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E-Bike Kaufberatung – Der Leitfaden zum perfekten Pedelec

Lesezeit etwa 10 Minuten

Wer über die Anschaffung eines Elektrofahrrads nachdenkt, wird von Informationen nur so überflutet. Dieser Leitfaden soll bei der Wahl des passenden Pedelecs helfen.

Der Markt boomt unaufhörlich, die Produktvielfalt nimmt von Jahr zu Jahr zu und als Laie fühlt man sich oft nur überfordert. Dabei ist der Weg zum richtigen e-Bike gar nicht so schwer, wenn man sich nach und nach Gedanken über seine persönlichen Bedürfnisse macht.

Bin ich eher Berufspendler, der sein e-Bike jeden Tag für den Arbeitsweg braucht oder doch der Freizeitradler, der seltener fährt, dafür aber weitere Strecken zurücklegt? Diese und weitere Fragen helfen Dir auf Anhieb, den Pedelec-Dschungel zu durchdringen und ohne großen Aufwand eine Vorstellung von deinem angestrebten e-Bike zu bekommen.

In diesem Leitfaden stellen wir Dir die wichtigsten Fragen, die Dir auf der Suche nach deinem idealen Pedelec weiterhelfen werden.

Wie viel sollte mein e-Bike kosten?

Wer sich beim e-Bike Kauf nur nach dem Preisschild richtet, dass an dem favorisierten Ausstellungsmodell baumelt, der wird mit seinem neuen e-Bike nicht lange glücklich sein.

Die Preise reichen heute in etwa von 500 € bis hin zu 8.000 € oder sogar noch höher. Ob du nun auf ein Discounter-Bike setzt oder ob du etwas mehr in Qualität und die eigene Sicherheit investieren möchtest, solltest Du Dir vorher in jedem Fall gut überlegen. Denn auch wenn Discounter-Bikes nicht zwingend schlecht sein müssen, hat sich doch manches mal schon gezeigt, dass die Sicherheit des Fahrers aufgrund mangelnder Qualität oft nicht gewährleistet werden kann.

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Der Fachhändler vor Ort ist auch Ansprechpartner für den Service am Pedelec (Klicken zum Vergrößern)

Darüber hinaus bieten Marken e-Bikes den großen Vorteil, dass der Fachhändler das e-Bike an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Auch im Fall einer anstehenden Reparatur hast du einen realen Ansprechpartner, der leicht und vor allem schnell an Ersatzteile kommt.

Marken-Pedelecs gibt es  schon im Preissegment von 1.500 € bis 2.500 €. Alles was darüber hinaus geht besitzt meistens noch leistungsfähigere Motoren, Bremsen und Schaltsysteme. Aber auch die übrige Ausstattung wie der Sattel, die Lenkergriffe und die Federungen sind in unterschiedlichen Preissegmenten zu haben.

Und gerade diese Elemente machen das e-Bike – wenn sie von hoher Qualität sind – besonders für diejenigen interessant, die wirklich häufig mit dem Pedelec unterwegs sein möchten, ohne schnell Beschwerden zu entwickeln.

Welcher e-Bike Typ bin ich?

Im Fachhandel wird man von der Vielfalt an e-Bikes im ersten Moment nahezu erschlagen. Dabei kann man die verschiedenen Modelle meistens relativ leicht in diese 5 e-Bike Typen einteilen:

  • Trekking e-Bike,
  • City e-Bike,
  • e-Mountainbike,
  • Lasten, bzw. Cargo e-Bike und
  • Kompakt e-Bike.

Da es an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde, jeden e-Bike Typ einzeln zu erklären, soll folgende Infografik dabei helfen, das richtige e-Bike für Dich zu finden:

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(Klicken zum Vergrößern)

Hierbei ist natürlich zu beachten, dass dieses Schaubild nur als erste Hilfestellung verstanden werden sollte.

Natürlich kann es in manchen Fällen auch Sinn machen, in der Innenstadt mit einem e-Mountainbike unterwegs zu sein, je nachdem, was für ein Fahr-Typ du bist. Am besten hilft Dir bei dieser Frage eine ausführliche Beratung bei einem Fachhändler inklusive mehrerer Probefahrten mit verschiedenen Modellen, die in der Regel auch völlig kostenlos und unverbindlich sind.

Welche Rahmengröße brauche ich?

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Beim guten Fachhändler wird auch auf Ergonomie geachtet.

Dass die e-Bike Ergonomie in Form der richtigen Rahmengröße eine sehr große Rolle spielt, weiß jeder, der einmal mit einem viel zu großen oder zu kleinen Fahrrad gefahren ist.

Eine unpassend gewählte Rahmengröße führt nämlich schnell zu Rückenschmerzen, Knieschmerzen, sowie Gelenkschmerzen in Schultern und Armen. Durch das Nachstellen der Sattel- oder Lenkerhöhe lassen sich manche Unstimmigkeiten zwar korrigieren, jedoch reichen die vorhandenen Kapazitäten meist nur für sehr kleine Abweichungen.

Daher ist es besonders empfehlenswert, bereits beim Kauf darauf zu achten dass die Rahmengröße passt. Um dies sicher zu stellen, ist die Kenntnis der eigene Schritthöhe erforderlich. Diese wird von der Fußsohle bis unter das Becken gemessen.

Manche Händler werden Dich zwar nach Deiner Körpergröße fragen, diese ist als Maß für die richtige  Rahmengröße jedoch alleine nicht sehr hilfreich, da das Verhältnis zwischen Oberkörper und Unterkörper bei jedem unterschiedlich ausfällt und für die richtige Rahmengröße quasi nur der Unterkörper in Frage kommt.

Welcher e-Bike Antrieb ist empfehlenswert?

Das Herzstück eines jeden e-Bikes ist wohl zweifellos der Elektromotor. Wo allerdings doch Zweifel aufkommen ist die Frage, welcher e-Bike Antrieb nun besonders empfehlenswert ist und von welchem man lieber die Finger lassen sollte.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Motorpositionen bei einem Pedelec: Frontantrieb, Heckmotor und Mittelmotor. Dabei besitzt jeder Antrieb seine eigenen Vor- und Nachteile.

Der Frontantrieb ist beispielsweise sehr preiswert und lässt sich problemlos mit jeder Ketten- oder Nabenschaltung kombinieren, da der Motor in der Nabe des Vorderrads angebracht ist. Allerdings ist er auch nicht besonders belastbar und überhitzt gerne mal.

Heckmotoren sind kräftig, leise und verfügen manchmal über Rekuperation, wodurch der Akku wieder aufgeladen werden kann.

Der Mittelmotor ist heute am stärksten verbreitet, da er durch die mittige Position direkt unter dem Tretlager die beste Gewichtsverteilung und damit das beste Fahrgefühl bieten.

Hersteller von e-Bike Antrieben sind ebenfalls vielseitig vertreten. Neben Marktführer Bosch rücken auch Hersteller wie Shimano und Brose immer weiter an die Marktspitze und sorgen für einen Konkurrenzkampf, der jedes Jahr aufs Neue spannende Innovationen und Produkte hervorruft.

Dabei unterschieden sich die Motoren der Hersteller meistens vor allem in der Bedienung, Geräuschentwicklung oder den Zusatzfunktionen, weshalb es auch hier ratsam ist, verschiedene e-Bike Antriebe Probe zu fahren.

Was sind die Unterschiede zwischen einer Naben- und einer Kettenschaltung?

Mit dieser Frage beschäftigen sich nur die wenigsten Menschen vor einem e-Bike Kauf, obwohl sie große Auswirkungen auf das spätere Fahrgefühl hat.

Wenn Du lieber etwas gemütlicher fährst und Dich die ganze Hektik um Dich herum kalt lässt, dann ist eine Nabenschaltung wohl die richtige Wahl. Denn diese Gangschaltung steht für komfortable und wartungsarme Schaltvorgänge. Das Getriebe liegt im Inneren der Hinterradnabe und ist dadurch hervorragend vor Witterungseinflüssen geschützt. ,Die Nabenschaltung benötigt dadurch weniger Pflege, die Schaltvorgänge laufen meist völlig problemlos ab. Dafür kann diese Schaltung hohe Drehmomente schlechter verarbeiten, weshalb die Nabenschaltung in sportlichen Pedelecs wie einem e-Mountainbike seltener zu finden ist.

Falls Du aber lieber sportlich unterwegs bist und Dich nicht davor scheust, die Ritzel und Kettenblätter sowie die Kette regelmäßig zu warten, dann greifst Du bei der Kettenschaltung in den richtigen Topf. Diese klassische Schaltung kann auch heute noch am besten mit leistungsstarken Motoren und deren hohem Drehmoment umgehen und gilt daher als “Muss” im sportlichen Trekking und e-MTB Segment.

Felgenbremse, Scheibenbremse oder Rollenbremse?

Wer schnell unterwegs ist muss auch wieder sicher zum Stehen kommen. Dafür sorgen leistungsstarke Bremsen, die den höheren Anforderungen an einem e-Bike gerecht werden.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen mechanischen und hydraulischen Bremsen. Hierbei solltest du klar auf hydraulische Bremsen setzen, da mechanische Bremsen mit einem Seilzug arbeiten, welcher die möglichen Bremskräfte begrenzt. Hydraulische Bremsen hingegen arbeiten mit einer Bremsflüssigkeit und können dadurch höhere Bremskräfte übertragen. Meist sind sie auch deutlich zuverlässiger und weniger pflegeintensiv.

Wer nun vor der Wahl zwischen einer hydraulischen Felgenbremse oder Scheibenbremse steht, sollte sich vorher im Klaren sein, für welchen Zweck er sein e-Bike nutzt.

Felgenbremsen sind die unkomplizierte Variante, die günstig und wartungsarm ist, bei Nässe allerdings eine geringere Bremswirkung besitzt, da die Bremsklötze durch den Wasserfilm an der Felge weniger Bremskraft übertragen können.

Scheibenbremsen hingegen sind leistungsfähiger, hitzebeständiger und sensibler und arbeiten ähnlich wie die Bremsen in einem Auto. Sie sind allerdings auch etwas teurer in der Anschaffung und Wartung.

Rollenbremsen sind nur selten zu finden, da sie schnell überhitzen und vergleichsweise wenig Bremswirkung bieten. Sie sind allerdings im Gegensatz zu Felgenbremsen wetterfest.

Worauf sollte ich sonst noch achten?

Es gibt darüber hinaus noch viele Feinheiten, auf die man beim e-Bike Kauf achten sollte.

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Ein anderer Sattel, Lenker oder andere Griffe? Der Tausch ist beim Fachhändler kein Problem (Klicken zum Vergrößern)

Beispielsweise sollte Dir auch das Zubehör, also der Sattel, der Lenker usw. gefallen. Sollte Dein Traumbike aber beim Kauf noch nicht den richtigen Sattel haben, kannst du diesen natürlich jederzeit austauschen, gleiches gilt auch für weitere Elemente wie Lenkergriffe oder den Lenker selbst.

Auch die Wahl der Federung sollte gut durchdacht werden. Vor allem beim e-Mountainbike liegen große Unterschiede zwischen der Vollfederung eines Fullsuspension Bikes, welches auch Fully genannt wird, und einem Hardtail, welches nur an der Gabel gefedert ist.

Wenn man sich alle diese Dinge vor Augen führt, wird einem schnell klar, dass die Suche nach dem richtigen e-Bike immer noch viel Zeit in Anspruch nimmt. Weniger aufwendig ist da die Suche nach dem richtigen Fachhändler, der Dich kompetent, ehrlich und ausführlich beraten sollte.

Nimm Dir die nötige Zeit und lass Dir nicht einfach irgendein e-Bike andrehen, denn wer viel Geld für ein Pedelec zahlt, der darf auch viel Zeit vom Fachhändler in Anspruch nehmen!

Falls Du nun auf der Suche nach einem Fachhändler in deiner Nähe mit großer Auswahl und Fachkompetenz bist, lohnt sich der Blick ins Internet. Schon zu Hause kannst Du Dir einen Überblick im e-Bike Online-Shop in Deutschland oder e-Bike Online-Shop in der Schweiz machen und Dir Deine Favoriten bequem vorab anschauen und reservieren. Anschließend kann das e-Bike von Dir vor Ort noch einmal begutachtet und getestet werden und findet abschließend den Weg zu Dir nach Hause.

[Text & Fotos:  e-motion Technologies]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VeloStrom.de
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