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Fahrradinfrastruktur Ladeinfrastruktur

eMobil: Elektromobilität im Mix in Offenbach

Lesezeit etwa 6 Minuten

[at] „Elektromobilität“ und „Sharing“, zwei der derzeit häufigsten Buzzwords kombiniert die Stadt Offenbach auf besonders smarte Art und Weise.

Gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung bitet die statt Offenbach Interessierten jetzt ein ganz besonderes eMobil-Angebot.

„Weil Interessierte die E-Fahrzeuge bisher nur am Marktplatz nutzen konnten und am Ende der Fahrt wieder dorthin zurückbringen mussten, war das Angebot noch nicht alltagstauglich genug“, erklärt Gesamtprojektleiterin Janine Mielzarek. Deshalb stehen seit kurzem drei eMobil-Stationen im Offenbacher Stadtgebiet zur Verfügung. Dank der beiden neuen Standorte am Hafen und am Ostendplatz in Bieber können Nutzer die Elektro-Fahrzeuge jetzt an einer Station ausleihen und an einer anderen zurückzubringen.

Auch „oneWay“

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An jeder Station besteht grundsätzlich die Wahl zwischen Pedelec und E-Auto (Klicken zum vergrößern).

Damit ist die Miete auch „one-way“ möglich, was der täglichen Praxis und damit der Nutzbarkeit sehr entgegenkommen dürfte. Noch bemerkenswerter jedoch finde ich, dass prinzipiell an jeder Station die Wahl zwischen Pedelec oder Elektro-Auto besteht: Jede eMobil-Station besteht aus einer Ladesäule für Elektroautos mit zwei Stellplätzen, fünf Fahrradboxen (Marktplatz: 15) und einer Informationsstele.

Um eine nahtlose Verbindung zum öffentlichen Personennahverkehr zu gewährleisten, befinden sich die eMobil-Stationen in unmittelbarer Nähe zu Bus- oder Bahn-Haltestellen. So kann je nach Bedarf das gerade passende Verkehrsmittel genutzt werde, Verfügbarkeit vorausgesetzt. Darüber hinaus können an den eMobil-Stationen bald auch private Elektroautos geladen werden. Damit trägt eMobil trägt auch dazu bei, die öffentliche Ladeinfrastruktur auszubauen.

Miete per App

Einfach und unkompliziert können die Elektrofahrzeuge mit dem Smartphone oder dem eTicket RheinMain, der RMV-Mobilitätskarte des RMV, an der Infostele reserviert und gemietet werden. Im Laufe des Förderprojektes wird zudem die RMV-Mobilitätsauskunft mit den eMobil-Fahrzeugen vernetzt werden und eine verkehrsmittelübergreifende Reisekette anzeigen.

Projektvorhaben eMobil

Bis 2018 werden insgesamt sechs Stationen für eine stationsflexible Ausleihe im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Durch das jetzt in Betrieb genommene Netz von drei eMobil-Stationen im Stadtgebiet sind die Projektpartner diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen. Zwei weitere Standorte werden im Stadtteil Tempelsee (Nähe Stadthalle) und in Rumpenheim am Kurhessenplatz entstehen. Für die sechste Station werden noch Optionen in Bürgel und am Neubaugebiet „An den Eichen“ geprüft.

Die neuen Servicestationen sind mit je einem Car-Sharing-Elektrofahrzeug vom Modell VW e-up!, einschließlich der notwendigen Ladeinfrastruktur, ausgerüstet. Je fünf Abstell- und Ladeboxen für Pedelecs der Marke Moustache sowie ein Informations- und Buchungsterminal, gestaltet in auffälligem Grün, ergänzen die Stationsausstattung. 

„Mit dem auffälligen Design in grüner Farbe sorgen die neuen Stationen auch dafür, dass Elektromobilität im Stadtbild sichtbarer wird“, freut sich Janine Mielzarek. Dazu soll auch das kommunikative Dach „e wie Offenbach“ beitragen, unter dem die Offenbacher Maßnahmen im Bereich Elektromobilität zusammengefasst werden. „Dabei steht das „E“ im Slogan nicht nur für elektromobil sondern auch dafür, dass sich Offenbach auf vielen Ebenen engagiert für das Thema einsetzt“, meint die Projektleiterin.

Das Projekt wird mit einem Betrag von rund 500.000 Euro vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung gefördert. Die Kofinanzierung läuft über die OVB GmbH und die Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH.

Stimmen der Beteiligten

Eröffnung EMobil-Station Nordring,
Eröffnung EMobil-Station Nordring, Foto:
Georg-Foto, Offenbach (Klicken zum vergrößern)

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung:
„Elektromobilität ist die Technologie, die Mobilitätswünsche einer modernen Gesellschaft umwelt- und klimafreundlich zu erfüllen. Damit sie sich durchsetzt, muss sie einfach und flexibel zu nutzen sein und den raschen Wechsel zwischen öffentlichem Nahverkehr und einfach zugänglichen E-Fahrrädern und E-Autos ermöglichen. Mit dem Aufbau eines Netzes von Mobilitätsstationen folgt Offenbach diesem Gedanken. Ich hoffe, dass viele andere hessische Kommunen sich davon anregen lassen. Die 500 000 Euro Landesförderung sind gut angelegt.“

Oberbürgermeister Horst Schneider:
„Die Förderung der Elektromobilität ist fester Bestandteil des Luftreinhalteplans und Klimaschutzkonzeptes der Stadt Offenbach und somit Teil der Maßnahmen, die die Lebensqualität in unserer Stadt erhöhen. Mit dem Ausbau des eMobil-Stationsnetzes und der damit einhergehenden Ladeinfrastruktur gewinnt unsere Stadt einen weiteren Standortvorteil in der Region bei zukunftsweisenden Technologien für die neue Mobilität von morgen.“

Stadtrat und Mobilitätsdezernent Peter Freier:
„Elektromobilität wird immer mehr zum Bestandteil des Offenbacher Nahverkehrs. Mit der Erweiterung des eMobil-Stationsnetzes auf drei Stationen gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung integrierter Mobilitätsketten. Und mehr noch: Der Ausbau des Sharing-Angebots ermöglicht den Offenbachern eine alltagstaugliche Alternative zum eigenen Auto – ganz im Sinne einer immer häufiger nachgefragten urbanen Mobilität.“

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds:
Mit dem RMV können die Fahrgäste nicht nur Busse und Bahnen, sondern auch Car-Sharing, Pedelecs und vieles mehr nutzen und erfahren. Die eMobil-Station Offenbach ist ein weiterer, sehr wichtiger Baustein in unserer Strategie, die Mobilitätsangebote der Region untereinander zu vernetzen und aus einer Hand anzubieten. Das eTicket RheinMain ist dabei zugleich Fahrkarte und Zugangsmedium zu den eMobil-Stationen und –Fahrzeugen. In der RMV-App wird perspektivisch die gesamte Servicekette Informieren – Buchen – Bezahlen – Fahren aus einer Hand angeboten. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen eMobil-Angebot für unsere Kunden ein smartes und klimafreundliches Mobilitätsangebot geschaffen haben und dies als Blaupause für den Verbundraum dienen kann.

Anja Georgi, Geschäftsführerin der Gesellschaften im Geschäftsfeld Mobilität:
„Die neuen eMobil-Stationen in der Nähe von ÖPNV-Haltestellen ermöglichen Nutzern, problemlos von der S-Bahn, dem Bus oder dem eigenen Auto auf das elektromobile Angebot umzusteigen. Voraussichtlich ab Herbst 2017 werden Stationen in der Nähe der Stadthalle sowie am Kurhessenplatz im Stadtteil Rumpenheim das Servicenetz zusätzlich ergänzen. Damit schaffen wir für noch mehr Menschen attraktive Mobilitätsangebote, denn wir wollen, dass das „E“ in E-Mobilität zum Teil Offenbacher Identität wird. „e-wie-Offenbach“ steht darum als kommunikatives Dach über allen unseren Maßnahmen zur Elektromobilität.

Weitere Informationen: www.emobil-rheinmain.de

[Fotos: Alex Habermehl Fotografie, Georg-Foto]

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Alexander Theis
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