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Velomobil

Velomobil CityQ – die Zukunft der Mobilität?

Lesezeit etwa 6 Minuten

[at] Die Lösung für verstopfte Innenstädte, überhöhte Abgaswerte und Parkplatzmangel in deutschen Großstädten könnte aus Norwegen, dem Vorreiter-Land in Sachen Elektromobilität, kommen: CityQ vereint die Vorteile von Pkw und Fahrrad in einem Fahrzeug.

Erste Modelle für Test- und Demonstrationszwecke sind bereits gebaut und können erstmals auf der Electric Vehicles, der Messe für Elektromobilität in Berlin, begutachtet werden.

Zwei von drei Großstädtern wären bereit, auf ihr Auto zu verzichten

Wie viele andere europäische Metropolen, haben auch Deutschlands Großstädte ein Problem mit zu vielen Autos. Es herrscht chronischer Parkplatzmangel, zur Hauptverkehrszeit kommt es oft zu Staus. Das Resultat sind Innenstädte, die nicht mehr viel mit Lebensqualität zu tun haben: Laut, eng, überfüllt und mit reichlich Schadstoffen in der Luft. Das Urteil zu Verkehrsverboten für Dieselfahrzeuge in Stuttgart ist eine erste Konsequenz.

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Das CityQ wird in Norwegen entwickelt (Klicken zum Vergrößern).

Dabei können sich laut einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Bundesumweltamts von 2017 (Umweltbewusstseinsstudie 2016) fast zwei von drei Großstädtern grundsätzlich vorstellen, auf alternative Fortbewegungsmöglichkeiten, z. B. das Fahrrad, umzusteigen.

“Die Menschen sind bereit, auf das Auto zu verzichten, aber sie brauchen gute Alternativen”, betonte die damalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bei der Vorstellung der Studie. Denn wenn das Wetter ungemütlich wird, größere Einkäufe anstehen oder die Kinder von der Schule abgeholt werden müssen, greift der deutsche Stadtbewohner gern auf das altbewährte, komfortable Automobil zurück.”

CityQ als cleverer Kompromiss zwischen Fahrrad und Pkw

„Die Städte in Nordeuropa können nicht einfach erwarten, dass die Menschen ihr Auto gegen das Rad eintauschen, wenn es an so vielen Tagen im Jahr Regen und Frost gibt. Damit ein dauerhaftes Umsteigen attraktiv wird, muss Radfahren das ganze Jahr über trocken und bequem sein“, erklärt Morten Rynning, CEO von CityQ.

Mit dem Ziel, genau diese Lücke zwischen Auto und mechanischem Zweirad zu schließen, hat das norwegische Start-up deshalb jetzt ein Fahrzeug entwickelt, das die urbane Mobilitätslösung für die Zukunft sein könnte.

CityQ

CityQ ist ein elektrobetriebenes Fahrzeug, das von dem gleichnamigen Unternehmen mit Sitz in Oslo, Norwegen, entwickelt wurde. Es ist als Pedelec klassifiziert, aber mit vier 24”-Rädern ausgestattet. Außerdem verfügt es über einen Wetterschutz und ein Solarpanel (75 W/h, Sonderausstattung) auf dem Dach für zusätzliche Ladekapazität und bietet Platz für zwei Personen plus Fahrer sowie rund 100 l Volumen für Gepäck, wovon 40l abschließbar sind.

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Das CityQ bietet bis zu 3 Sitzplätze und rund 100l Gepäckvolumen (Klicken zum Vergrößern)

Ohne zusätzliche Ladung durch das Solarpanel hat das CityQ eine Reichweite von 70 bis 100 km. Dank seiner geringeren Abmessungen (Länge 225 cm, Breite 85 cm, Höhe 155 cm) nimmt es dabei wesentlich weniger Raum ein als ein Pkw, das Leergewicht soll bei rund 60 kg liegen.

Das Elektrofahrzeug ist als umweltfreundliche, platzsparende und trotzdem komfortable Alternative zum Automobil für die zeitgemäße Fortbewegung in der europäischen Großstadt gedacht und könnte helfen, die Anzahl der Pkw in Innenstädten zu reduzieren. 2018 präsentiert CityQ das E-Bike zum ersten Mal auf der “Electric Vehicles: Everything is Changing” in Berlin. 

„Wir hoffen, auf diesem Weg auch deutsche Unternehmen von unserem CityQ begeistern und als Kooperationspartner gewinnen zu können“, so Rynning. Dafür hat das Start-up jetzt ein neues Innovationspartnerprogramm ins Leben gerufen.

Mit seiner schützenden Karosserie ist das E-Bike als Ganzjahresfahrzeug für das nordeuropäische Klima ausgelegt, bei Bedarf können zusätzlich Seitentüren nachgerüstet werden. 70 bis 100 km legt das CityQ mit einer vollen Ladung zurück, das entspricht der Reichweite eines durchschnittlichen Elektroautos. Dank des Solarpanels auf dem Dach kann die Kapazität sogar noch erweitert werden.

Dabei nimmt das Elektromobil nicht mehr Platz ein als ein Motorroller, denn das CityQ ist gerade mal 87 cm breit.

Weniger Autos, weniger CO2, mehr Mobilität

Das E-Mobil ist ideal, um all die kurzen Fahrten in der Stadt zu erledigen, für die sonst so gern der Pkw genutzt wird. Dadurch könnte die Anzahl der Autos in den Innenstädten, und damit auch der CO2-Ausstoß, um bis zu 25 % reduziert werden. Und da es als E-Bike klassifiziert ist, darf man mit dem CityQ auch in autofreien Bereichen, wie z. B. auf reinen Radwegen, oder durch Parks fahren.

Die Norweger sehen für ihr Fahrzeug noch weitere Verwendungspotenziale: Unternehmen in Stadtzentren, die oft nur begrenzte Parkplatzangebote zur Verfügung haben, könnten ihren Mitarbeitern mit dem CityQ eine komfortable und kostengünstige Alternative zu ÖPNV und Taxi bieten. Auch Miet- und Leasing-Services sowie spontane und stationäre Sharing-Angebote sind realisierbar – eine entsprechende App für Buchung, Tracking und Abrechnung gibt es schon. Junge Großstädter, die bewusst auf den Führerschein verzichten, kommen ebenfalls als potentielle Zielgruppe infrage.

Die Markteinführung soll schon 2018 stattfinden, das CityQ wird dann ab ca. 6.000 Euro zzgl. MwSt. erhältlich sein.

Mehr Informationen sind online unter cityq.biz zu finden.

[Fotos: cityQ.biz]

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Anmerkung:
Dies ist der 1.200ste Artikel, der auf VeloStrom veröffentlicht wurde! Beeindruckend, genauso wie das CityQ. Vielen Dank an alle Leser und Abonnenten des Newsletters! Euer Interesse und Zuspruch motiviert mich stets aufs Neue!

Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VeloStrom.de
Alexander Theis