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Test & Technik Zubehör

Test Akkuleuchte Trelock LS 760 I-GO® VISION

Lesezeit etwa 10 Minuten

[at] Mit der LS 760 I-GO® VISION stellte TRELOCK im Frühjahr einen neuen innovativen Akku-Frontscheinwerfern vor, der bei VeloStrom schon getestet werden konnte.

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Durch die Änderungen in der StVZO in den letzten Jahren sind nun auch Akkuleuchten am Rad offiziell erlaubt, vorausgesetzt, sie sind gemäß §67 StVZO vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) zugelassen.

Bereits vor der offiziellen Genehmigung waren Akkuleuchten aus guten Gründen weit verbreitet, doch die Legalisierung dieser Lampengattung führte, gemeinsam mit der rasanten Entwicklung der LED-Technik, zu einem wahren Entwicklungsschub.

In die LS 760 I-GO® VISION hat TRELOCK einige technische Schmankerl eingebaut, welche die Lampe über die reine Funktion als Schweinwerfer hinausheben. Und selbstverständlich verfügt die Lampe über eine entsprechende KBA-Nummer und ist damit als Beleuchtung am Fahrrad zugelassen.

 

 

Mehr als nur eine Lampe

trelock_ls-760_i-go-vison-packingWer sich noch an die früher übliche Fahrradbeleuchtung mit Glühlämpchen erinnert ist immer wieder erstaunt, was die moderne LED-Technik zu leisten im Stande ist.

Die LS 760 I-GO® VISION bietet in fünf Stufen eine beeindruckende Beleuchtungsstärke von bis zu 100 Lux und eine Akkuleuchtdauer von bis zu 9 Stunden. Für alle, die nicht soviel Leuchtdauer benötigen kann der 3.000 mAh große Akku der LS 760  anderweitig von Nutzen sein: Mit dem USB-Anschluß dient sie als Powerbank für mobile elektronische Begleiter.

Das großflächige LCD-Display auf der Lampe dient, neben der Anzeige der Betriebsmodi, Uhrzeit und Leuchtdauer auch als Ausrichtungshilfe: Bei der enormen Leuchtkraft der LS 760 I-GO® VISION ist es wichtig, dass sie den Gegenverkehr nicht blendet. Dafür bietet die Lampe von Trelock eine wirklich praktische Hilfe in Form einer Art elektronischer Wasserwaage. Doch dazu später mehr.

Lieferumfang und Montage

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Der Lieferumfang ist auf der Verpackung mustergültig ausgewiesen (Klicken zum Vergrößern).

Zum Test trat das Set der LS 760 I-GO® VISION mit passendem Rücklicht (UVP: 139,90 €) an. Die Lampe kommt in einer kompakten, wertigen Verpackung und enthält

  • die Frontleuchte LS 760 I-GO® VISION
  • den passenden werkzeuglosen Standardhalter (ZL 760)
  • USB-C-Kabel und Adapter zum Aufladen
  • die Rückleuchte LS 720 REEGO
  • den passenden werkzeuglosen Standardhalter (ZL 720)
  • USB-Kabel ZL 508 zum Laden der Rückleuchte
  • eine ausführliche Dokumentation in Papier

Es ist also alles dabei, um direkt zur Montage schreiten zu können, welche sehr einfach von der Hand geht.

Der Halter für die Frontleuchte passt auf  Lenkerdurchmesser von 22-35mm, allerdings benötigt er einen sehr kräftigen Zug an der Lasche, damit die Lampe später verdrehsicher hält. Besonders bei konischen Lenkerdurchmessern ist das wichtig. Besser ist noch wenn das Rohr gepulvert ist und damit der Befestigung mehr Halt gibt.

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Klicken zum Vergrößern.

Der obere Teil des Halters kann um einige wenige, wichtige Grade geschwenkt werden. Damit kann die Lampe bei außermittiger Lenkermontage trotzdem mittig zur Fahrtrichtung ausgerichtet werden.

Ist die passende Ausrichtung gefunden, wird der obere Teil des Halters per Kreuzschraube fixiert. Sehr praxisorientiert und vor allem sinnvoll, wenn die Lampe auf verschiedenen Rädern eingesetzt werden soll.

In die Halterung wird die LS 760 I-GO® VISION mit leichtem Druck eingeclipst, um sie zu entnehmen muss ein Lösemechanismuss an der Lampe betätigt werden. Dieser Mechanismus ist so ausgestaltet, dass er auch mit Handschuhen bedienbar ist -sehr sinnvoll bei einer Verwendung in der kalten Jahreszeit.

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Im Set dabei: Die Rückleuchte Trelock LS-720 REEGO (Klicken zum Vergrößern).

Der Halter der Rückleuchte ist ebenfalls werkzeuglos montierbar und passt für Rohrdurchmesser von 15-45mm. Die Rückleuchte wird ebenfalls auf den Halter aufgeclipst, auf Grund der kleinen Bauform kann das mit Handschuhen möglicherweise etwas fummelig sein.

Auf dem Halter montiert kann die LS 720 REEGO leicht gerastert nach oben oder unten geschwenkt werden; es empfiehlt sich die passende Ausrichtung mit der Klemmschraube zu fixieren.

Bedienung und Ausrichtung der LS 760 I-GO® VISION

Die LS 760 I-GO® VISION wird per großen, gummierten Tasten bedient, die einen kräftigen Druck brauchen. Ich persönlich finde das gut so, denn auf diese Weise wird einer ungewollten Bedienung wirksam vorgebeugt.

Mit einem langen Druck auf die “+”-Taste wir die Lampe eingeschaltet und zeigt auf dem knackscharfen Display Uhrzeit, Leuchtmodus, voraussichtliche Leuchtdauer im gewählten Modus und die Akkukapazität an.

Um sie richtig auszurichten schaltet man die die höchste Leuchtintensität ein und aktiviert durch etwas längeres Drücken der “+”-Taste den Level-Modus. Dieser wird im Display durch ein großes “L”  sowie vier Balken angezeigt, diese vier Balken symbolisieren die elektronische “Wasserwaage”. Nachdem man jetzt den Lenker gerade gestellt hat kann man durch Neigung von Lampenhalten samt Lampe die Neigung korrigieren: Sie ist optimal, wenn alle vier Balken in einer Ebene zu sehen sind. Ist die Neigung zu niedrig erscheinen die äußeren Balken unter den inneren, ist sie Neigung zu hoch stehen die Balken über den inneren. Einfach, intuitiv und äußerst effektiv!

Die werkzeuglose und schnelle Montage macht die LS 760 I-GO® VISION deshalb auch zum perfekten Hilfsmittel um die Leuchten an anderen Fahrrädern auszurichten!

Hier am Beispiel der Supernova “E3 E-Bike” am Testbike FS10 von LOGO e-Bikes.

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Mit der Trelock LS-760 I-GO-Vision kann man prima andere Fahrradleuchten ausrichten (Klicken zum Vergrößern).

Die Leuchtstärke der LS 760 I-GO® VISION

Bis zu 100 Lux Leuchtstärke, das klingt beeindruckend. Doch wer kann sich darunter wirklich etwas vorstellen? Deshalb habe ich die LS 760 auf das FS10 von LOGO e-Bikes montiert, bin ins stockdustere Feld gefahren und habe beide Leuchten mal miteinander verglichen.

Die am FS10 montierte Supernova “E3 E-Bike” bringt 80 Lux auf die Straße und diente hier als Referenz. Natürlich ist das in gewisser Weise ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Denn die Supernova-Lampe ist von Styling und kompakter Bauform mit einem komplett anderen Entwicklungsziel gebaut worden.

Das Lichtbild der Supernova ist rund, ordentlich hell, die hell-dunkel-Grenze ist recht scharf. Gemessen an der Baugröße ist es enorm, welche Lichtausbeute die Ingenieure erreicht haben.

Im Vergleich dazu ist das Lichtbild der LS 760 I-GO® VISION eher parabelförmig und reicht bei korrekter Ausrichtung weiter voraus. Die hell-dunkel-Grenze erscheint weniger scharf abgegrenzt, der Bereich vor dem Fahrrad ist besser ausgeleuchtet, die Helligkeit bei Stufe 1 mit 20 Lux naturgemäß deutlich geringer als die der Supernova “E3 E-Bike”.

Am Lichtbild ändert sich bei Auswahl der weiteren Stufen 2 (40 Lux), 3 (60 Lux) vier (80 Lux) und fünf (100 Lux) wenig, an der Helligkeit aber sehr wohl. Aber schaut am besten selbst:

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Klicken zum Vergrößern.

Beeindruckend wird es, wenn beide Lampen gemeinsam betrieben werden: Es erscheint ein wahrer Lichtteppich auf der Straße, im Nahbereich hell genug um Schlaglöcher zu erkennen, der Fernbereich leuchtet den Weg in voller Breite bis an die Ränder hin aus und bietet damit im Dunklen eine sichere Fernsicht auch für Radler, die schneller unterwegs sind.

Die LS 760 I-GO® VISION wird im Betrieb naturgemäß warm, der Lampenkörper ist im vorderen Bereich mit Kühlrippen versehen. Steigt die Temperatur zu weit an wird das im Display angezeigt, außerdem reduziert die Elektronik die Leuchtkraft zum Schutz der LED selbsttätig. Dies kam während des Testzeitraums nicht vor.

Fazit: Kaufempfehlung!

Die LS 760 I-GO® VISION trägt mit der beeindruckenden Lichtausbeute wesentlich zur aktiven Fahrsicherheit beim Radfahren im Dunkeln bei. Sie überzeugt mit gut durchdachten Details, von denen die Ausrichtungshilfe für mich persönlich die begeisterndste ist: Endlich kann man auch die Frontlampen an anderen Rädern schnell, einfach und korrekt ausrichten!

trelock_ls_760_i-go-vision_im_einsatzDie Bedienung der LS 760 I-GO® VISION gibt keine Rätsel auf, die Verarbeitung ist tadellos und der Lieferumfang komplett. Durch leistenförmige Öffnungen im Gehäuse wird die seitliche Sichtbarkeit im Dunkeln verbessert, die werkzeuglose Montage erleichtert den Wechseln von einem zum anderen Rad.

Die Möglichkeit, die Lampe auch als Powerbank zu nutzen, mag für manchen wie ein netter Gag erscheinen. Meiner Meinung nach ist es eine konsequent zu Ende gedachte Nutzung der vorhandenen technischen Möglichkeiten.

Durch den breiten und in der höchsten Stufe enorm hellen Lichtkegel ist die LS 760 I-GO® VISION ideal für alle, die im Dunkeln auf Wegen abseits des Straßenverkehrs unterwegs sein müssen – oder wollen. Auch als zusätzliches Licht zu einer bereits vorhandenen Lampe am Rad eignet sie sich dank der seitlichen Justierbarkeit des Halters perfekt.

Für den Einsatz auf dunkeln ruppigen Downhills ist sie meiner Meinung nach weniger gut geeignet, dazu erscheint mir die Befestigung des Halters nicht fest genug. Für solche Fahrten ist eine Helmlampe womöglich besser geeignet.

Der Preis von 139,90€ (UVP) für das Set der LS 760 I-GO® VISION mit passendem Rücklicht ist sowohl angesichts der Leistung als auch unter Berücksichtigung des umfangreichen und sinnvollen Lieferumfangs angemessen. Zumal die Fertigung der Lampe komplett im Trelock-Werk in Münster und sogar die weit überwiegende Anzahl an Komponenten von Zulieferern aus der Umgebung erfolgt. Also echtes “Made in Germany”!

Mein Dank geht an Trelock für das kostenfreie zur Verfügung stellen der LS 760 I-GO® VISION für diesen Test.

[Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VeloStrom.de
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