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Fertig-Pedelecs Test & Technik

Im Test: Faltrad Tern Vektron Di7, kleines Rad auf großer Fahrt

Lesezeit etwa 16 Minuten

[at] Das Tern Vektron Di7 mit Bafang-Mittelmotor war einige Wochen bei VeloStrom zu Gast. Wie es sich geschlagen hat, lest ihr hier.

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Das Tern Vektron D7i ist bei VeloStrom weit rumgekommen (Klicken zum Vergrößern)

Falträder – kaum eine Radgattung wird meiner Meinung nach mehr unterschätzt als die kompakten Gesellen auf den kleinen Reifen. Besonders mit einem Pedelec-Antrieb versehen machen sie die Nachteile der kleinen Reifen vergessen:

Durch die kleinen Räder sind mehr Radumdrehungen für die gleiche Strecke notwendig als bei einem 28’’-Laufrad. Um das zu kompensieren werden deshalb am Faltrad größere Kettenräder verbaut, was die Übersetzung gerade in den Berggängen etwas zu lang werden lässt. Mit einem Pedelec-Antrieb ist das eben kein Problem mehr.

Dafür bleiben die anderen Vorteile eines Faltrades erhalten: Es macht sich bei Bedarf klein und kann dann ohne Zusatzkosten in Bus und Bahn, verpackt in einer Tasche sogar im ICE, mitgenommen werden. Oder macht das Mehrgewicht durch den Akku die Variabilität des Konzepts zunichte?

Bike in a box

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“Faltrad” heißt nicht zwingen “leicht” (Klicken zum Vergrößern).

Tern lieferte das Bike per Spedition in einer stabilen Transportbox auf Rollen, wie sie zum Beispiel auf Konzerten zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich sicher nicht um die normale Verpackung. Doch gerade bei einem Testbike macht die Verwendung einer solchen stabilen Box richtig viel Sinn: Zum einen ist das Rad geschützter und zum zweiten kann sie problemlos dutzende Mal verwendet werden. Wer das schon mal mit einem labberigen Versandkarton probiert hat, weiß wovon ich rede.

Beim Herausheben des kompakt gefalteten und in einer Tasche verstauten Tern Vektron Di7 wird sofort fühlbar, dass “Faltrad” nicht “leicht” bedeutet. Das kleine ist schon ein ganz schöner Brummer.

Nachdem ich das Vektron aus der Tasche befreit habe entfalte ich es natürlich zuerst. Eine große Doku dazu braucht es nicht, auch wenn ich mich zunächst etwas ungeschickt anstelle. Doch bei jedem weiteren Mal geht das Entfalten einfacher und schneller von statten, was auch für den Faltvorgang gilt. Hier im Video wird zwar das Vorgängermodell gefaltet, der Vorgang ist aber identisch.

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Nach dem Entfalten schlägt für das Tern Vektron Di7 die Stunde der Wahrheit: Es muss zur Waage, die bei 24,27 kg stehen bleibt. Ein normaler Wert für jedes Pedelec, doch wie gesagt ein Gewicht was man dem kleinen Bike nicht zutraut.

Zur Vollständigkeit halber habe ich auch den Akku separat gewogen: Mit 2,45 kg ist der relativ leicht. Rein rechnerisch wiegt das Tern also ohne Akku 21,82 kg, das deutet auf einen massiven Rahmen oder einen recht schweren Motor hin.

Bevor es los geht mache ich mal einen Gang ums Bike.

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Das Tern Vektron D7i strahlt schon im Stand Solidität aus (Klicken zum Vergrößern).

Das Tern Di7 ist laut Hersteller für die preissensible Kundschaft gedacht und deshalb mit einem Bafang-M400-Mittelmotor statt eines des Platzhirsches Bosch ausgestattet. Für mich ist es der erste Kontakt mit einem Bafang-Mittelmotor, entsprechend gespannt bin ich. Optisch ist er vor allem von der linken Seite präsent, auf der rechten Seite wird er durch das große Kettenrad etwas verdeckt.

Besonders bei einem Faltrad sind Klapppedale sinnvoll. Die hier verbauten machen einen qualitativ hochwertigen Eindruck, was sich auch auf den Faltmechanismus bezieht. Der Eindruck bestätigte sich im Verlauf des Tests. Habe ich sonst bei Faltpedalen während der Fahrt oft das Gefühl, dass die Pedale leicht nach unten geneigt sind, fühlen sich die am Vektron stabil und vertrauenserweckend an, wie nicht faltbare Pedale.

Die beiden Stummel unter dem Motor sind die Stützen, auf denen das Vektron im gefalteten Zustand steht. Das Testmodell verfügte zudem über einen zweiarmigen Mittelbaudoppelständer und steht damit auch beladen sehr sicher.

“Beladen” ist das richtige Stichwort: Der Gepäckträger macht einen sehr stabilen Eindruck, besonders die dicken Rohre der oberen Platte erwecken den Eindruck, man könne auch einen Elefanten mitnehmen. Zusätzlich windet sich ein etwas dünneres Geröhr um die Seiten des Hinterrades, so dass eine Seitentasche gut gestützt und der Träger sinnvoll verstärkt wird. Das Rücklicht ist gut vor Umfallern geschützt unter dem Gepäckträger montiert.

Zwischen Gepäckträger und Sattelstütze ist der Akku schwerpunktgünstig und durch die breiten Rahmenrohre gut geschützt montiert. Er ist natürlich abschließbar, für das Abnehmen des Energiespeichers ist recht viel Kraft notwendig denn er sitzt sehr stramm.

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Das Display zeigt alle wichtigen Daten (Klicken zum Vergrößern).

Die Sattelstütze ist zweigeteilt und per Schnellverschluß verstellbar. Eine Spezialität von Tern: Auf diese Weise ist ein hoher Auszug möglich, ohne allzu viel Stabilität einzubüßen. Für richtig große Menschen dürfte aber die Sitzposition dann sehr sportlich werden, da die Lenkerhöhe nicht verstellbar ist. Für mich mit meinen 179 Zentimetern passt die Sitzposition gut.

Am rechten Lenkerende sind die Hebel für die Alfine untergebracht, am linken Lenkerende finde sich das große Display des Antriebs, das alle wichtigen Infos parat hält: Akkustand, aktuelle Geschwindigkeit, Tageskilometer, Gesamtstrecke und gewählte Unterstützungsstufe. Letztere wird über zwei gummierte Tasten unterhalb des Displays gewählt, der “on”-Schalter ist auf der Rückseite montiert.

Gebremst wird übrigens mit Scheiben von Shimano die Hände ruhen auf geschraubten Griffgummis mit Handballenauflage.

Zwischen den Schnellspannhebeln zur Anpassung der Lenkerhöhe ist die Frontleuchte montiert, die mit Strom aus dem Akku gespeist wird.

Und los geht’s

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Über dem On-Schalter liegen die LED’s zur Akkustandsanzeige, die vom Rahmen leider teilweise verdeckt werden (Klicken zum Vergrößern).

So genug geschaut, jetzt muss das Bike zeigen was es kann. Zum Aktivieren des Antriebs muss der kleine Folientaster am Akku gedrückt werden. Über dem Folientaster liegen die LED’s zur Akkustandsanzeige, vom Rahmen leider teilweise verdeckt werden. Jetzt noch etwas länger den “on”-Schalter am Lenkerdisplay drücken und das System ist aktiviert.

In der ersten Stufe verhält sich der Bafang-Antrieb noch sehr verhalten, wie jeder andere Antrieb auch, jede weitere Stufe steigert jedoch sein Temperament. Akustisch ist er erstaunlich zurückhaltend, ohne große Last klingt er etwas wie Schutzzblechstreben, die im Fahrtwind sirren, wird er mehr gefordert hört er sich an wie Zahnräder in einer Dose, was ja auch irgendwie stimmt. Allerdings: Die Beschreibung klingt jetzt wesentlich schlimmer als es ist, ich empfand die Geräuschkulisse zu keiner Zeit störend.

Die erste Fahrt geht zum Einrollen zur Eisdiele – natürlich nicht zur nächstgelegenen. Unterwegs überrascht mich das Vektron erneut positiv. Die Sitzposition ist für mich angenehm, etwas sportlich aber wohl auch langstreckentauglich. Die Geometrie fühlt sich trotz der kleinen Räder sehr erwachsen an. Trotz enormer tern_vektron-d7i_antriebHandlichkeit ist die Stabilität des Tern enorm. In den Faltgelenken ist keinerlei Spiel zu fühlen, der Rahmen fühlt sich sehr steif an.

Dank der E-Unterstützung ist es kein Problem mit einem 28’’- Pedelec mitzuhalten und auch oberhalb der Unterstützungsgrenze macht das Vektron Di7 Spaß: Der Bafang entkoppelt darüber und so muss man nicht zusätzlich zum Wind den Widerstand des Motors überwinden.

Die Sensorik des Antriebs agiert sehr sensibel, das vorsichtige Umfahren von Drängelgittern stellt auch in der höchsten Unterstützungsstufe keine besonderen Herausforderungen an den Fahrern. Auch größere Steigungen lassen sich schweißfrei bewältigen, auch wenn der M400 dabei gefühlt nicht so kräftig zulangt wie andere Antriebe. Hilfreich ist da sicherlich auch die etwas bessere Abstufung der im Testbike verbauten Alfine 8; in der Serie wird es eine Alfine mit 7 Gängen sein.

Im Pendlereinsatz

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Der Gepäckträger flößt Vertrauen ein (Klicken zum Vergrößern).

Wenngleich Falträder eher Könige der Kurzstrecke sind, macht das Tern mit seiner vollständigen Ausstattung durchaus den Eindruck, auch als Pendlerbike tauglich zu sein. Deshalb werde ich natürlich auch mit ihm ins Büro pendeln. Die vorbereitungen sind, denke ich, schnell erledigt, immerhin müssen nur die Haken der Ortlieb-Tasche auf das passende Maß eingestellt werden. Doch ich habe mich ein wenig verschätzt: Die Rohre des Gepäckträgers sind vom Durchmesser so groß, dass sich die Taschen nur mit Nachdruck befestigen lässt. Das sind an dieser Stelle ein, zwei Millimeter zu viel des Guten.

Damit ich mit Schuhgröße 46 mit der Ferse beim Pedalieren nicht an die Tasche stoße, muss ich selbige weit hinten auf dem Träger montieren. Dank genügend Platz ist das aber kein Problem, jedoch verschiebt es den Schwerpunkt nach hinten.

Am nächsten Morgen nehme ich meine übliche Pendlerstrecke in Angriff. Das Tern Vektron macht Laune, bei der ersten zügigen, wenn auch kurzen Abfahrt, bestätigt sich der Eindruck der hohen Stabilität. Und das trotzt einseitiger Last am Gepäckträger. Die mit dem Spritzschutz versehenen Schutzbleche sind prima dimensioniert und bewähren sich auch bei feuchter Straße. Der Antrieb, in höchster Stufe betrieben ermöglicht trotz der kleinen Räder zügiges Vorankommen und die Schwalbe Big Apple vermitteln einen erstaunlichen Komfort auf ruppiger Strecke.

Auf gut geteertem Radweg läuft das Tern Vektron ruhig und geschmeidig geradeaus. Ich bin mit gut 26 km/h unterwegs als mich ein Rennradfahrer überholt. Als der ein paar dutzend Meter weit weg ist, erwacht beim mir der urtümlich, typisch männliche Jagdtrieb: Ich gehe in den Wiegetritt und lege los.

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Die stabilen Faltpedale am Tern Vektron D7i (Klicken zum Vergrößern).

28 km/h, 29 km/h, 30 km/h…der Rennradler kommt etwas näher. Da vorne kommt eine kurze Rampe, er verliert etwas an Speed, was mich schneller näherbringt. Die Rampe hoch, oben bin ich bei knapp 25 km/h, der Bafang springt an. Nur um kurz darauf wieder auszukuppeln, als die Geschwindigkeit abwärts auf 31 km/h ansteigt. Der Rennradler kurbelt locker, während ich schon langsam meine Grenze erreiche, 32 km/h, 34 km/h. Ich kurbele wie ein Wahnsinniger und hänge irgendwann im Windschatten des Rennradlers.

Nur kurz verschnaufen. Vom Vordermann kommt keine Reaktion, er hört Musik. Und ich würde uns beide jetzt gerne als Außenstehender sehen. Jetzt gilt’s, die Gerade ist lange genug, Angriff.

Ein kräftiger Antritt, ich schäle mich aus dem Windschatten, beuge den Oberkörper weit über den Lenker. Der Tacho des Tern vermeldet 35 km/h, dann 36 km/h, als ich auf Höhe des Lenkers des Rennradlers ankomme. Ein Blick mit einem breiten Grinsen meinerseits nach rechts fällt auf ein versteinert dreinblickendes, ausdrucksloses Gesicht. Schade, ein humorloser Rennradler. Nach ein paar Dutzend Metern muss ich abreißen lassen. Der Rennradler zieht ohne Gruß weiter, während ich mit pfeifenden Lungen ausrollen lasse.

Ich muss lachen, kriege aber kaum Luft: Mit einem Faltrad, dank einseitigem Gepäck in etwa so aerodynamisch wie Buckingham Palace, bei Temperaturen unter 5 Grad auf dem Weg ins Büro einen Sprint mit einem Rennradler auszufechten, ziemlich dämlich. Aber Spaß hat’s gemacht. Und gezeigt, dass es mit einem Faltrad auch zügig zur Sache gehen kann.

Ein paar Tage später geht es mit dem Frühling so richtig los und das Tern darf auf die erste etwas größere Tour. Nach mehr als 50, zugegebenermaßen eher flachen Kilometern, war der Akku noch zu einem Viertel gefüllt. Auf dieser Tour konnte das zum Test mitglieferte Drypack seine Tauglichkeit das erste Mal unter Beweis stellen. Mit einer speziellen, am Taschenende “fern”bedienbaren Befestigung wird die Tasche an einer Verstrebung des Gepäckträgers in Längsrichtung befestigt. Diese Fixierung hält zuverlässig und klapperfrei. Die Tasche selbst ist recht geräumig und per Rollenverschluß wasserdicht verschließbar. Zwar bietet die Tasche im Inneren keine Untereilung, dafür ist sie auf der linken Seite mit einem Reißverschluß- und auf der rechten Seite mit einer Netztasche versehen, beides ideal für Kleinteile.

tern_vektron-d7i_bahnsteigEin Faltrad heißt Faltrad weil’s faltbar ist

Wer sich für ein Faltrad interessiert, denkt vermutlich vor allem daran, es für die erste oder letzte Meile zu nutzen. Zum Beispiel vom oder zum Bahnhof oder vom Parkplatz ins Büro. Für beides ist das Tern gut geeignet, da der Falt- bzw. Entfaltvorgang nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt.

Vorausgesetzt, man ist in der Lage das mit über 24 kg doch recht schwere Päckchen in den Zug oder den Kofferraum zu heben. Dem Einsatz am Bahnsteig kommt zu Gute, dass sich das Vektron Di7 auch gefaltet mit etwas Übung schieben lässt, doch beim Verstauen im Kofferraum ist die passende Muskulatur sehr von Nutzen.

ern_vektron-d7i_kofferraumPrinzipiell ist aber sowohl der Transport im Zug als auf im Auto kein Problem. Vor allem die trickreiche automatische Arretierung von Hinterrad und umgeklapptem Vorderrad per Magnetkraft ist sehr praktisch und vereinfacht das Handling mit dem Radpäckchen enorm.

Tern verspricht, dass diese “Magnetix” genannte Verriegelung bis zu 15 kg Zugkraft standhält. Die umgeklappte Lenksäule wird mit einem stabilen Gummi-Lochband fixiert, das vermeidet Klappern und eingeklemmte Finger. Der Zweiarmständer am Bike sorgt neben einem stabilen Stand dafür, dass das Vektron zum Falten nicht angehoben werden muss. Die Faltmechanimus ist solide und gut durchdacht, die Schlosser verriegeln automatisch. Man merkt an jeder Stelle, das im Tern viel Erfahrung steckt.

Nicht umsonst wird der Mechanismus vielfach kopiert. Unter anderem von chinesischen Billigfalträdern, die, unmotorisiert, teils für weniger als dreihundert Euro zum Beispiel auf Ebay verhökert werden. Vor zwei, drei Jahren konnte ich der Versuchung nicht widerstehen – und habe es bitter bereut. Denn bei dem erstandenen Bike handelte es sich um fabrikneuen Schrott in miserabler Qualität und entsprechend labberig beim Fahren und Falten.

Doch das Tern D7i und sicher auch die unmotorisierten Modelle, ist da von komplett anderem Kaliber.

Kleines Rad auf großer Fahrt

tern_vektron-d7i_shuttleAuch als Shuttle taugt das Tern Vektron Di7 prima, wenngleich es gefaltet im Wohnmobil nicht so richtig gut unterzubringen war. Deshalb stand es auf der Urlaubsreise dann auch auf dem Heckträger. Das klappt, nicht sehr überraschend, dank der kompakten Maße sehr gut. Auf der Anfahrt wurde das Bike kräftig geduscht, teils gab es in den Kasseler Bergen sogar Schneefall. Weder das eine noch das andere konnte Rad oder Antriebskomponenten etwas anhaben.

Am Ziel brilliert das Vektron Di7 auf den Strecken des Ostseeküstenradwegs ¹ zwischen Boltenhagen und Arenshoop. Die Sitzposition beweist ihre Langstreckenqualitäten und bietet gemeinsam mit der Bereifung auch genügend Komfort. Und die breiten Big Apple taugen sogar für den ein oder anderen (nicht zu tief-)sandigen Abschnitt. Die Strecken bis zu 75 Kilometern stellen auch den Akku nicht vor große Herausforderungen.

tern_vektron-d7i_ostseekuestenradwegDoch das Abnehmen des Energiespeichers ist auch nach mehreren Durchgängen nach wir vor mühsam: Trotz günstig platzierter Griffmulde ist das gleichzeitige Ziehen und Schlüsseldrehen ein kleiner Kraftakt, den die verschraubte Griffmulde irgendwann mit einem trockenen Knacken quittiert. Besonders ärgerlich ist, dass dadurch der Garantieaufkleber beschädigt wird. Da sollte Bafang noch einmal nachbessern. Und wo ich gerade dabei bin: Die Zeit bis zum automatischen Abschalten des Systems könnte auch etwas länger sein. So ist es öfter vorgekommen, das nach Aktivierung noch ein kleiner Schwatz mit wissbegierigen Passanten dafür sorgte, dass ein erneuter Bückling zum Schalter am Akku notwendig war.

Fazit

tern_vektron-d7i_strand_abendDas Tern Vektron Di7 überrascht im Test durch seine schier unerschütterliche Stabilität. Selbst bei einseitiger Beladung kann bei zügigen Bergabfahrten der Lenker losgelassen werden ohne dass sich das Bike aufschaukelt. Da kann so manches nicht faltbare Rad nicht mithalten. Trotz, oder vielleicht gerade wegen dieser Stabilität ist die Handlichkeit enorm und trägt viel zum Fahrspaß bei.

Ein weiterer dicker Pluspunkt ist die Variabilität: Ob Kurzstrecke oder Langstrecke, Bike und Akku sind für beides gut. Die Kehrseite der Medaille: Durch den recht schweren Akku wird das Handling des gefalteten Tern Vektron Di7 mit 24,27 kg für manchen grenzwertig. Entfaltet wiederum kaschiert die gelungene Gewichtsverteilung durch den zentral montierten Akku sowie Motor das Gewicht sehr wirkungsvoll. Allerdings sollte Bafang die Griffmulde des Akkus überarbeiten und die Befestigung verstärken.

Die Komponentenwahl am Tern ist durchdacht. Die Schaltung agiert knackig und präzise, die Shimano-Bremsen haben auch mit dem vollbeladenen Faltrad keine Probleme und die Big Apple sorgen für tollen Komfort. Der Bafang M400-Antrieb ist mit nominell bis 80 Nm kräftig, akustisch recht zurückhaltend und hilft, die Nachteile der kleinen Bereifung zu kompensieren. Allerdings macht er das Tern nicht zu einer Bergziege, an manchen besonders steilen und langen Anstiegen ist ein spezialisierteres Rad sicher im Vorteil.

tern_vektron-d7i_strand_gegenlichAber genau das, nämlich spezialisiert, will das Tern Vektron nicht sein. Seine Stärke ist die Vielseitigkeit. Es macht sich klein wo nötig, taugt als Shuttle oder Alltagsbike, zum Einkaufen genauso wie zum Reisen.

Es ist nicht “entweder-oder” sondern “sowohl-als-auch” und damit besonders für all jene interessant, die beispielsweise zu Hause wenig Platz für Zweit- oder Drittrad haben oder schlicht eine “eierlegende Wollmichsau” suchen.

Denn daran ist das Tern Vektron Di7 zum Preis von 2.399€ (Stand 05/2019) sehr nah dran.

Nähere Informationen zum Bike sind online unter www.ternbicycles.com  zu finden.

Mein Dank geht an Tern für das kostenfrei für den Testzeitraum zur Verfügung gestellte Rad.

[Text & Fotos: VeloStrom]

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¹ Übrigens: Die bei den Fahrten entstandenen CO2-Emissionen wurden durch einen Spende an Plant-for-Planet kompensiert. 

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VeloStrom.de
Alexander Theis