Lichtstrom einer LED-Fahrradlampe
Alltag Alltag & Urlaub Test & Technik

Tipps zum Thema „Licht“

Lichtkegel einer modernen LED-Leuchte
Einfach nur hell ist nicht alles – das Licht des Fahrradscheinwerfers muss auch gebündelt werden, um die Fahrbahn gut auszuleuchten.

[at] Auch wenn die momentan milden Temperaturen fast nicht daran glauben lassen:  Sie strahlenden Farben des bunten Herbstlaubs machen unmissverständlich kar, dass die dunkle Jahreszeit mit großen Schritten auf den Ganzjahresradler zukommt.

Deshalb ist eine funktionierende Beleuchtung besoners wichtig. Der Pressedienst Fahrrad hat dazu sieben Tipps auf Lager:

1. Leitungen prüfen

Kabel und Bowdenzüge an einem Fahrrad
Ein Kabelcheck ist in der Regel schnell erledigt.

Ohne großen Aufwand lässt sich prüfen, ob ein Kabel gerissen, beschädigt oder geknickt ist. Lose herumhängende Kabel sindbesonders anfällig dafür, hängenzubleiben und abzureißen, deswegen fixiert man sie am besten mit Kabelbindern. Das beugt auch einem Abrieb der Isolierung vor – liegt der Kabelstrang blank, fließt der Strom unter Umständen in den Rahmen statt zur Leuchte. Hersteller wie Koga eliminieren diese Fehlerquellen, indem sie die Kabel im Inneren von Rahmen, Gabel und Gepäckträger verlegen. Letztere werden übrigens auch mit fest integriertem Rücklicht angeboten (z. B. Racktime „Tour-it Shine“, ca. 89,90 Euro).

Universal-Schmiermittel
Ein gutes Universal-Schmiermittel schützt vor Korrosion.

2. Kontakt herstellen

Manchmal hat sich einfach ein Anschluss gelöst. Daher achtet man beim Überprüfen der Kabel gleich mit darauf, ob die Kabelschuhe an Scheinwerfer, Rücklicht und Dynamo fest sitzen. Ist der Kontakt korrodiert, kann ebenfalls kein Strom fließen. Dann muss der Anschluss mit einer Feile oder Schmirgelpapier wieder blankgerieben werden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, lassen sich die Kontakte mit Universalschmiermittel wie dem „1-Step“ von Finish Line (ab 9,99 Euro/120 ml) vor Rostbildung schützen.

3. Fehlerquelle eliminieren

Eine kompakte Rückleuchte
Zweiadrige Kabel sind zuverlässiger.

Besonders anfällig für Fehler sind einadrige Kabel, die man an älteren Rädern noch manchmal findet und bei denen derStrom über den Rahmen zum Dynamo zurückgeleitet wird. Diese Drähte tauscht man am besten gleich gegen eine Doppelverkabelung bzw. ein Koaxialkabel aus, erklärt Sebastian Göttling von Busch & Müller: „Das bringt für wenig Geld ein enormes Plus an Zuverlässigkeit.“

4. Leuchtmittel defekt?

Bei älteren Lichtanlagen kann es natürlich sein, dass das „Birnchen“ durchgebrannt ist. Fällt bei einem Beleuchtungssystem mit Halogenlampen – zunächst meist unbemerkt – das Rücklicht aus, verabschiedet sich bald auch der nunmehr überlastete Scheinwerfer. Statt zu reparieren, sollte man

Verschiedene LED-Fahrradlampen
Es lohnt sich in moderne Lichttechnik zu investieren.

hier besser in zeitgemäße Technik investieren: Moderne LED-Leuchten halten praktisch ein komplettes Fahrradleben lang und sind Halogenlampen in puncto Lichtleistung deutlich überlegen. Zuverlässige LED-Scheinwerfer gibt es z. B. bei Busch & Müller schon ab knapp 20 Euro, im Premiumbereich knacken die Meinerzhagener mit dem Dynamo-betriebenen „Lumotec IQ-X“ (139,90 Euro) jetzt sogar die 100-Lux-Marke. Damit werden Fahrradfahrer auch nachts zu gleichwertigen Teilnehmern im Straßenverkehr und haben eine Sorge weniger.

An einem defekten Halogen-Rücklicht kann es übrigens auch liegen, dass das Standlicht bei einem LED-Scheinwerfer nicht mehr funktioniert. Nähert sich das Lämpchen dem Ende seiner Lebensdauer, entzieht es dem System vermehrt Energie, um die gewohnte Helligkeit zu erreichen. Für das Standlicht steht dann nicht mehr ausreichend Strom zur Verfügung.

5. Die Stromquelle muss sprudeln

Ein Stadtrad mit Nabendynamo
Moderene Nabendynamos sind sehr effizient.

Wenn das Licht vor allem bei Nässe nicht funktioniert, liegt das oft an einem durchrutschenden Seitenläuferdynamo, was sich auch akustisch bemerkbar macht. Hier kann ein spezieller Aufsatz helfen. Allerdings ist auch diese Technik veraltet: „Seitenläufer finden sich an unseren Rädern nicht mehr, denn der Nabendynamo ist ungleich zuverlässiger, nahezu geräuschlos und äußerst effizient. Man bekommt kaum mit, dass er überhaupt läuft“, schildert Florian Niklaus von Winora die Vorzüge.

6. Moderne Sensortechnik verstehen

Sensorgesteuerte Lichtanlagen schalten sich bei Dunkelheit automatisch ein. Bei manchen Modellen lässt sich dabei zwischen verschiedenen Modi wählen. Damit das Licht überhaupt leuchten kann, muss entweder die Automatik oder der Dauerbetrieb aktiviert sein, die meisten Leuchten lassen sich nämlich auch komplett ausschalten. Bei Tageslicht lassen sich sensorgesteuerte Fahrradleuchten natürlich nur im Dauerbetrieb überprüfen, andererseits darf man sich nicht wundern, wenn das Licht in einem hell erleuchteten Raum auch im Automatikmodus leuchtet – denn die Sensoren reagieren nicht auf Kunstlicht. Schaltet sich die Beleuchtung bei aktivierter Automatik auch bei Tageslicht nicht ab, ist der Scheinwerfer möglicherweise falsch angeschlossen oder der Sensor verdeckt, eine Fachwerkstatt löst so etwas schnell.

Ein Lichtcheck am Rad
Ein regelmäßiger Lichtcheck ist kein großer Aufwand.

7. Kostenloser Check beim Profi

Apropos Fachwerkstatt: Wer sich die Selbsthilfe nicht zutraut oder den Fehler partout nicht finden kann, dem wird in der dunklen Jahreszeit gratis geholfen. Über 3.000 deutsche Fahrradfachgeschäfte bieten einen kostenlosen Lichtcheck an. Unter www.fahrrad-lichtcheck.de lässt sich anhand der Postleitzahl schnell und einfach herausfinden, welche Händler in der Nähe sich an der Aktion beteiligen. Kosten entstehen nur, wenn eine Reparatur beauftragt wird oder Teile ausgetauscht werden sollen.

 

[Text & Fotos: pd-f.de]

Jetzt wöchentlichen Velostrom-Newsletter abonnieren:

Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
Alexander Theis

2 Kommentare

  1. Kein Licht der Welt kann gegen die Überheblichkeit und Fehleinschätzung der Autofahrer ankommen. Erlebe ich immer wieder, denn ich fahre auch bei Tag mit Licht. Trotzdem ziehen Autos aus den Ausfahrten, fahren mir entgegen, obwohl das Hindernis auf ihrer Seite ist und sie Wartepflicht hätten. Selbst im dunklen fahren die Autos auf mich zu, trotz Hindernis auf ihrer Seite. Da nutzt mir die LUMOTEC IQ2 LUXOS auch nichts.
    Noch etwas zu den Reklamebildern von den Herstellern: Die zeigen immer einen ausgeleuchteten Weg, welcher trocken ist. siehe hier: http://www.bumm.de/innovation-original/lichtvergleich-scheinwerfer.html
    Ist der Weg nass, reflektiert das Licht deutlich weniger und trotz 70Lux kann man kaum ein Schlagloch erkennen, außerhalb einer Ortschaft. Nasser Teer wird bei mir in der Stadt immer dunkel und schluckt das Licht.

    1. Hallo Pedelecer,

      danke für Ihren Kommentar.

      Das was Sie zum Thema „Fehleinschätzung der Autofahrer“ schreiben, können sicherlich auch viele Motorradfahrer unterschreiben, die schon seit vielen Jahren mit Licht unterwegs sind. Ein Autofahrer kann schwer unterscheiden, ob da ein Roller, ein Motorrad oder ein vergleichweise langsameres Pedelec oder Fahrrad kommt. Im Zweifel sollte man als Autofahrer halt nicht fahren, die meisten denken sich aber leider „wird schon passen“. Da hilft dem Rad-/Pedelec- Fahrer leider einfach nur vorausschauendes Fahren und der berühmte „siebte Sinn“. Denn was nutzt es mir, wenn ich zwar im Recht bin, aber dafür im Krankenhaus ende?

      Ich denke, das Licht, das bei allen denkbaren Witterungs- und Fahrbahnbedingungen ideale Sicht bei beim Tag und Trockenheit bietet, muss erst noch erfunden werden. Und bis dahin gilt, auch wenn ich mich damit ggf. unbeliebt mache, der Spruch der „an die Witterung angepassten Geschwindigkeit“.

      Mit pedelectrischen Grüßen
      Alexander Theis

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »