Räder und Gras © Pendix
Fahrradinfrastruktur Meinung

Pendix: Wann kommt die Prämie für E-Bikes und Nachrüstantriebe?

Thomas Herzog, Gründer und Geschäftsführer von Pendix, hat einen Nachrüstmotor entwickelt, der jedes Fahrrad zum E-Bike macht. Er fordert ein Weiterdenken der Politiker in Richtung E-Mobilität, die nicht bei vier Rädern aufhört, sondern Pedelecs und Nachrüstlösungen einschließt. Hier sein Plädoyer:

Elektromobilität ist in Deutschland auf zwei Rädern weit erfolgreicher als auf vier Rädern. Während der Verkauf von

Räder und Gras © Pendix
Zwei mit dem Pendix-Antrieb nachgerüstete Räder (Klicken zum Vergrößern)

Elektroautos regelmäßig hinter den Erwartungen zurückbleibt, rollen E-Bikes in Deutschland von einem Triumph zum nächsten. Über drei Millionen sind bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs, allein 605.000 Elektrofahrräder wurden 2016 verkauft.

Für größere Touren und im täglichen Pendelverkehr zur Arbeit kommen die elektrisch unterstützten Fahrräder immer mehr zum Einsatz, sei es als Komplett-E-Bikes oder als elektrisch nachgerüstete Räder. Hierbei wird herkömmlichen Fahrrädern ein Motor für mehr Power angebaut.

Trotz des E-Bike-Booms braucht die Fahrradbranche in Deutschland mehr politischen Rückenwind.

Vom Mobilitätsfonds der Bundesregierung, der Anfang September auf eine Milliarde Euro aufgestockt wurde, profitieren vor allem E-Autos und der ÖPNV.

Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC, fordert daher mindestens 15% des geplanten Budgets für den Radverkehr. Denn die Vorteile von E-Fahrrädern für die urbane Mobilität liegen auf der Hand: Sie produzieren lokal keine Abgase. Mit Ökostrom geladen sind sie sogar komplett ‚grün‘. Und sie sind platzsparend – im fließenden Verkehr und beim Parken.

Der Umstieg auf ein elektrisch angetriebenes Zweirad scheitert häufig am Geld, da das Umsatteln nicht günstig ist. Der Durchschnittspreis eines E-Rads liegt bei knapp 3.300 Euro. Bedeutend günstiger ist der Anbau eines Elektro-Antriebs an den liebgewonnenen Drahtesel. Das ist zudem nachhaltiger, denn so können Fahrradfahrer ihr Bestandsrad wieder aktivieren und haben nicht zwei Bikes im Keller.

In Deutschland haben einige Städte und Länder das Potenzial von E-Bikes erkannt und unterstützen daher Interessenten mit Kaufprämien, darunter Mannheim, Regensburg und München. In Hannover sind die Fördergelder bereits aufgebraucht. Doch gerade in Metropolen wie Berlin und Hamburg wäre eine solche Subvention vonnöten, denn hier droht der Verkehrskollaps.
Die Förderprogramme tauchen aber nur in Koalitionsverträgen und als Absichtserklärungen auf. Politiker müssen hier endlich nachziehen und ihre Versprechen in die Tat umsetzen.

Warum werden eigentlich Nachrüst-Antriebe nicht gefördert?

Noch effizienter wäre eine gezielte Förderung von E-Bike-Nachrüstantrieben. Viele lassen ihre guten Räder im Keller stehen, da ihnen der Weg zu lang oder zu anstrengend erscheint. Mit einem Nachrüstantrieb kann das herkömmliche Rad problemlos elektrifiziert werden und muss nicht durch ein komplett neues E-Bike ersetzt werden. Pendler können auf dem Weg zur Arbeit die elektrische Unterstützung einschalten und ohne Schweißflecken im Büro ankommen. Den Rückweg kann der Pendler dann für ein abendliches Workout nutzen und den Antrieb einfach abschalten.

Die Nachrüstung ist auch für Unternehmen mit bestehender Fahrradflotte interessant. So hat etwa der Zusteller Blitz-Kurier aus Brandenburg alle Fahrräder auf E-Bikes umgerüstet.

Städteplaner haben die Zunahme des Radverkehrs schon erkannt.

Dennoch gibt es für Bund, Länder und Kommunen in Sachen Infrastruktur noch einiges zu tun, um Radfahrern ausreichend Platz im Verkehr zu schaffen. Staatlich geförderte Radschnellwege wieder der RS1 zwischen Duisburg und Hamm setzen neue Standards für den Radverkehr und lassen erahnen, wie der moderne und nachhaltige Arbeitsweg aussehen kann: nämlich individuell nicht auf vier Rädern sondern auf zweien.
[Text und Foto: Pendix]

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Kommentar:
In der Tat scheint das Thema „Umrüstung“ momentan (wieder) an Fahrt aufzunehmen. Vor kurzem war das Copenhagen Wheel zum Test und der Binova Drive ist zur Zeit im Dauertest bei VeloStrom. Bei beiden Lösungen handelt es sich um Nachrüstantriebe.

Was meint ihr:

Wäre eine staatliche Förderung von Pedelecs und Nachrüstlösungen sinnvoll?

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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