Patrick Kaulen
Interview

Interview: 10 Fragen an Patrick Kaulen – Head of Sales DACH bei Klättermusen

Lesezeit etwa 4 Minuten

Seit über 40 Jahren können sich Outdoor-Enthusiasten bei Wind und Wetter und in unvorhersehbaren Situationen auf die Produkte verlassen. Dabei verfolgt KLÄTTERMUSEN von Beginn an einen kompromisslos nachhaltigen Ansatz. So sind die Produkte beispielsweise schon seit 2008 PFC-frei. Jedes Produkt ist so gefertigt, dass es ein Leben lang hält und einen umweltschonenden Lebensstil ermöglicht. Seit kurzem ist Patrick Kaulen Head of Sales Central Europe bei Klättermusen. 

1) Wieviel Prozent Ihrer wasserdichten Artikel sind PFC frei?

Patrik Kaulen: 100% unserer wasserdichten und 100% unserer restlichen Artikel sind PFC, PTFE und PFOA frei. Und das seit 2008.

2) Welche Alternativen zu PFC machen Ihre Artikel wasserdicht?

Patrick Kaulen
Patrick Kaulen, Head of Sales Central Europe bei Klättermusen

Patrik Kaulen: Wir verwenden erstens eine Membrane aus recyceltem Polyurethan (PU). Diese ist eine geschlossene Membrane aus hydrophilen und hydrophoben Molekülen. So gewährleisten
wir nicht nur ein 100% wasserdichtes Produkt, sondern auch eine wasserdampfdurchlässiges Produkt. Zudem verzichten wir bei der DWR ( Anm.d.R.: „Durable Water Repellency“, etwa “dauerhaft wasserabweisend”) auf PFOA, stattdessen verwenden wir ein DWR aus Silikonen, Paraffinen und Dendrimen.

3) Welche Recyclingfasern verwenden Sie?

Patrik Kaulen: Wir verwenden folgende Recyclingfasern: Recyceltes Polyamid aus industriellen Fischnetzen, Verpackungen und alten Teppichen, recyceltes Polyester aus PET Flaschen, recycelte Wolle aus alten Produkten, Wuru recycelte Wolle, Econyl regeneriertes Nylon, Ultramid Biomass Balance Polyamid und PrimaLoft Gold.

4) Wie viel Prozent Ihrer Chemiefaser-Modelle sind aus Recyclingfasern hergestellt?

Patrik Kaulen: 97%


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5) Welche nachwachsenden Rohstoffe verwenden Sie?

Patrik Kaulen: Wolle, Organische Baumwolle, Tencel, Seide, Merinowolle, Baumwolle, Daune und Leinen.

6) Wie sparen Sie Wasser und Energie in der Produktion?

Patrik Kaulen: Wir arbeiten nur mit Produktionsstätten zusammen, die unseren Ethos und unserem Code  of Conduct zu 100% verschrieben sind. Das heißt, wir versuchen z.B. mit wenigen
Produktionszyklen auszukommen, auf Solar und gute Wasserfilterqualität zu achten und den Einfluss von unserer allgemeinen Produktion und unser Handeln auf die Natur zu  minimieren. Dadurch, dass wir unter anderem auf PFOA freie DWR setzen, fällt bei der Produktion das mehrfach Durchspülen der Fasern weg. Das minimiert den Einfluss auf die Wasserqualität.

7) Wie reduzieren Sie ihren CO2-Fußabdruck in der Produktionskette?

Patrik Kaulen: Wir kaufen nur zweimal im Jahr ein. Das bedeutet, dass wir mit unserer Lagerplanung sehr genau sein müssen, aber auch dass wir nicht nachkaufen können. Das mindert aber den CO2-Fußabdruck in der Produktionskette enorm. Zudem lassen wir viele Produkte in Europa fertigen, das vermindert die Transportwege und logischerweise auch den CO2-Fußabdruck. Auch indem wir nachhaltigere Verpackungen verwenden, können wir bis zu
80 % CO2-Emissionen im Vergleich zu Einwegmüll sparen.

8) Wie vermeiden Sie Mikroplastik?

Patrik Kaulen: Wir verwenden z.B. keine „normalen“ Fleece, denn diese haben einen hohen Anteil an ausscheidbarer Mikroplastik. Zudem setzen wir stark auf Recyclingfasern und natürliche
Materialien. Diese sind biologisch abbaubar und deutlich schonender für die Umwelt. Wir sind der Meinung, dass wir lieber Materialen verwenden, die keine Probleme bereiten, als Materialen zu verwenden, die später Probleme bereiten und dann eine Lösung gesucht wird. Unserer Ansicht nach sollte die Industrie hier handeln. Denn die Schwierigkeiten im Bezug auf Mikroplastik sind lange bekannt.

9) Wie sparen Sie Plastik in Produktion und Verpackung ein?

Patrik Kaulen: Wir kooperieren seit diesem Jahr mit RePack, wiederverwendbare, returnierbare und recycelte Verpackungen aus recycelten Materialien. So können wir gemeinsam bis zu 80 % CO2-Emissionen im Vergleich zu Einwegmüll sparen.  Zudem versuchen wir gerade, eine alternative zu Plastikfolien zu finden, die bei den meisten Lieferanten und Versendern zur Pflicht gehören. Wenn wir jedoch Plastik verwenden, dann nur recyceltes Plastik.

10) Welche Nachhaltigkeits-Zertifikate haben Sie?

Patrik Kaulen: Das strengste und unabhängigste Zertifikat: GOTS. Zudem Bluesign und das RDS-Responsible Down Standard Zertifikat. Wir achten extreme darauf, was wir einkaufen, daher kaufen wir keine Fasern/Materialen  von der Stange, sondern lassen alle Materialien nach unseren eigenen Vorgaben fertigen  und produzieren. Nur so können wir auch die Lieferkette zu 100% kontrollieren und unsere Nachhaltigkeit rechtfertigen und „beweisen“.

[Text & Fotos: Klättermusen]

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Alexander Theis