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Alltag

Tanja und Denis Katzer: Mit dem Pedelec durch die Mongolei und China

[at] 338 Tage und 8.055 Kilometer fuhren Tanja und Denis Katzer durch die Mongolei nach China. Ihre Erlebnisse haben sie in einem Buch veröffentlicht.

Rückblick: Friedrichshafen, Eurobike 2017, Ende des ersten Messetages:

Mist, ich war zu langsam! Auf dem Weg nach draußen quert ein Mann mit schwerbepacktem Rad und Anhänger meinen Weg. Ich stutze, denn neben dem Mann läuft ein weißer Hund. „Könnte das etwa…? Nein, das kann nicht sein“. Während ich noch überlege sehe ich eine Frau, ebenfalls ihr bepacktes Pedelec und den Hänger dran schiebend, den beiden folgen. Meine Gedanken laufen nach dem langen Messetages etwas langsam und erst als die drei durch die Tür nach draußen gehen, sich draußen auf’s Rad schwingen wird mir klar: „Das waren tatsächlich Tanja und Denis Katzer und ihr Hund Ajaci!“ Normalerweise bin ich wirklich kein Autogramm und Fotojäger, aber ein Foto von den beiden mit mir drauf, das wär’s gewesen. So kann ich den dreien nur etwas wehmütig nachschauen und hoffen, dass sie vielleicht auf dem gleichen Campingplatz wie ich übernachten. Das war leider nicht so.

Gegenwart: Die Post ist da!

tanja_denis_katzer_buch_kleinAus dem Briefkasten schaut ein großer Umschlag, die Post war da! Der Inhalt hat es in sich, denn er enthält das Buch von Tanja und Denis Katzer „So weit der Akku reicht“, in dem die beiden ihre Tour durch die Mongolei nach China dokumentieren.

Seit 1991 sind die beiden unterwegs um ihr Lebensziel zu erreichen: Die mit 30 Jahren längste dokumentierte Expedition der Menschheitsgeschichte. Sie wollen damit auch ein Plädoyer für den Schutz unseres Planeten halten und haben zwischenzeitlich mehr als 400.000 km zurückgelegt. Die letzten mehr als 8.000 km auf Pedelecs von Riese und Müller auf der längsten unsupporteten Pedelec-Expediton der Welt.

Das Buch ist überraschend dünn, nur knapp 220 Seiten mit vielen stimmungsvollen Bildern. Doch eigentlich ist das ja klar: Die gesamten Erlebnisse hätten sicher mehrere Bände gefüllt. So haben die beiden gemeinsam mit dem Delius-Klasing-Verlag die interessantesten Episoden zusammengetragen.

Herausgekommen ist ein sehr authentischer Reisebericht, der auch mit weniger schönen Aspekten des Reisens nicht hinterm Berg hält.

So zum Beispiel, wenn Denis berichtet, wie sie in einem entlegen Städchen erst in einer traumhaften Unterkunft ein Zimmer bekommen, dann aber kurz darauf wieder vom Besitzer rausgeworfen werden. Dieser hatte gemerkt, dass er keine Lizenz für die Beherbergung von Ausländern hat. Zu allem Überfluß geht dabei auch noch der geliebte Campingstuhl von Denis verloren. Die Gereiztheit ist den Zeilen deutlich anzumerken und das macht das Buch so lesenwert. Übrigens tauchte der Stuhl dank der Recherche von Tanja Katzer wieder auf.

Denis schildert auch die Probleme des Energiemanagements unterwegs. So hielt je eine Akkuladung bei der topographischen Belastung und dem schweren Gepäck teils nur 20 oder 30 km. Mit ein Grund, warum sie insgesamt 12 Akkus dabei hatten und unterwegs auch solarunterstützt geladen haben.

Manchmal ist die Lektüre allerdings auch etwas verwirrend, zum Beispiel wenn ein Kapitel mit einem Bezug auf Erlebnisse des Vortags beginnt, diese aber im vorangehenden Kapitel nicht erwähnt wurden.  An solchen Stellen merkt man deutlich, dass dieses Buch eine Art „Best of“ darstellt.

Das bremst zwar etwas den Lesefluß, trotzdem macht das Buch aber sehr viel Lust, selbst loszufahren und ist damit eine wunderbare Lektüre für die kommenden langen Herbst- und Winterabende. Spätestens wenn man ab Seite 220 die Ausstattungsliste der beiden liest, beginnt man unwillkürlich im Geiste mit dem Packen.

Der Einband des Buches ist eine Mischung zwischen Hard- und Softcover und damit flexibel und robust genug um auch als Reiselektüre in einer Packtasche unterzukommen. Auf einem Kartenauszug auf der Innenseite des Buches ist die gefahrene Strecke eingezeichnet, so kann man grob ermessen, welche gewaltige Entfernung die beiden auf dem Weg zurückgelegt haben.

Das Buch ist im Delius-Klasing-Verlag zum Preis von 22,90€ erschienen und kann über die ISBN-Nummer 978-3-667-11056-5 beim Buchhändler des Vertrauens bestellt werden.

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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