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Messen & Veranstaltungen

Das war die kolektif berlin bike fair 2020

Lesezeit etwa 6 Minuten

Von 28.02. bis 01.03. stellten rund 90 Aussteller aus aller Welt während der zweiten Ausgabe der kolektif berlin bike fair wieder allerhand schöne Dinge rund ums Rad im Motorwerk Berlin Weißensee zur Schau. Die Erwartungen der Veranstalter wurden bei weitem übertroffen: 5.000 Gäste waren erhofft, gut 7.500 Fahrradbegeisterte waren tatsächlich gekommen, um sich neue Räder, trendiges Zubehör oder aktuelle Kollektionen der Bike- und Streetfashionszene anzusehen.

Kolektif_highlights_Day1_ArtursPavlovsDas Besucherergebnis ist der schönste Lohn für die harte Arbeit, die hinter der ganzen Orga für die Messe steckt“, erzählt Ronny Owe, Projektleiter der kolektif berlin. „Besonders toll finden wir außerdem, dass so viele Familien mit Kindern den Weg zu uns gefunden haben,“ ergänzt Owe weiter.

Auch die Aussteller zeigten sich mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Startete der Freitagabend zunächst gemütlich, fanden sich ab 20 Uhr dann doch noch viele interessierte Abendschwärmer ein, genossen die gechillte und familiäre Atmosphäre unter Lichterketten und mit entspannten Beats, schlenderten in aller Ruhe durch die Messehalle und informierten sich über Trends und Neuheiten. So konnten sich die Aussteller perfekt auf die beiden Folgetage einstimmen.

Die frühlingshaften Temperaturen sorgten am Samstag und Sonntag dafür, dass sich deutlich mehr Gäste als im Vorjahr auf den Weg gemacht hatten, um die kolektif zu besuchen. Es war zeitweise so voll, dass die Eingangstüren vorübergehend geschlossen werden mussten.

Die Besucherinnen und Besucher nutzten zudem das sonnige Außengelände, testeten neue Bikes, E-Bikes oder Lastenräder, nahmen an den Workshops teil und feuerten die Fahrer beim Lastenradrennen an, lauschten Vorträgen und Reiseberichten oder ließen es sich einfach in der Chillout-Zone bei Cappuccino, Bier, Burger, Bowl oder Kuchen gutgehen.

Besonders gut kam beim bunt gemischten Publikum die überschaubare Größe und die angenehme Atmosphäre der Messe an und dass man alles ansehen, anfassen und testen konnte. „Die Größe der Messehalle machte es möglich, dass man die einzelnen Stände wirklich in aller Ruhe betrachten konnte und nicht durchhetzen musste, wie es häufig bei den großen Messehallen der Fall ist. Dadurch kamen viele tolle Gespräche auch über Details zustande, für die einem häufig sonst die Zeit fehlt“, so ein Messebesucher.

Was die kolektif anders macht…

Die kolektif will bewusst keine klassische Fahrradmesse wie die Eurobike oder Velo sein. Die Messe möchte die Menschen unter einem Dach vereinen, die Leidenschaft und Liebe für das gleiche Thema teilen, nämlich Radfahren.

Wer zeigte was? Highlights des Wochenendes

Angesagte kleine Start-Ups und Bike- oder Street-Fashionlabel aus ganz Europa waren ebenso zugegen, wie alteingesessene Big Player der Fahrradszene wie Canyon Bikes, Oakley oder Spengle. Unter anderem wurden folgende Neuheiten vorgestellt.

• Stahlrahmen aus dem 3D-Drucker
Die limitierte Sonderedition des 3D-Druck-Pioniers Urwahn Bikes, der sich mit dem Carbon- Spezialisten Schmolke Carbon zusammengetan hat, um ein einzigartiges High-End-Rennrad zu entwickeln, war definitiv einen intensiveren Blick wert. Aber auch andere Modelle aus dem 3D-Drucker konnten durchaus überzeugen.


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Pedelec mit Stahlrahmen aus dem 3D-Drucker: Urwahn Platzhirsch

 


• Muli ergänzt sein Cargobike mit neuem Shimano Steps-System

Jetzt schon auf der Messe, bald im Standard-Programm: Der Cargobike-Hersteller Muli Bikes ergänzt sein Lastenrad-Portfolio um Räder mit Shimano Steps-System. Erhältlich voraussichtlich ab Sommer 2020.


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Lastenrad MuliLastenrad Muli: Interview mit Sören Gerhardt, Gründer von Muli-Cycles

 


• Spengle Gold – das teuerste Laufrad der Welt

Wer sich das teuerste Laufrad der Welt ansehen wollte, der konnte dies auf der kolektif erledigen. Der mit den klassischen drei Speichen ausgestattete Laufradsatz von Spengle ist aus Carbon, mit einer 24- Karat Blattgold Auflage ausgestattet und kostet um die 10.000 Euro.

• Cargobike-World auf der kolektif berlin

Anstatt in Konkurrenz zueinander, bot die kolektif ihren Gästen ein großes Miteinander verschiedener Cargobike-Hersteller. Direkt nebeneinander auf einem großen Gemeinschaftsstand konnten so die vielfältigen Modelle verschiedener Anbieter verglichen und getestet werden.

• Handgefertigte Laufräder

Der Hersteller von Big Forest Framework fertig Räder aus Leidenschaft sagt er selbst. Das konnte man seinem handgemachten Laufrad ansehen. Ein besonderer Eyecatcher für die ganz Kleinen der Szene.

kolektif Rahmenprogramm

Die bunte Mischung der kolektif wurde komplettiert durch verschiedene Vorträge. Wem das nicht reichte, der konnte einen der Workshops besuchen, am Cargobike Race, dem Lastenradrennen, teilnehmen, sich eine Yoga- Auszeit gönnen oder eine der zahlreichen Ausfahrten mitmachen. Alles in allem ein abwechslungsreicher und spannender Mix für das Publikum.

kolektif 2020 – Hard facts

• 7.500 BesucherInnen
• 2540 QM Gesamtfläche Motorwerk
• 87 Aussteller aus 12 Nationen
• Weiteste Anreise: Maine/USA, Aussteller Cleverhood
• 36 kolektif-Mitarbeiter helfen mit beim Aufbau und Umsetzung der Messe
• 2 Wettkampfrennen: RAD RACE Last Wo/Man Standing, Lastenradrennen

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Zum Hintergrund

Die Idee zur Gründung der kolektif entstand durch das plötzliche Aus der Berliner Fahrradschau Ende 2018, in deren Rahmenprogramm eines der wichtigsten RAD RACE-Events jahrelang stattgefunden hatte. Daher entschied das Team rund um Gründer Ingo Engelhardt, das nicht einfach hinzunehmen, sondern eine eigene Fahrradmesse ins Leben zu rufen, wenn die Kosten gedeckelt würden. Gesagt, getan. Schon die erste Messe war ein Erfolg, so dass unmittelbar danach entschieden wurde, dass es 2020 eine Fortsetzung geben würde.

[Text: kolektif bike fair, Fotos: Yunus Hutterer (1), ArtursPavlovs (2).]

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Alexander Theis