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Zubehör

Test: TriEye, Radbrille mit integriertem Spiegel

Lesezeit etwa 6 Minuten

[at] Die Besonderheit der Radbrille “TriEye” ist ein im Glas integrierter Spiegel. Ich konnte die innovative Brille bereits einem Test unterziehen.

Ein Rückspiegel am Rad erhöht die Sicherheit beim Radfahren, ist aber gleichzeitig bei vielen Radfahrern, meist aus optischen Gründen, verpönt. Mit der Radsportbrille “TriEye” aus Norwegen soll das optische Problem gelöst sein: Der Spiegel ist in der linken Kunststoffscheibe der Brille integriert.

Das fanden die Besucher des Start-Up-Awards auf der diesjährigen Eurobike so überzeugend, dass TriEye die Auszeichnung ‚Public’s Choice‘ erhielt. Doch wie verhält sich die Brille im Alltag?  Das konnte ich für euch schon mal ausprobieren.

Lieferumfang

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Lieferumfang.

Die TriEye kommt in einer sehr stabilen und wertigen Tasche, die einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck macht.

Nach dem Öffnen des robusten Reißverschluß fällt der Blick auf die in ausgeformten Schaumstoff eingebettete Brille nebst Zubehör. Im Einzelnen sind das:

  • montierte “TriEye” mit verspiegelten Kunststoffscheiben
  • Wechselglas, dunkel getönt
  • Wechslglas, klar
  • 2 Ersatzbügel
  • 4 Ersatzschrauben
  • Microfaserbeutel

Laut Aufkleber auf den Kunststoffscheiben verfügen alle Wechselscheiben über einen “UV400-Schutz”. Das bedeutet, das die Gläser ultraviolette Strahlen (“UV”) bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern ausfiltern. Damit werden die für das Auge als schädlich angesehenen UV-B und UV-A-Strahlen von allen Scheiben der “TriEye” ausgefiltert.

Sympatisch: Sowohl auf der Tasche als auch auf dem Brillenbügel ist sehr dezent die norwegischen Nationalfarben angebracht – ein kleiner Hinweis auf das Herkunftsland der TriEye.

Haptik und Optik

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Die TriEye kommt in einer  stabilen Tasche.

Alle Bestandteile der Lieferung machen einen hochwertigen Eindruck. Die Ränder der Kunststoffscheiben sind sorgfältig entgratet, die Bügel lassen sich mit leichtem Widerstand aber trotzdem leicht genug aufklappen. Sie sind im Ohrbereich rutschhemmend ausgeführt und fühlen sich sehr angenehm an, gleiches gilt für das Nasenpad. 

Etwas unangenehm ist der Geruch nach Kunststoff, der jedoch nach kurzer Zeit an der frischen Luft verflog.

Bei der ersten Anprobe sitzt die “TriEye” an meinem Kopf direkt sehr gut, die Bügel drücken nicht, das Nasenpad liegt angenehm an. Die Brille ist gut ausbalanciert, das Mehrgewicht des Spiegels auf der linken Seite stört mich beim Tragen nicht.

Zwischen Stirn und Brille ist etwas “Luft” und an der Fassung sind vier lange Belüftungsöffnungen angebracht. Beides dürfte dafür sorgen, dass die Beschlagneigung der Brille beim Schwitzen verhindert wird. Laut Hersteller verfügt der Spiegel über einen Anti-Fog-Beschichtung.

Alle Wechselscheiben und auch der Spiegel sind aus Polycarbonat gefertigt und demnach leichter und bruchsicherer als Glas.

Spieglein, Spieglein…

Am linken unteren Rand der linken Kunststoffscheibe ist der kleine Spiegel der “TriEye” untergebracht. Von außen bzw. vorne geschützt durch ein deutlich erhabenes, schwarzes Gehäuse.

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Man sieht überraschend viel (Klicken zum Vergrößern).

Setzt man die Brille zum ersten Mal auf irritiert interessanterweise zuerst die “Aussparung” im linken Rand des Blickfelds. Brillenträger kennen das Gefühl wenn man bei einer neuen Brille zunächst die Ränder als störend wahrnimmt.

Als ich meine Aufmerksamkeit bewusst auf den Bereich des eingebauten Spiegels lenke kann ich tatsächlich etwas erkennen, kann es aber zunächst nicht einordnen; es dauert offenbar einen Moment bis das Hirn versteht, was da passiert.

In Fahrposition auf dem Rad sitzend fällt mir auf, dass das Blickfeld des Spiegels nicht passt, irgendwie sehe ich nicht das, was ich erwarte. Des Rätsels Lösung: Der kleine Spiegel ist beweglich angebracht und lässt sich wie ein üblicher Rückspiegel am Auto einstellen! Bis die richtige Einstellung gefunden ist dauert es einen Moment, aber dann passt es. 

Mit entsprechendem Fingerspitzengefühl kann das Spieglein auch während der Fahrt mit der Fingerspitze verstellt werden.

…auf dem Rad

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Das Spiegelgehäuse im linken Glas stört weniger als gedacht.

Die “TriEye” benötigt im Straßenverkehr tatsächlich zunächst etwas mehr Aufmerksamkeit als gedacht.

Doch gelingt es mir bereits nach wenig Eingewöhnung, das rückwärtige Geschehen mit einem kurzen “Aufmerksamkeitsschwenk” aus dem Augenwinkel wahrzunehmen. Bewege ich dabei den Kopf ein wenig kann ich das Blickfeld abschwenken und nimme damit noch mehr wahr. 

Je öfter ich mit der “TriEye” unterwegs war, je unbewusster nutzte ich das Rückspiegelchen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel man mit der doch eher kleinen Spiegelfläche wahrnimmt. Entgegen der ersten Annahme irritierte mich das “gleichzeitige” Sehen von rückwärtiger Ansicht und Sicht nach vorne tatsächlich nicht. 

Etwas störend wirkt das Spiegelgehäuse allerdings beim Schulterblick, möglicherweise bedingt durch die im Gegensatz zum Rennrad eher aufrechte Sitzhaltung beim für den Test benutzten Pedelec.

Entgegenkommende Radfahrer schienen etwas irritiert, manch einer vermutet vielleicht ein Kamera. 

Fazit:

Wer nach einem möglichst unauffälligen Spiegel sucht ist mit der “TriEye” sicher gut bedient. Nach passender Einstellung des Spiegels und etwas anfänglicher Gewöhnung ist der Umgang sehr problemlos. An die Erweiterung des Sichtfelds gewöhnt man sich rasch, dass der Schulterblick beim Linksabbiegen etwas sorgfältiger ausfallen muss als ohne die Spiegelbrille erfordert etwas längere Gewöhnung.

Menschen mit wallenderem Haupthaar sollten selbiges am besten nach hinten bändigen, da sie sonst womöglich nur die eigene Frisur statt des rückwärtigen Verkehrs wahrnehmen.

Für Brillenträger ist die “TriEye” weniger gut geeignet, es sei denn die Korrekturbrille passt unter die Radbrille.

Durch die mitgelieferten Wechselscheiben kann die Rückspiegelbrille auch im Dunkeln oder bei weniger hellen Bedingungen genutzt werden, die stabile Transportbox sorgt auch auf Reisen für guten Schutz.

“TriEye”  ist im Online-Shop des deutschen Vertriebs MOMES unter http://www.o-synce-shop.de in zwei Größen zum Preis von 99€ (stand 09/2018) erhältlich.

Mein Dank geht an MOMES für das kostenfrei zur Verfügung gestellte Testexemplar.

[Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VeloStrom.de
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