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Alltag

ADFC-Mapathon: Deutschland plant sein Wunsch-Radwegnetz

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Der Fahrradclub ADFC hat ein bundesweites Projekt aufgesetzt, mit dem engagierte Bürgerinnen und Bürger in ihrer Kommune Radwegenetze skizzieren können. Der sogenannte ADFC-Mapathon soll noch in diesem Jahr starten.

adfc_mapathonIm Klimapaket der Bundesregierung heißt es, Deutschland solle gute, geschlossene Radverkehrsnetze bekommen – und damit deutlich mehr Menschen als bisher auf das Fahrrad locken.

Doch im ganzen Land fehlen dafür Netzpläne und auch Planerinnen und Planer, um solche Netze zu konzipieren. Der ADFC-Mapathon soll dort Abhilfe schaffen. Das Projekt startet zum Jahreswechsel 2020/2021.

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ADFC-Bundesvorstand Verkehr Ludger Koopmann sagt:

„In den meisten deutschen Städten fehlen nicht nur gute Radwege – sondern auch Pläne für zusammenhängende Radwegenetze und Menschen, die solche Pläne entwickeln können. Damit die neuen Bundesmittel für den Bau von Qualitätsradwegen nicht versanden, sind Netzpläne aber dringend nötig. Hier wollen wir Starthilfe leisten.

Wir bringen mit dem ADFC-Mapathon engagierte Menschen in den Kommunen zusammen, die aus eigener Anschauung wissen, wo dringend Radwege gebraucht werden. Um mitzumachen reicht es, die Stadt aus Fahrrad-Perspektive gut zu kennen. In den Mapathon-Gruppen sollen dann die Haupt- und Nebenrouten für ein zeitgemäßes Radwegenetz auf Papier und einer digitalen Karte entworfen werden.

Das Ergebnis, eine Karte mit einem durchgängigen Wunsch-Radwegenetz, bildet dann die Grundlage für einen konstruktiven Dialog mit dem Rat der Stadt oder der Gemeinde.“

Frauen ausdrücklich angesprochen

Der Fahrradclub lädt beim ADFC-Mapathon ausdrücklich auch Frauen aller Altersstufen dazu ein, an den Wunsch-Radwegenetzen mitzuarbeiten. Koopmann: „Verkehr und Planung sind bisher von Männern dominiert, diese Schlagseite gehört überwunden. Gute Radwege müssen für alle funktionieren – und dabei müssen auch die vielfältigen Ansprüche unterschiedlicher Nutzungsgruppen berücksichtigt werden.“

Leitfaden „How to Mapathon“

Der ADFC hat für das Projekt einen kostenlosen Leitfaden entwickelt, mit dem ein Kernteam – beispielsweise aus einer örtlichen ADFC-Gruppe oder einer Radentscheid-Gruppe – schnell anfangen kann, zu arbeiten.

Auf der Basis vorhandener Karten, Pläne, Verkehrszählungen, Verkehrsentwicklungs- und Luftreinhaltepläne sollen wichtige Quellen und Ziele des Radverkehrs identifiziert und durch ein zusammenhängendes Radwegenetz miteinander verbunden werden. Wichtige Anforderung: Das Radwegenetz soll sicher und komfortabel genug sein, um Menschen aller Altersstufen zum Radfahren einzuladen.

Als Datenplattform schlägt der ADFC das einfach zu bedienende Programm UMap auf der Basis von OpenStreetMap vor. Ergänzt wird das Handbuch durch Tipps und Materialien zur Multiplikatoren- und Öffentlichkeitsarbeit.

1.000 Radnetze für Deutschland

Ziel des ADFC-Projektes ist es, in den nächsten Monaten Wunsch-Radwegenetze für bis zu 1.000 Städte und Gemeinden in Deutschland zu entwickeln.

Koopmann: „Die Zahl klingt gigantisch – aber welche der 11.000 Städte und Gemeinden in Deutschland kann von sich sagen, den perfekten Radnetzplan schon zu haben? Wenn Kommunen sich auf den Dialog mit engagierten Mapathon-Gruppen einlassen, fördern sie den Zusammenhalt und das zivilgesellschaftliche Engagement und schaffen gleichzeitig eine gute Grundlage dafür, Geld beim Bund für neue Radwege zu beantragen. Wenn das keine Win-Win-Win-Situation ist!“

Mehr Infos gibt es online unter: https://www.adfc.de

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Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 200.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

[Text & Foto: ADFC]

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Alexander Theis
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