Ninebot Mini Pro
Über'n Tellerrand

Über’n Tellerand: Ninebot

Ninebot Mini Pro[at] Die Segway-Mutterfirma bringt den Ninebot Mini ab Ende des Jahres 2015 als speziell für Europa abgestimmtes Modell in den Fachhandel.

Vor nicht allzulanger Zeit wurde Segway, Hersteller der gleichnamigen Elektrofahrzeuge vom asiatischen Hersteller Ninebot übernommen. Nachdem der Hype um die Elektroroller in Europa verflogen ist, soll nun mit neuen Produkten und attraktiveren Preisen ein neuer Aufschwung her.

Ninebot Mini Pro

Der Ninebot Mini ist ein Segway-ähnliches Fortbewegungsmittel. Ebenso wie das große Vorbild balanciert sich das Gerät dank ausgeklügelter Technik selbständig aus. Während der Segway jedoch durch Gewichtsverlagerung an einer Art Lenkstange gelenkt wird, bezeichnet der Hersteller Ninbot den „Ninebot Mini“ als Knielenker. In der speziell für die europäischen Bedürfnisse angepassten Version „Ninebot Mini Pro“ soll es zum Jahresende 2015 auch hierzulande angeboten werden.

Die Europa-Version verfügt über zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 800 Watt, die den Ninebot Mini Pro“ auf bis zu 18 km/h beschleunigen. Auch bei den Akkus bekommen die europäischen Kunden die volle Power angeboten, mit dem Minebot Mini Pro“ sollen bis zu 33 Kilometer Reichweite mit einer Akkuladung möglich sein. Der Knielenker ist bei der Europa-Version höhenverstellbar und die maximale Belastung wurde von 75 kg auf 100 kg erhöht.

Das Problem mit der Zulassung

Aus den technischen Angaben kann man schon erahnen, das die Zulassung in Deutschland nicht ganz einfach sein wird. Immerhin handelt es sich hier nicht um ein Fahrrad; der Ninebot bewegt sich „aus eigener Kraft“ und wird demnach wohl als Kraftfahrzeug eingestuft. Ähnliches widerfuhr ja auch dem Segway, was, vermutlich auch im Zusammenspiel mit den hohen Preisen, zur eher homöopatischen Verbreitung beitrug.

Der Extra Energy e.V. testete im Rahmen des Herbsttests die gesamte Palette der Ninebots; ein interessantes Interview mit Andreas Hammer (Ninebot Deutschland) ist auf der Website von Extra Energy zu lesen.

Meine Meinung

Ich selbst bin schon mehrfach mit einem Segway unterwegs gewesen. Die Fahrten dauerten im Rahmen von Städteführungen dabei bis zu 90 Minuten. Und ja, es hat Spaß gemacht. Allerdings empfand ich das lange Stehen auf dem Segway recht anstrengend. Länger als die maximalen 90 Minuten hätte ich mit dem Gerät nichtz unterwegs sein wollen. Nach wie vor erschließt sich mir aber der Nutzen eines Segway oder Ninebot im täglichen Alltag nicht: Durch die Zulassung ist man gezwungen auf Straßen zu fahren, der Radweg ist in der Regel tabu. Die Gepäckmitnahme beschränkt sich auf das, was man in einem Rucksack tragen kann. Das Überqueren von Bordsteinkanten setzt einige Übung voraus, mit dem Ninebot Mini dürfte das auf Grund der kleineren Räder nicht einfacher werden. Die Geschwindigkeit von bis zu 18 km/h ist mit dem Fahrrad in der Regel problemlos zu erreichen, vom Pedelec gar nicht zu reden.

Deshalb glaube ich nicht, das der Ninebot Mini Pro eine wesentlich größere Verbreitung finden wird als die Segway, auch wenn die Preise wohl niedriger sein werden. Als spaßiges Fortbewegungsmittel für einen kurzen Zeitraum z.B. auf Messen oder Stadtrundfahrten wird man Ninebots sicher sehen, aber im alltäglichen Mobilitätseinsatz wohl eher nicht.

Wie ist eure Meinung dazu:

Taugt ein Ninebot oder Segway für alltäglichen Mobilitätsaufgaben?

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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