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Erstaunliche Eurobike E-Bikes, Teil 2: Honbike U4

Lesezeit etwa 8 Minuten

Die Eurobike bietet die Gelegenheit, neue, spannende E-Bikes zu entdecken: Honbike U4.

Auf der Eurobike 2022 habe ich mich nach neuen, spannenden E-Bikes umgesehen, die man so nicht an jeder Ecke findet. Im Teil 1 ging es um das Urtopia Carbon E-Bike. In diesem Teil lest ihr vom

Honbike U4

Das Honbike U4 gehört definitiv zu den E-Bikes, die man so nicht an jeder Ecke findet. Das Design ist puristisch-elegant, ohne jedoch effekthascherisch zu sein. Es ist nach dem HF 01 das zweite Pedelec des Herstellers auch China.

Wie sich das Bike fährt, konnte ich auf der Eurobike 2022 für euch in Erfahrung bringen.

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Das Honbike-Konzept

Honbike entwickelt die E-Bikes fast komplett “in House” und auf maximale Nutzerfreundlichkeit hin. Das schließt die verwendeten Materialien (z.B. Gates-Riemen) und auch den E-Bike Antrieb mit ein. Der Antrieb wird entweder per App oder mit zwei Tastern am linken Lenkerende bedient.

Honbike U4 auf der Eurobike 2022 in Frankfurt am Main

Das Display befindet sich im Vorbau. Es zeigt alle wichtigen Daten: Akkustand, aktuelle Geschwindigkeit, gefahrene Strecke, eingespartes CO2 und sogar, wenn gewünscht, den aktuellen Standort.

Fast kaum der Erwähnung bei einem asiatischen Hersteller wert: Das Honbike ist ein Smartbike.

Rahmenmaterial Honbike U4

Der Rahmen besteht aus Aluminium und wirkt wie aus einem einzigen Rohr gezogen. Tatsächlich sind es drei. Der Rahmen ist entweder in weiß oder schwarz gepulvert und sehr hochwertig verarbeitet. Der Akku des E-Bikes ist fest im Rahmen verbaut. Zum Aufladen muss das gesamte Pedelec also für 4 bis 4,5 Stunden an eine Steckdose. Die Reichweite soll mit dem verbauten Akku mit 432 Wh 100 km betragen. Diese Angabe halte ich für sehr optimistisch. In der Praxis schätze ich die Reichweite zwischen 25 und 35 Kilometer. Allemal genug für den anvisierten Einsatzzweck als smartes City-Pendler-Bike.

Es gibt nur eine Rahmengröße, die für Menschen von 140 cm bis 190 cm Körpergröße geeignet sein soll. Die maximale Zuladung liegt bei 120 kg, das Honbike U4 soll lediglich 20 kg wiegen.

Laufräder, Bremsen & Licht

Auf die eleganten, 27,5 Zoll großen Laufräder des Honbike U4 sind 2 Zoll breite Reifen mit Reflexstreifen und einem griffigen Profil aufgezogen. Das Felgen sind aus Magnesium gegossen und sollen geringes Gewicht mit großer Haltbarkeit verbinden.

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Gebremst wird das Honbike U4 mit mechanischen Scheibenbremsen. Frontlicht und Reflektor sind am Vorbau, Rücklicht und hinterer Reflektor am Sattelrohr befestigt. Die Klingel ist im linken Bremshebel integriert, Schutzbleche und ein Seitenständer vervollständigen die Ausstattung.

E-Bike Antrieb am Honbike U4

Das Honbike U4 wird von einem sehr kompakten Hinterradnabenmotor angetrieben. Die Übersetzung des Motors liegt bei 1:13. Es gibt drei Unterstützungstufen (Eco, City & Sport), die sowohl per App aber auch am linken Lenkerende ausgewählt werden können.

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Trotz der asiatischen Herkunft verzichtet das Honbike auf akustische oder optische Spielereien beim Ein- oder Ausschalten. Honbike gibt als maximal mögliche Steigung für das U4 18% an.

Wie fährt sich das Honbike U4?

Das Satterohr des Honbike U4 lässt sich gut auf meine Körpergröße (179 cm) einstellen. Der Lenker ist nicht höhenverstellbar, trotzdem lastet nicht zuviel Gewicht auf den Handgelenken. Die Sitzposition fühlt sich bequem an.

Das Honbike U4 ist ein Singelspeed-E-Bike. Damit das Anfahren leichter geht, gibt es einen kleinen, gut erreichbaren Hebel am rechten Lenkerende. Honbike spricht von der “Hill Start Assistance” (HSA), der die Anfahrhilfe aktiviert. Auf ebener Strecke ist das aber nicht nötig, denn der Antrieb reagiert sensibel auf den Pedaldruck.

Auf der Teststrecke der Eurobike 2022 ist einiges los, aber das Honbike lässt sich über den angenehm breiten Lenker gut dirigieren. Besonders viel Spaß macht das Bike naturgemäß in der maximalen Unterstützungsstufe, doch im Gewusel ist die City-Stufe die bessere Wahl.

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Singlespeed bergauf

Wie auch schon bei der Probefahrt des Urtopia Carbon E-Bikes fahre ich auch mit dem Honbike die Parkhaus-Auffahrt hinauf, die auf der Eurobike 2022 in Frankfurt als Steigungssimulation dient. In Stufe “Eco” ist die Performance erwartungsgemäß verhalten, Stufe City ist schon deutlich besser, aber in der höchsten Unterstützungsstufe zeigt das Honbike U4, das es ein ernst zu nehmendes E-Bike ist.

Natürlich ist die Unterstützung nicht so kraftvoll wie beispielsweise bei einem Mittelmotor. Doch um normale Steigungen im Stadtbereich, ohne alpinen Charakter, zu bezwingen ohne ungebührlich ins Schnaufen zu kommen, reicht es allemal.

Honbike U4 erschreckt auf der Geraden

Bergab macht es hier, auf der schneckengleich gewundenen Rampe des Parkhauses natürlich keinen Unterschied, dass ich mit einem Singlespeed unterwegs bin. Am Ende der Rampe folgt eine lange Gerade, die ich nutze, um das Honbike auf Geschwindigkeit zu bringen.

Beim Blick auf den Tacho fällt mein Blick automatisch auch auf das Oberrohr. Dabei fährt mir der Schreck in die Glieder: Die Spur des E-Bikes scheint komplett verzogen zu sein! Aber das kann doch nicht sein, ich fahre doch problemlos gerade aus! Probehalber fahre ich freihändig – kein Problem. Also halte ich an, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen – und muss lachen.

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Es sieht nicht so aus, aber ich fahre geradaus!

Denn die Lösung ist ganz einfach und liegt im Rahmenlayout des Honbike U4 begründet: Das Rahmenrohr zieht sich vom Lenkkopf in gerade Linie bis zur Hinterradnabe. Auf dem Weg nimmt es aber das Sattelrohr nicht auf, sondern verläuft an ihm vorbei. Damit das funktioniert, muss das Oberrohr aber leicht schräg verlaufen. Und das wiederum führt beim Blick während der Fahrt auf das Rahmenrohr zur optischen Täuschung, das der Rahmen des Honbike U4 verzogen wäre.

Antrieb des Honbike U4

Das Rätsel ist also gelöst und ich kann beruhigt weiter fahren. Diesmal nutze ich beim Anfahren die “Hill Start Assistance” um schneller auf Fahrt zu kommen. Das klappt ganz hervorragend und ich stelle fest, dass sie auch prima als Anfahrhilfe taugt.

Honbike hat den Pedelec-Antrieb gut abgestimmt. Bei Erreichen der Unterstützungsgrenze schleicht der Antrieb die Kraft langsam aus. Fällt die Geschwindigkeit wieder auf das erlaubte Maß setzt die Unterstützung sanft wieder ein. Ein wirklich gut kultivierter Antrieb.

Die seilzugbetätigten Scheibenbremsen des Honbike verzögern das E-Bike verlässlich und berechenbar. Für ungeübte Fahrerinnen und Fahrer ist das sanfte Ansprechen der Bremsen sicher ein Vorteil. Geübtere Fahrer wünschten sich vielleicht bissiger ansprechende Bremsen. Doch das ist der einzig wirkliche Kritikpunkt an einem sehr gelungenen E-Bike, bei dem der Preis überrascht.

Honbike U4, Fazit, Verfügbarkeit & Preis

Das E-Bike U4 von Honbike ist in weiß oder schwarz und bisher nur online erhältlich. Der Versand ist kostenlos, es gibt eine 14-tägige kostenlose Testphase und eine 2jährige Garantie – standard bei Online-Käufen. Sollte es ein Problem geben, hilft der Support weiter. Als Zubehör ist gegen Aufpreis beispielsweise ein Frontkorb und ein Gepäckträger erhältlich.

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Der Knaller ist aber der Preis: Aktuell steht das Honbike U4 mit 1.699€ im Webshop von Honbike zum Kauf bereit!

Für ein wirklich außergewöhnliches E-Bike, das definitiv nicht an jeder Ecke steht, ist das Honbike U4 für den Einsatz in der Stadt aktuell eines der preisgünstigsten und zudem stilistisch auffallendsten E-Bikes.

Wie es sich im Alltag schlägt, wie weit man tatsächlich mit einer Akkuladung kommt, ob und wie es die Teststeigung von VeloStrom schafft – das wird vielleicht ein Test des Honbike U4 zeigen.

Mehr zum Honbike U4 gibt es online unter www.honbike.com – auch in deutscher Sprache.

Teile der Serie “Erstaunliche Eurobike E-Bikes”

In dieser kleinen Serie erschienen bisher folgende Artikel:

1. Urtopia E-Bike mit Carbon-Rahmen

2. Urban E-Bike Honbike U4

3. Velomobil Hopper aus Augsburg

4. Aska S-Pedelec

[Text: [at], Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis
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2 Kommentare

  1. Der Link auf das Urtopia Carbon hat Utopia (ohne R) — und das ist ja nun eine andere Firma.
    Solche Fehler sind natürlich vorprogrammiert und es ist etwas fragwürdig, einen neuen Firmennamen so nahe an einem bestehenden zu verwenden. Wie wenn jemand eine neue Automarke Mercetes nennt.

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