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Test & Technik Zubehör

Test: Helm für’s S-Pedelec KED MITRO UE-1 MIPS

Lesezeit etwa 6 Minuten

[at] Der KED MITRO UE-1 MIPS ist nach den Normen N 1078  und NTA 8776 zertifiziert und damit auch für S-Pedelecs geeignet. Ich hatte Gelegenheit ein Vorserienmodell zu testen.

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KED MITRO UE-1 MIPS: Elegant in der Farbversion ” blue grey”.

Wie ein Vorserienmodell sah der Helm nicht aus, den ich aus dem Paket holte, eher wie ein Serienmodell. Der Mitro bietet einige Besonderheiten, auf die ich im Folgenden noch eingehen werde.

Hier für die eiligen Leser erst einmal die technischen Details:

  • BOA®
  • MIPS®
  • Inmold-Technologie
  • K-Strap Gurtverteiler
  • Fidlock® Gurtschloss
  • 6 Ventilationsöffnungen
  • EN 1078 und NTA 8776
  • Größen (cm): 52–58 (M), 58–61 (L)
  • Gewicht (g): 350 (M), 370 (L)
  • Farben: neon green / black / white blue / blue grey
  • UVP: 159,95 €

Erster Eindruck

Wie schon geschrieben, wie ein Vorserienmodell sah das Testexemplar nicht aus. Das Finish der eleganten Oberfläche im Farbverlauf “blue grey” begeisterte mich durch die Textur: Glatt und doch griffig, wie aus einem Guß. Das kann man schlecht beschreiben, man muss es einfach erleben.

Als ich mich mit Helm im Spiegel sah musste ich sofort an einen Reiterhelm denken. Eine Assoziation, die nicht nur mir sofort in den Sinn kam. Möglicherweise liegt es daran, dass KED auch Reiterhelme produziert? Auf jeden Fall ist es nicht unpassend, oder?

ked-mitro-ue-1-mips-boaVon der Passform her fällt der KED MITRO UE-1 MIPS eher groß aus. Ich habe einen Kopfumfang von 58 cm, das Testexemplar lag in “M” vor, also hätte es satt, fast ein wenig zu eng, sitzen müssen. Überraschender Weise war der Helm aber tatsächlich zu weit. Dank des BOA-Systems konnte ich den Hut aber einfach und schnell auf die passende Weite einstellen. 

Und damit wäre ich schon bei einer Besonderheit: Das BOA®-System reguliert die Größe des Helms über einen Seilzug. Der Mechanismus ist sehr leichtgängig und angenehm gerastert und das Einstellrad schön griffig. Der Einstellbereich ist enorm groß, dass auch noch eine Scull-Cap oder die Kapuze der Paramo Velez-Jacke problemlos drunter passt.

Die Polsterung des Helms ist sehr angenehm, nirgends scheuern scharfe Kanten oder Grate. Das MIPS®-System soll die Rotationsbewegungen reduzieren, die durch seitliche Stöße auf den Kopf auf das Gehirn übertragen werden. Das musste ich zum Glück nicht ausprobieren. 


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Mehr zum MIPS®-System

 

Fahrradhelm: MIPS fordert eine branchenweite Prüfnorm

 


Den K-Strap-Gurtverteiler dagegen konnte ich ausprobieren, er funktioniert leichtgängig genug, um eine einfache Verstellung zu gewährleisten aber schwer genug um unbeabsichtigte Änderungen zu vermeiden. Der Verschluss mittels Fidlock® Gurtschloss ist für mich immer noch erste Wahl, da es ganz ohne Fummelei einfach und sicher funktioniert.

ked-mitro-ue-1-mips-alex-ohne-kapuzeBeim Fahren

Der Fahrradhelm KED MITRO UE-1 MIPS macht optisch den Eindruck einer eher geschlossenen Schale, die Lüftungsöffnungen bleiben dezent. Trotzdem ist es den Konstrukteuren gelungen, eine gute Durchlüftung sicherzustellen.

Meine Probefahrten fanden bei, für diesen Winter außergewöhnlich niedrigen, Temperaturen um Null Grad statt. Hatte ich auf Grund der Optik zuerst vermutet, keinen Kopfschutz zu benötigen, so zog ich nach ein paar Minuten dann doch die Kapuze unter den Helm. Gerade beim S-Pedelec, für das der Helm ja zugelassen ist, wird es ja durch den Fahrtwind gerne etwas frischer. Ich bin mir sehr sicher, dass man auch im Sommer unter dem Mitro nicht übermäßig in Schwitzen gerät.

ked-mitro-ue-1-mips-gewichtDer Helm trägt sich sehr angenehm, neben der guten anpassbaren Passform trägt dazu sicher auch das erstaunlich geringe Gewicht von 380 Gramm bei. Zum Vergleich: Der “Pedelec 2.0 ACE Silver Edition” von Abus wiegt 495 Gramm (ohne Ohrschützer und mit Visier). Diese 105 Gramm Differenz spürt man beim Aufsetzen sofort und sie sind insbesondere beim Drehen des Kopfes ebenfalls zu spüren. Während sich der Abus Pedelec 2.0 ACE sehr schwer anfühlt, gleicht das Tragegefühl des KED Mitro UE-1 MIPS eher dem Tragegefühl eines “normalen” Fahrradhelms.

Die Schutzwirkung soll durch das geringere Gewicht gleichwohl nicht beeinträchtigt sein, dafür bürgt das Bestehen der Anforderungen der Prüfnorm NTA 8776.

Große passive Schutzwirkung geht vom langgezogenen, in den großflächigen Reflektor integrierten Rücklicht aus. Es kann stetig leuchten oder blinken. Die Bedienung erfolgt intuitiv über einen großen, griffigen und gut zu erreichenden Gummitaster. Neben diesem ist der Micro-USB-Anschluss für das Aufladen des Akkus angeordnet, gut vor Spritzwasser durch eine Gummiabdeckung geschützt.


Mehr Infos zu Helmen von KED

3 neue Helme von KED, 2 davon nach NTA 8776-Normked-pector

 

 


Fazit

ked-mitro-ue-1-mips-hinteransicht-ruecklichtBeim KED MITRO UE-1 MIPS handelt es sich um einen eleganten, fast automobil gestylten Kopfschutz. Der Helm trägt sich sehr komfortabel und ist dank des BOA-Systems vielfach verstellbar. Die Sicherheitsausstattung ist komplett, als Besonderheiten sind hier MIPS und das großflächige Rücklicht herauszustellen.

Das der Helm trotz bestandener NTA 8776-Prüfung so leicht geraten ist, macht ihn insbesondere für Menschen geeignet, die sowohl Pedelec als auch S-Pedelec fahren. Und so nicht mehr überlegen müssen, ob sie den zum Bike gerade passenden Helm tragen.

Der Preis ist mit 159,95 € (UVP, Stand 02/2020) meiner Meinung nach angemessen, insbesondere, weil man im Zweifel nicht zwei Helme braucht. Aber ich wiederhole mich. 😉

Mehr Informationen gibt es online unter ked-helmsysteme.de.

Mein Dank geht an den Hersteller für das kostenfreie zur Verfügung stellen des Helms für den Test.

[Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis