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Testfahrt auf der Eurobike: Pedelecs Klever X und Klever B

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Neues Pedelec mit polarisierendem Design: Klever X (Klicken zum Vergrößern)

[at] Nur polarisierendes Styling oder steckt auch mehr dahinter? Testfahrten der Pedelecs von Klever X und Klever B auf der diesjährigen Eurobike brachten überraschende Erkenntnisse.

Klever Mobility ist eine Tochter des KYMCO-Konzerns, der vor allem für erfolgreiche Motorroller bekannt ist. Seit einigen Jahren mit Kompaktbikes auf dem Markt präsent, stellte Klever Mobility mit Sitz in Köln auf der Eurobike nun erstmals das Klever X vor.

Klever X

Wie bei Klever üblich verheimlicht das Klever X zu keiner Zeit, dass es ein Pedelec ist. Im Gegenteil, der Akku ist als Designelement konsequent integriert. Die Designer fanden beim neuen Pedelec eine außergewöhnliche Rahmenform, die zum einen sehr luftig wirkt, aber gleichzeitig durch die sehr direkten Verbindungen vom Lenkkopf zur Hinterradaufnahme viel Stabilität verspricht. Nicht umsonst hat sich diese Bauart beim Motorradbau durchgesetzt. Und irgendwie erinnert mich dieser Rahmen auch eher an ein Motorrad. Und ich gestehe: Je länger ich ihn betrachte, umso besser gefällt er mir.

Das Klever X ist in vier Modellvarianten erhältlich:

  • Modell „X RAW“: als schlichtes Singlespeed (UVP: 3.299€)
  • Modell „X COMMUTER“: Wie der Name sagt als Modell für den Pendler (UVP 3.599€)
  • Modell „X RAW CARBON Ltd Edition“: Das Nobel-Modell mit elektronischer Schaltung und Carbon-Starrgabel (UVP: 4.999)
  • Modell „X SPEED“: als S-Pedelec mit 600-Watt-Motor und Unterstützung bis 45 km/h (UVP: 4.899€)

Auf der Eurobike war ich mit dem X COMMUTER unterwegs. Die Sitzposition ist angenehm sportlich, der Lenker liegt angenehm gekröpft zur Hand.

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Griffiges Pedal am Klever X Commuter (Klicken zum Vergrößern)

Die Pedale, belegt mit einer schmiergelpapierähnlichen Oberfläche bieten den Füßen sehr guten Halt, das dürfte besonders bei Schuhen mit Ledersohlen hochwillkommen sein. Die Ausstattung mit Licht, Schutzblechen und dem robusten und großflächigen Gepäckträger verspricht eine hohe Praxistauglichkeit. Kleine Wermutstropfen im ansonsten gelungenen Design stellen für mich die breiten Schweißnähte am Rahmen dar; da könnte ein bisschen “smooth welding” sicher die Optik nachhaltig verbessern.

Der Motor des Klever X schiebt kräftig und nahezu lautlos an, man ist mit dem Pedelec schnell auf den erlaubten 25 km/h. Der Schwerpunkt ist durch die Zentrierung der Massen sehr tief, was dem Handling zu Gute kommt. Bei der schnellen Abfahrt bestätigt sich die Theorie: Der Rahmen ist sehr steif. Da zappelt nichts, gezielt eingeleitete Störungen klingen rasch ab, Zielgenauigkeit und Bremsstabilität liegen auf hohem Niveau. Die Kehrseite der Medaille: Der Komfort ist eher von der sportlich-harten-Sorte und lässt sich nur über den Luftdruck der montierten Schwalbe Super Moto-Bereifung etwas beeinflussen.

Da hat Klever meiner Meinung nach ein sehr interessantes Pedelec auf die Räder gestellt, das es schafft die Optik nicht dem Nutzen unterzuordnen. Es wäre interessant zu wissen, wie sich das Klever X auf der Teststrecke des Stromer ST2S schlägt.

Klever B

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Bequem, vielseitig und handlich: Klever B (Klicken zum Vergrößern)

Das Klever B verfolgt ein anderes Konzept. Es will es Fahrerin oder Fahrer vor allem leicht und bequem machen. Das schafft es durch eine bequeme Sitzposition, die Vollfederung und einen sehr tiefen Schwerpunkt. Das Klever B ist in drei Varianten verfügbar.

  • B Comfort für (UVP 3.299€)
  • B Power mit 500-Watt-Motor (UVP 3.799€)
  • B Speed mit 600-Watt-Motor (UVP 4.899€)

Der tiefe Schwerpunkt ergibt zum einen ein gutes Handling aber auch einen tiefen Durchstieg und die Sitzposition ist äußerst bequem, sie erinnert etwas an das gutem alte Hollandrad, und das ist hier ausdrücklich nicht despektierlich gemeint. Das Lenkverhalten ist agil und dank der gut wirksamen Vollfederung werden die Unbilden des Straßenbelags wirksam ferngehalten. Die aufrechte Sitzposition führt zu einer guten Übersicht und man kann entspannt radelnd Natur und Umwelt genießen. Das Klever B entschleunigt, ohne langsam zu sein: Der Motor schiebt, auch bergauf, kräftig an, die Bremsen halten die Fuhre zuverlässig im Zaum.

Wer ein alltagstaugliches, komfortables, vollgefedertes Pedelec mit tiefem Durchstieg und hochwertiger Ausstattung sucht, sollte das Klever B unbedingt einmal zur Probe fahren. Und erst danach über die Optik urteilen.

Für mich war das Klever B eine der Überraschungen der diesjährigen Eurobike.

Weitere Informationen sind online unter klever-mobility.com, auch in deutscher Sprache, zu finden.

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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