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Candy B. Graveller, Bikepacking-Abenteuerfahrt im Selbstversorger-Modus

[at] Am letzten Freitag startete Deutschlands erstes Gravel-Bikepacking-Event. Auf den Spuren der berühmten Rosinen-Bomber sind 69 Radfahrer auf dem 650 km langen Weg.

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Banner des Candy B. Graveller (Klicken zum Vergrößern)

Die Streckenführung orientiert sich am Flugkorridor der berühmten „Rosinenbomber“, die das eingeschlossene Berlin von 69 Jahren über eine Luftbrücke mit Nahrung versorgten. Logisch, dass der Startpunkt am Freitag um 18 Uhr das Luftbrückendenkmal am Frankfurter Flughafen war. Ziel ist das Luftbrückendenkmal in Berlin.

 

 

 

Gravel-Bikes

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So schmal und trotzdem alles dabei: Silhouette eines Bikepacking-Rades (Klicken zum Vergrößern)

Die Streckenführung erfolgt so nahe wie möglich am damaligen Korridor auf Waldwegen und -pisten über Darmstadt und Aschaffenburg nach Berlin. Deshalb ist die Strecke ideal für Gravel-Bikes geeignet. Die 69 Fahrer tragen alles Notwendige am Rad und werden sich unterwegs selbst versorgen, ganz im Sinne von Bikepacking und Microadventure.

Jeder der Teilnehmer, die aus Deutschland, Holland, Österreich und den USA kommen, musste sich einem Kodex verpflichten und spendete vorab an unterschiedliche Institutionen und Vereine rund um die Berliner Luftbrücke (z.B. an die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg-Förderverein, den Förderverein Rosinenbomber e.V., die Berlin Airlift Historical Foundation, care – Die mit dem CARE-Paket und den Verein Luftbrücke Frankfurt-Berlin 1948-1949 e.V.). „Da sind sicher über 3.500 Euro zusammengekommen“, schätzt Initiator Gunnar Fehlau, begeisterter Radabenteurer und studierter Politologe.

 

 

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Alle 69 Starter der Candy B. Gravellers (Klicken zum Vergrößern)

Jeder der Fahrer führt ein Care-Paket mit, wasserdicht verpackt im Beutel eines Sponsoren, das die ganze Fahrt über unversehrt bleiben muss und am Ziel an die Kinderhilfe Arche übergeben wird.

Kein Rennen

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Initiator Gunnar Fehlau (Klicken zum Vergrößern)

Beim Candy B. Graveller handelt es sich um ein Treffen aber nicht um ein Rennen: Es gibt keine Zeitnahme, keine Ergebnislisten und keine Trophäen. Vielmehr soll daran erinnert werden, das bereits kurz nach den Schrecken des zweiten Weltkriegs in Deutschland Länder- und Sprachgrenzen überwunden wurden und aus ehemaligen Feinden Freunde wurden.

Gefahren wird eigenverantwortlich im „Selbstversorgermodus“, Begleitfahrzeuge und individuelle Unterstützung durch Dritte sind ebenso wenig zulässig wie eine Vorausbuchung von Unterkünften. Jeder ist auf sich allein gestellt, fährt, pausiert und schläft nach eigenem Ermessen. Laut Fehlau werden die Fahrer zwischen 50 Stunden und einer Woche für die rund 650 Kilometer von Frankfurt über Darmstadt, Mainhausen, Fulda und anschließend geradewegs zum Luftbrückendenkmal in Berlin benötigen.

„Erlebnis statt Ergebnis“, sagt Fehlau. „Wichtig ist die Freude an der Tour, die körperliche Herausforderung und die Symbolik der Aktion. Ein Zeitnahme oder Rangliste gibt es nicht, jeder fährt für sich und ist vollständig für sich selbst verantwortlich.“ So unterschiedlich das Tempo, so unterschiedlich sind verwendeten Räder: Fatbikes, Reise-Mountainbikes, Gravel-Räder und Crossbikes. Auch die Motivation der FahrerInnen sind sehr verschieden, wie ein Blick in den Candy B. Blog verrät.

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Das Cockpit eines Teilnehmerrades: Gut zu sehen: Navi und SPOT-Gerät (Klicken zum Vergößern)

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels (Sonntag, 30.03.2017, 05:30 Uhr) sind die Radler noch auf dem Weg, das spannende daran: Manche Fahrer tragen ein SPOT-Gerät mit sich, damit kann man in Echtzeit sehen, wo sie sich gerade befinden.

[Edit] Der erste Fahrer, Martin Temmen, erreichte am 30.04.2017 um 4:36 Uhr morgens das Ziel in Berlin. Bei einer Fahrtstrecke von 657,7 km und einer Zeit von nahezu unglaublichen 34 Stunden und 36 Minuten entspricht das einem Schnitt von 19,14 km/h! Herzlichen Glückwunsch und größte Hochachtung!

Viele weitere Informationen sind online unter www.candybgraveller.cc zu finden.

[Banner: candybgraveller.cc, Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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