besonders gut über Hindernisse rollen, und den stabilen 26 Zoll Rädern. Laut Datenblatt handelt es sich um Hohlkammerfelgen, was die Stabilität des Laufrades noch erhöht. damit ist das E-Bike auch für größere Belastungen, bespielsweise viel Gepäck oder schwere Einkäufe besser geeignet.

Als Reifen zieht myvélo 2,25 breite Smart Sam Plus vom Markenhersteller Schwalbe auf. Durch das große Luftpolster der Reifen wird der Fahrkomfort gesteigert, das grobe Profil macht das Palermo Equipped auch tauglich für groberes Geläuf. Zusätzlich verfügen die Smart Sam Plus über einen Pannenschutz durch eine 3mm dicke “GreenGuard-Einlage” und eine verstärkte Seitenwand (“SnakeSkin”).

Vorbau, Lenker & Sattelstütze

Der Vorbau verbindet Lenker mit dem Gabelschaft, die Sattelstütze fixiert den Sattel.

Jeep E-Bike TLR 7020

Zu den Herstellern von Vorbau, Lenker und Sattelstütze werden beim Jeep E-Bike TLR7020 keine Angaben gemacht. Der Vorbau ist verstellbar, damit kann die Sitzposition bei Bedarf einfach und schnell aufrechter oder flacher gestaltet werden.

Auf den Produktfotos der Website ist zu sehen, das die Griffe über eine leichte Handballenauflage verfügen und mit Schrauben verdrehsicher am Lenker fixiert werden.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Lenker, Griffe und Vorbau beim E-Bike Palermo Equipped sind vom Markenhersteller Ergon. Der Vorbau ist nicht verstellbar, die Lenkergriffe scheinen nicht über eine Handballenauflage zu Verfügen, sind aber als Schraubgriffe ebenfalls verdrehsicher montierbar.

Bei der Sattelstütze handelt es sich um eine Parallelogramm-Sattelstütze von Suntour mit 48mm Federweg. Die macht aus dem Palermo zwar kein Fully, steigert aber den Fahrkomfort merklich.

Beleuchtung

Wer sich noch daran erinnert, wie funzelig die Fahrradbeleuchtung früherer Jahre war, wird sich verwundert die Augen reiben. Heute sind durch die LED-Technik Leuchweiten und -stärken möglich, durch die auch Fahren in der Dunkelheit deutlich entspannter wird. Bei E-Bike werden die Lampen außerdem vom E-Bike-Akku versorgt, so dass die Lichtversorgung zuverlässig gesichert ist.

Wichtig: Auch wenn der Akku des E-Bikes für den Antrieb nicht mehr genug Energie hat, für die sparsame LED-Beleuchtung reicht es dann immer noch.


Weiterlesen: Fernlicht am E-Bike

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Jeep E-Bike TLR 7020

Beim Jeep TLR 7020 werden zur Beleuchtung keine näheren Angaben gemacht. Es ist aber davon auszugehen, dass es sich um eine LED-Beleuchtung handelt.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Bei der Beleuchtung setzt myvélo auf Lampe und Rücklicht vom bekannten und renommierten Hersteller Busch+Müller. An der Front wird eine IQ-XS mit 80 Lux Leuchtstärke verbaut.

Schaltung

Wie schaltet man mit einer Kettensc... x
Wie schaltet man mit einer Kettenschaltung beim E-Bike?

Schaltungen am Fahrrad sind in meist entweder Ketten- oder Nabenschaltungen. Kettenschaltungen sind millionenfach bewährt, bieten einen gute Effizienz und je nach Anzahl der Gänge eine große Übersetzungsbandbreite. Allerdings benötigen sie einen etwas höhere Aufmerksamkeit bei Wartung und Pflege.

Jeep E-Bike TLR 7020

Beim Jeep E-bike TLR 7020 kommt eine 7-Gang Kettenschaltung von Shimano aus der Tourney-Serie zum Einsatz. Es handelt sich dabei um eine Gruppe aus dem Einsteigersegment. Zur Übersetzungsbandbreite werden keine Angaben gemacht. Die 7 Gänge sind erfahrungsgemäß, dank der Unterstützung durch den E-Antrieb, auch für kurze, nicht zu steile Anstiege ausreichend.

Die Gänge werden mit Daumenhebeln am rechten Lenkerende geschaltet. Es ist ein Kettenschutz vorhanden, der die Hosenbeine vor Kettenschmutz schützt.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Das Palermo Equipped setzt ebenfalls auf eine Kettenschaltung von Shimano. In diesem Fall aber auf die deutlich hochwertigere SLX-Gruppe und auf 11 Gänge. Vorne wird ein Kettenblatt mit 38 Zähnen, hinten ein Ritzel von 11-42 Zähnen eingebaut. Die Bandbreite der Übersetzung ist dadurch deutlich größer und feiner abgestimmt. Es ist so auch an langen und steilen Anstiegen möglich, die Kraft des Motors effizient zu nutzen. In der Kombination mit dem Shimano Steps E8000 Mittelmotor bezwingt das Palermo auch steile Anstiege, bei richtigem Einsatz der Schaltung, vermutlich sehr souverän und zügig.

Beim Palermo Equipped ist kein Kettenschutz vorhanden.

Antrieb

Das Herz jedes E-Bike ist natürlich der E-Antrieb. Die Art und Einbaulage des E-Motors in Vorderrad, Tretlager oder im Heck bestimmt den Charakter des E-Bikes maßgeblich mit.

Jeep E-Bike TLR 7020

Beim TLR 7020 wird ein Heckmotor des chinesischen Herstellers Xiongda verbaut. Der Motor selbst ist kompakt und fällt zwischen dem Ritzelpaket der Schaltung auf der rechten und der Scheibenbremse auf der linken Seite optisch kaum auf. Aufgrund der Größe handelt es sich wohl um einen E-Motor mit Getriebe. Diese laufen besonders bei hoher Leistungsanforderung oft etwas kernig und sind deutlich zu hören. Laut Angaben auf der Website stellt der Motor 40 Nm Drehmoment bereit.

Diese Art Hinterradnabenmotoren werden millionenfach in China produziert und sind in der Regel sehr robust. Über das Vorhandensein eines Drehmomentsensors habe ich keine Angaben gefunden. Die schon im Abschnitt “Bremsen” erwähnte Microschalter lassen aber vermuten, das der Antrieb des Jeep E-Bike TLR 7020 nur über die Drehbewegung der Pedale gesteuert wird. In dem Fall ist das Fahrverhalten erfahrungsgemäß weniger harmonisch, die Unterstützung setzt verzögert ein, hört die Drehbwegung am Pedal auf, schiebt der Motor noch etwas nach, wenn man nicht bremst. Das kann bei manchen Situationen für Ungeübte FahrerInnen brenzlig werden. Die Unterstützungsleistung selbst ist vermutlich unabhängig von der Kraft, die auf das Pedal aufgebracht wird. Je nach Einsatzzweck und FahrerIn kann das aber genau richtig sein.

Der herausnehmbare Akku verfügt über eine Kapazität von 374,4 Wh. Das ist vergleichsweise wenig. Der Hersteller gibt eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern an. Je nach Fahrweise, Terrain, gewählte Unterstützungsstufe und Gepäck kann das deutlich weniger werden.

Der Antrieb wird von einem großen Bedienteil am linken Lenkerende aus gesteuert. Es zeigt Akkuladestand, die ausgewählte Unterstützungsstufe, Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke und die gesamte Anzahl an gefahrenen Kilometern des E-Bikes an.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Das Palermo Equipped wird von einem Mittelmotor angetrieben. Der Shimano Steps E8000 wurde für E-MTB konstruiert und bietet bis zu 70 Nm Drehmoment. Mit 2,8 kg ist er einer der leichtesten Motoren auf dem Markt. Die Sensoren zur Ermittlung der Pedalkraft und -bewegung sind direkt im Antrieb integriert. Dadurch entsteht ein sehr natürliches, harmonisches Fahrgefühl.

Das kleine, geschützt am Lenker montierte Display bietet alle wichtigen Anzeigen. Bedient werden Antrieb und Anzeigen im Display über einen Bediensatelliten am linken Lenkerende.

Der Antrieb wird von einem Akku mit 504 Wh Kapazität mit Energie versorgt, der abschließbar am Unterrohr montiert ist. Die maximale angegebene Reichweite von 110 km ist natürlich ebenso von Fahrweise, Terrain, gewählter Unterstützungsstufe und Gepäck abhängig, und vermutlich in der Praxis deutlich geringer. Gegen Aufpreis von 200€ bietet myvélo auch einen Akku mit 630 Wh Kapazität an.

Fazit

Selbstbau-Pedelec im Reisetrimm

Meine E-Bike Erfahrungen begannen 2011 mit einem Fahrrad von Giant, das ich mir mit einem Umbausatz zum E-Bike mit Heckantrieb umgebaut habe. Ich habe mit dem Rad viele Kilometer zurückgelegt, unter anderem bin ich in drei Tagen rund ums Saarland gefahren. Der Antrieb des E-Bikes hat mich nie im Stich gelassen und ist bis heute noch in Gebrauch.

Seit dem habe ich viele E-Bikes gefahren und entsprechend viele Erfahrungen gesammelt.

Jeep E-Bike TLR 7020

Das Jeep E-Bike TLR 7020 ist meiner Meinung nach besonders für Einsteiger und Wenigfahrer geeignet, die in überwiegend flachem Terrain unterwegs sind. Die technische Ausstattung ist einfach aber funktionell. Eine Nachrüstung, beispielsweise von pannengeschützen Markenreifen oder einer Sattelfederung, z.B. von Rinsten, sollte kein Problem sein. Da alle E-Bikes bestimmten Sicherheitskriterien entsprechen müssen, um in Europa verkauft werden zu dürfen, ist davon auszugehen, dass das TLR 7020 bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sicher zu fahren ist.

Damit ist das Jeep TLR 7020 ideal zum “reinschnuppern” ins Thema E-Bike zum günstigen Preis. Aber Vorsicht: Aus Wenigfahrern werden bei Nutzung von E-Bikes schnell “Vielfahrer”, denn das Radfahren macht mit Elektrounterstützung einfach unglaublich viel Spaß, weil es dem Fahren die Mühsal nimmt. Dann steigen möglicherweise die Anforderungen an das E-Bike schnell was zu einem Zweitkauf führen kann.

Mehr zum Jeep E-Bike TLR 7200 findet sich auf der Website von Jeep E-Bikes.

myvélo E-Bike Palermo Equipped

Das Palermo Equipped ist meiner Meinung nach für Einsteiger und Vielfahrer gleichermaßen geeignet. Der Einsatz ist durch die kräftigen Bremsen auch in bergigem Terrain möglich. Das E-Bike Palermo Equipped ist mit hochwertigen und langlebigen Komponenten ausgestattet. Das, die Fertigung in Deutschland in verschiedenen Rahmenhöhen und die mutmaßlich kleinere Serie erklären den höheren Preis.

Verschiedene Rahmenhöhen machen das E-Bike für unterschiedlichen Staturen besondes auf längeren Strecken bequemer. Allerdings gilt es das schon beim Kauf zu beachten. Durch die Kombination von Luftfedergabel, Sattelfederung und großvolumigen Reifen spielt der Fahrkomfort beim Palermo Equipped in einer höheren Liga als der des Jeep E-Bikes TLR 7020.

Bereits 2018 konnte ich die Qualitäten des Shimano Steps-E-Bike-Antriebs auf verschiedenen E-Bikes auf der Shimano-E-Bike-Experience im wahrsten Wortsinn erfahren. Der Shimano-Antrieb sorgt für ein harmonisches Fahrgefühl. Man fährt selbst und hat nicht das Gefühl, gefahren zu werden.

All das macht das E-Bike Palermo Equipped von myvélo meiner Meinung nach zur langfristig besseren Investition auch für Einsteiger, die sich, wenn man das nötige Kleingeld hat, lohnt.

Mehr Infos zum myvélo Palermo Equipped gibts auf der Website von myvélo.

[Text:[at], Fotos: Elektromobile Deutschland GmbH, myvélo, VeloStrom]