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Markt & Hersteller

Zweite Generation: SHIMANO STEPS E6100

Lesezeit etwa 9 Minuten

Verbesserte Ergonomie und erhöhte Effizienz der Antriebseinheit, eine Vielfalt an Display-Optionen und drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten und eine speziell für die erhöhten Kräfte an E-Bikes konstruierte und konzipierte Getriebenabe: Im Zuge der Einführung des neuen SHIMANO STEPS E6100 Systems stellt SHIMANO eine ganze Reihe an Innovationen vor.

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Die Komponenten des neuen Antriebssystems von Shimano im Überblick (Klicken zum Vergrößern).

Ganz gleich, ob man das E-Bike als praktische und preisgünstige Alternative zum Auto sieht oder einfach die positiven Gesundheits- und Umweltaspekte oder schlicht den Fahrspaß eines E-Bikes genießen möchte:

Mit den Innovationen rund um das SHIMANO STEPS E6100 System hebt SHIMANO besonders für City- und Trekkingbikes sowohl den praktischen Nutzen als auch das schlichte Fahrerlebnis noch einmal auf ein ganz neues Niveau.

Antriebstechnologie: Ergonomischer und leiser weiter fahren

Gespeist von einer Auswahl an externen oder internen Akkus mit wahlweise 504 oder 418 Wattstunden bringt der neue SHIMANO STEPS E6100 Mittelmotor bis 25 km/h satte 500 Watt in der Spitze (250 W Nennleistung) an Unterstützung auf die Kurbel – die Entfaltung dieser Leistungsreserven erfolgt dabei dynamisch in Abhängigkeit vom Pedalierverhalten des Fahrers: Tritt der Fahrer über 25 km/h weiter in die Pedale, spürt er ein sanftes Ausklingen der Motorunterstützung.

Und genau an diesem Punkt spielt die Antriebseinheit des E6100 Systems eine ihrer großen Stärken aus: das geringe Gewicht von nur 2,8 kg. Mit nochmals 210 g weniger als bei der Vorgängerin DU-E6000 findet der Übergang von Motorkraft zu Muskelkraft damit noch harmonischer und natürlicher statt.

Das Design und die Form der DU-E6100 Antriebseinheit zeigt unverkennbar die Verwandtschaft zum kompakten und leichten SHIMANO STEPS MTB Motor (E8000), mit der sie auch die Position der Aufnahmepunkte für die Montage gemein hat. Daraus resultiert eine solide, steife Verbindung zwischen Antriebseinheit und Rahmen und damit eine noch effizientere Kraftübertragung.

Derselbe enge Q-Faktor bringt eine ergonomische Position und ein natürliches Fahrgefühl – ähnlich dem auf einem herkömmlichen Fahrrad. Die fortschrittliche Konstruktion des Innenlebens der Antriebseinheit sorgt für minimalen Widerstand bei ausgeschaltetem Motor oder bei Geschwindigkeiten über 25 km/h und garantiert gemeinsam mit einer überarbeiteten und optimierten Charakteristik der Antriebsmodi eine um 20 % verbesserte Antriebseffizienz.

Damit einher geht eine um 20 % erhöhte Reichweite der SHIMANO STEPS Akkus und somit ein deutlich vergrößerter Aktionsradius. Zudem ist das Geräuschniveau des Antriebs gegenüber dem Vorgängermodell noch einmal deutlich verringert.

Zwei Versionen

Die Antriebseinheit des SHIMANO STEPS E6100 Systems ist in zwei Versionen erhältlich – eine für den Trekking-Einsatz, eine für City-Räder, die unter anderem einen vollintegrierten Kettenschutz mitbringt.

Für beide Varianten stehen unterschiedliche Kurbeloptionen zur Verfügung, darunter 170-mm-Kurbelarme für optimierte Bodenfreiheit und wahlweise 38- oder 44-Zähne-Kettenblätter, die auch mit Gates Riemenantrieben kompatibel sind.

Als Schaltsysteme kommen entweder Getriebenaben oder Schaltwerke zum Einsatz, jeweils wahlweise in mechanischer oder elektronischer Di2-Ausführung.

Display: Vier Möglichkeiten

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das Display (Klicken zum Vergrößern).

Zur Anzeige der wichtigen Systeminformationen stehen den Anwendern grundsätzlich vier Möglichkeiten zur Verfügung.

Die erste Wahl ist sicherlich das Standard SHIMANO STEPS Display. Wie seine Geschwister, das SHIMANO STEPS E8000 Display und die Mountainbike Di2-Displays, ist auch das SC-E6100 mit einer Bluetooth®LE Schnittstelle ausgestattet, sodass mittels der regulären E-TUBE App per Smartphone oder Tablet direkt Firmware-Updates durchgeführt oder gewisse Systemeinstellungen wie Schalterbelegungen individuell angepasst werden können.

Alternativ können aber auch kompatible Fahrradcomputer von Drittanbietern oder das eigene Smartphone im Zusammenspiel mit der neuen E-TUBE RIDE App und der Wireless-Transmitter-Einheit EW-EN100 als Systemdisplay genutzt werden.

Folgenden Informationen werden auf System-Display, Smartphone oder Drittanbieter-Displays angezeigt: 
Uhrzeit, Unterstützungsmodus (inkl. Schiebehilfe), Unterstützungsleistung, erwartete Reichweite, Reichweitenübersicht, Akku-Ladezustand, Beleuchtungsfunktion, Ganganzeige, Gangauswahl für Startgang, Schaltempfehlung, Automatik-Modus, aktuelle, maximale und Durchschnittsgeschwindigkeit, Tageskilometer, Fahrzeit, GesamtKilometer, Trittfrequenz, Wartungshinweis, Fehlermeldungen.

Für Minimalisten lassen sich die grundlegenden Basis-Informationen auch an den LEDs der EW-EN100 ablesen.

E-TUBE RIDE App

Mit dem Smartphone und der einfach zu bedienenden, übersichtlichen E-TUBE RIDE App lassen sich nicht nur alle

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Darstellung der App (Klicken zum Vergrößern)

wesentlichen Informationen zum System anzeigen, beispielsweise Geschwindigkeit, Trittfrequenz, verbleibende Akkukapazität, Unterstützungsmodus oder gewählter Gang, sondern die Anzeige lässt sich auch nach individuellen Vorlieben konfigurieren.

Darüber hinaus können Hinweis- oder Warnmeldungen des SHIMANO STEPS-Systems auf kompatiblen Displays von Drittanbietern ebenso angezeigt werden wie auf dem Smartphone – bei letzterem gar mit direkter Verlinkung zu einer Web-Adresse, unter der weitere Informationen oder Hilfe zu der entsprechenden Meldung abrufbar sind.

Wer wirklich auf jedes Gramm achtet oder ein besonders cleanes, puristisches Cockpit bevorzugt, kann auch gänzlich auf ein Anzeigedisplay verzichten und erhält dennoch Basisinformationen zum gewählten Unterstützungsmodus und der Akkureichweite über die LEDs der EW-EN100.

Die App soll ab der zweiten Jahreshälfte 2018 in den App-Stores verfügbar sein.

Drei Unterstützungsmodi

Die drei Unterstützungsmodi wurden so gestaltet und angepasst, dass sie verschiedene Stufen bieten, die sich für unterschiedliche Fahrsituationen und Geländeprofile eignen.

Im Eco-Modus erhält der Fahrer die geringste Unterstützungsleistung, im Gegenzug allerdings auch die höchste Reichweite. Im Normal-Modus dagegen findet das System die optimale Balance zwischen dynamischer Unterstützung und möglichst geringem Energieverbrauch. Der High-Modus schließlich bietet die dynamischste Beschleunigung und maximale Unterstützungsleistung bis 25 km/h.

Die Charakteristika dieser drei Modi lassen sich zudem über SHIMANOs E-Tube Software in zwei Betriebsarten einstellen, sodass wahlweise ein sehr komfortables, natürliches Fahrgefühl oder eine eher sportliche Entfaltung der zur Verfügung stehenden Leistung gewählt werden können.

In beiden Einstellungen erhält der Fahrer jedoch unmittelbare und direkte Unterstützungsleistung, wofür unter anderem ein feinfühliger Drehmomentsensor verantwortlich ist, der den Pedalier-Input des Fahrers genau misst und darauf abgestimmt die Unterstützungsleistung zur Verfügung stellt.

Schaltung

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Neue NEXUS Inter-5E Geriebenabe (Klicken zum Vergrößern).

Bis dato kamen mit den SHIMANO STEPS E6000 Systemen optional entweder klassische Kettenschaltungen oder ALFINE 11- oder 8-fach und NEXUS 8- oder 7-fach Getriebenaben zum Einsatz, die mit Antriebsdrehmomenten von bis zu 50 Nm eingesetzt werden können.

Im Gefolge des SHIMANO STEPS E6100 Systems, das je nach Hersteller-Setting bis zu 60 Nm und damit um 20 % mehr als das Vorgängermodell an Drehmoment leisten kann, stellt SHIMANO auch eine neue NEXUS Inter-5E Geriebenabe vor, die speziell für E-Bikes konzipiert und entwickelt wurde.

Die NEXUS Inter-5E zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie mit Motor-Drehmomenten von 60 Nm eingesetzt werden kann und die hohen kombinierten Drehmomente von Antrieb und Muskelkraft des Fahrers aushält. Insbesondere beim Schaltvorgang können deutlich größere Lasten toleriert werden, sodass diese Nabe in der Tat als spezifische E-Bike-Nabe spürbare Vorteile für den Fahrer bringt.

Nun liegt die Frage nahe, warum die neue E-Bike spezifische Nabe „nur“ fünf und nicht wie ihre Geschwister sieben, acht oder gar elf Gänge hat. Zweifellos eine berechtigte Frage, die indes ebenso klar beantwortet werden kann: Weil es für E-Bike Fahrer nicht mehr als fünf Gänge braucht –vorausgesetzt es sind die richtigen Gänge. Mit einer Entfaltung von 263 % deckt die Inter-5E immer noch einen sehr weiten Bereich ab. Doch wo Sieben-, Acht- oder Elf-Gang-Naben einen Teil ihrer Gänge in einem untersetzten Bereich vorhalten, wird dieser Bereich bei E-Bikes dank der Motorunterstützung ohnehin selten genutzt, so dass sich die fünf Gänge der Inter-5E auf den vortriebsrelevanten Bereich beschränken.

Wie bei den Alfine- und NEXUS 8- und 11-Gang-Naben steht auch bei der neuen NEXUS Inter5E jeweils eine Version in mechanischer und eine in elektronischer Di2-Ausführung zur Verfügung. Zudem sind sowohl die elektronische als auch die mechanische NEXUS Inter-5 Nabe jeweils als V-Brake-, Rollenbremsen-, Scheibenbremsen- oder Rücktrittbremsen-Version erhältlich.

Vollautomatisches Schalten

Neben den offenkundigen Vorteilen es elektronischen Schaltens (geringere Bedienkräfte, weniger Wartungsaufwand, sanfteres Schalten durch kurzzeitiges Reduzieren des Antriebsmoments während des Schaltvorgangs) bringt die Di2-Version der Inter-5E an SHIMANO STEPS E-Bikes einen weiteren, ganz entscheidenden Vorteil: Sie ermöglicht eine vollautomatische Schaltfunktion.

Dabei wählt das System in Abhängigkeit von bestimmten Daten wie der Trittfrequenz automatisch einen adäquaten Gang oder schaltet beim Anhalten eben so automatisch in einen fürs Wiederanfahren geeigneten Gang.

Für Fahrer, die Kettenschaltungen bevorzugen, stehen wahlweise elektronische Di2- (11-fach) oder mechanische (9-, 10- oder 11-fach) Schaltsysteme zur Verfügung.

Das neue SHIMANO STEPS E6100 System wird ab Herbst 2018 verfügbar sein.

[Text Paul Lange & Co. OHG, Fotos: Shimano]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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