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E-Bike-Boom: Wie ökologisch kann ein E-Bike sein?

Lesezeit etwa 5 Minuten

Der Fahrradmarkt boomt. Jedes dritte verkaufte Fahrrad ist mittlerweile ein E-Bike. Höchste Zeit also, einen Blick auf die Öko-Bilanz des E-Bike zu werfen.

Die aktuellen Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands belegen, dass sich der Fahrradboom der letzten Jahre fortsetzt: Ein Umsatz von über sechs Milliarden Euro bedeuteten ein Plus von knapp 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Jedes dritte verkaufte Rad ist dabei inzwischen ein E-Bike. Dabei legen die Kunden vermehrt Wert sowohl auf Qualität als auch auf Nachhaltigkeit. Doch ist die elektrische Variante wirklich so ökologisch wie ihr Ruf? Wie umweltschonend ist die Produktion? Was müssen Käufer beachten? Ist Nachrüstung womöglich die nachhaltigste Alternative? 

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In Sachen Fortbewegung ist nur der Gang zu Fuß oder der Griff zum herkömmlichen Fahrrad umweltverträglicher als die Nutzung eines E-Bikes. E-Bikes schneiden laut einer Studie des Institutes für Energie und Umweltforschung in Heidelberg (IFEU) sogar besser ab als öffentliche Verkehrsmittel. Die Klimawirkungen von Pedelecs fallen etwa fünfmal niedriger aus jene der „Öffis“.



Auch gegen das E-Auto kann das E-Bike ökologisch bestehen. Wird die Akku-Produktion mit berechnet, liegt der CO2-Ausstoß bei einem E-Bike pro gefahrenem Kilometer zwischen 7 und 7,8 Gramm. Einem Vergleich der Vrije Universiteit Brüssel zufolge kommt das E-Auto auf einen Wert, der 15-mal so hoch liegt. Ein Dieselmotor stößt übrigens 28-mal so viel CO2 aus.

Anders ausgedrückt: Für eine Strecke von zehn Kilometern benötigt ein E-Bike nur etwa so viel Energie, die nötig wäre, um 0,7 Liter Wasser bei Raumtemperatur zum Kochen zu bringen.

E-Bike: 345 Kilogramm CO2 bei der Neuproduktion

Und dennoch: Nicht erst seitdem Tausende von mietbaren E-Scootern in den Städten unterwegs sind oder teils umgekippt auf den Bürgersteigen liegen, stellt sich die Frage, wie ökologisch und nachhaltig die Produktion eines elektrisch angetriebenen Fortbewegungsmittels wirklich ist.

Die Antwort in Bezug auf das E-Bike lautet: Über 345 Kilogramm CO2 werden bei der Neuproduktion eines E-Bikes ausgestoßen. Dies liegt nicht zuletzt an langen Transportwegen der einzelnen Komponenten aus Fernost.

Die ökologische Achillesferse des E-Bikes ist der Lithium-Ionen-Akku, an dem es derzeit jedoch kein Vorbeikommen gibt. Auch die hierfür notwendigen wertvollen Metalle, darunter der Rohstoff Kobalt, kommen aus dem Ausland. An dieser Stelle ist die Forschung schlicht noch nicht soweit, dass umweltschonende Lösungen marktreif sind. Ein weiterer heikler Punkt ist die Entsorgung der Akkus. Nicht umsonst rät das Umwelt-Bundesamt beim Kauf auf Langlebigkeit und das sachgerechte Entsorgen des Akkus zu achten sowie auf eine möglichst lange Garantiezeit. Auch die richtige Entsorgung des restlichen E-Bikes wird angemahnt.



Zum Schwarzmalen bestehe dennoch kein Grund, erklärt Thomas Herzog, Pedelec-Experte und Geschäftsführer der Firma Pendix: „Zum einen sind schon nach durchschnittlich 165 gefahrenen Kilometern, die wir mit dem E-Bike statt mit dem Auto zurücklegen, die CO2-Emissionen eines Akkus ausgeglichen. Zum anderen können die Kunden die Umweltbilanz des eigenen E-Bikes auf eine sehr clevere Art verbessern.“

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Die ökologischste E-Bike-Variante?

Die gute Nachricht ist nämlich: E-Bike-Fans können mit wenigen Maßnahmen ihr absolutes Traum-E-Bike erhalten und sich gleichzeitig besonders nachhaltig fortbewegen!

Eine Methode, unnötig Ressourcen zu verbrauchen und gleichzeitig das persönliche, ultimative E-Bike zu fahren, ist die Nutzung eines Nachrüstantriebs. Ein solcher besteht meist aus einem Motor, einem Akku, einer Tretkurbel sowie dem Ladegerät.

Diese Variante, so Herzog, biete gleich mehrere Vorteile: „Ein Nachrüstantrieb ist immer günstiger als ein neues E-Bike. Und vor allem spart es Rohstoffe, ein vorhandenes Rad einfach nachzurüsten, statt sich ein neues Komplettrad zu kaufen und dann zwei Bikes im Keller oder in der Garage stehen zu haben.“

Die meisten Fahrräder, die nicht älter als acht Jahre sind, lassen sich mit einem Pendix eDrive nachrüsten. Ganz egal ob Lasten-, Trekking- oder Faltrad. „Die E-Unterstützung kann man ein- und ausschalten“, erklärt Herzog, „wer zum Beispiel zur Arbeit mit Akku fährt, kann sich auf dem Rückweg allein mit Muskelkraft auspowern. Da ist dann kein Widerstand, kein Geräusch, nix. Das war uns bei der Entwicklung sehr wichtig.“


Meine Erfahrungen mit dem Pendix e-Drive in einem Test zusammengefasst.

Das Angebot von hochwertigen Nachrüstantrieben ist überschaubar. Marktführer Pendix bezieht die Rohstoffe für die in die in Zwickau produzierten Nachrüstantriebe zu 85 Prozent aus Deutschland und anderen EU-Ländern. Das spart lange Transportwege und senkt die CO2-Bilanz.

Laut Thomas Herzog endet für Pendix die Verantwortung für die Rohstoffe nicht mit dem Verkauf. Daher bietet Pendix auch ein Tauschprogramm für alte Akkus an: „Jeder Käufer kann seinen alten Akku bei Pendix abgeben, erhält einen Gutschein für einen neuen, und im Verbund mit anderen ausrangierten wird der alte dann an anderer Stelle als Energiespeicher genutzt und erst, wenn er maximal ausgeschöpft ist, sachgerecht recycelt.“ So können Kunden nicht nur ihr Rad behalten, sondern tragen auch zu einem System bei, das einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sehr nahekommt.

[Text & Foto: Pendix]

2 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für den interessanten Beitrag! Allerdings muss ich beim Thema E-Nachrüstkit einhaken, denn das ist keinesfalls empfehlenswert. die meisten Räder sind für eine derartige Belastung nicht konstruiert und es kann böse Folgen haben.

    Hier ein guter Artikel dazu.

    1. Danke für den Kommentar. Ich sehe das grundsätzlich ebenso, das nicht alle Räder für den Umbau geeignet sind und habe das 2015 schon in diesem Artikel thematisiert. Eben aus diesem Grund geben Hersteller wie Pendix oder auch Binova die Umrüstkits auch nur für bestimmte Fahrräder frei.

      Mit meinem mit einem Binova-Antrieb nachgerüsteten Rad bin ich 2017 von Frankfurt am Main querfeldein nach Berlin gefahren. Die Erfahrungen mit diesem Antrieb habe ich in diesem Artikel geschildert. Meine Erfahrungen mit dem Pendix-Antrieb habe ich 2018 in diesem Artikel festgehalten.

Kommentare sind geschlossen.