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Alltag Fahrradinfrastruktur

S-Pedelec: Projekt “365SNEL” soll Potenzial der schnellen Pedelecs aufzeigen

Lesezeit etwa 5 Minuten

[at] “Mit dem S-Pedelec, schnell durch den Verkehr.” Unter diesem Motto haben 11 Mitarbeiter des Universitätskrankenkauses Brüssel am 28. September das flämische Mobilitätsprojekt 365SNEL gestartet.

Das Ziel von 365SNEL (SNEL ist niederländisch für “schnell”) ist es, das Potenzial von S-Pedelcs für Pendler zu erforschen und zu optimieren. Zu diesem Zweck erhalten im kommenden Jahr rund hundert Testfahrer die Möglichkeit, ein Speed-Pedelec drei Wochen lang kostenlos auszuprobieren.

S-Pedelcs unterstützen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Im Gegensatz zum herkömmlichen Pedelec, das bis zu 25 km/h unterstützt. Durch höhere Geschwindigkeit bieten S-Pedelecs das Potenzial, die Mobilität nachhaltiger zu gestalten und die Verkerswende zu beschleunigen. Frühere Untersuchungen der Katholischen Universität  (KU) Leuven zeigen, dass Fahrer von S-Pedelcs täglich knapp 30 km pro Tag pendeln. Dies kommt der durchschnittlichen Entfernung von 30,3 km, die Arbeitnehmer rund um Brüssel für Fahrt zur Arbeit nach Brüssel zurücklegen, sehr nahe.

Schneller, pünktlicher und preiswerter

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Mit einem S-Pedelec sind auch längere Pendlerstrecken möglich (Klicken zum Vergrößern).

Das Speed-Pedelec wird hauptsächlich für weitere Pendler-Strecken eingesetzt, und ermöglicht die staufreie und damit pünktliche Ankunft im Büro oder zu Hause. Vor einiger Zeit konnte ich bei einer täglichen Pendelstrecke von 35 km einfacher Entfernung selbst die Vorteile des S-Pedelecs erfahren: Ich war etwa 15 Minuten schneller als mit dem “normalen” Pedelec und nur ca. 15 Minuten langsamer als mit dem Auto unterwegs – aber deutlich entspannter.

Dennoch gibt es noch eine Reihe von Hindernissen und Vorurteilen, welche die Verbreitung des S-Pedelecs behindern.

Mit “365SNEL” werden die Beteiligten (AVERE Belgien, der Technologie-Campus Gent der KU Leuven, O2O und die MOBI-Forschungsgruppe der Freien Universität Brüssel (VUB) ) im Auftrag der flämischen Regierung genau diese Hindernisse und Vorurteile untersuchen, um geeignete Lösungen erarbeiten zu können.

Das flämische Umweltamt unterstützt verschiedene Projekte für umweltfreundliche Fahrzeuge bei der Umsetzung des europäischen Programms “Clean Power for Transport”. 365SNEL ist eines der ausgewählten Projekte, das innerhalb von zwei Jahren zu einer Verbesserung des Fahrzeugs selbst und seiner Nutzungsbedingungen führen soll. Damit soll erreicht werden, dass sich mehr Pendler für ein S-Pedelec als Verkehrsmittel entscheiden.

Im kommenden Jahr werden Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu ihrer Wahrnehmung des S-Pedelecs befragt. Anschließend werden in jeder Provinz zwei oder drei Unternehmen ausgewählt, von denen je 10 Mitarbeiter an drei aufeinanderfolgende Wochen mit dem Speed-Pedelec zur Arbeit und zurück fahren. Diese Kontinuität ist wichtig, um die Erfahrungen mit dem schnellen Elektrofahrrad bei den unterschiedlichsten Wetterbedingungen protokollieren zu können.

Beginn der nachhaltigen Mobilität

Am Freitag, den 28. September, hat das Universitätskrankenkauses Brüssel (UZ Brussel) 11 Mitarbeitern grünes Licht für den ersten Test gegeben.

Nico Van Elzen, Koordinator für Umwelt und Mobilität, erklärt, warum das Krankenhaus an 365SNEL teilnimmt: “Wie viele andere Organisationen ist auch die Erreichbarkeit für das UZ Brussel von strategischer Bedeutung. Wenn wir auf Alternativen zum Pendeln mit dem Auto stoßen, untersuchen wir sie, um zu sehen, wie sie unseren Mitarbeitern helfen können, sowohl das Pendeln angenehmer zu gestalten als auch zu einer Verkehrsverlagerung beizutragen. Dies wiederum kommt der Erreichbarkeit unseres Krankenhauses für Mitarbeiter, Patienten und Besucher zugute.”

Laut Van Elzen pendelt bereits fast ein Drittel der UZ Brussel-Mitarbeiter nachhaltig. Viele haben sich für das Fahrrad entschieden, und der Erfolg von Elektrofahrrädern treibt den modalen Anteil des Radfahrens weiter nach oben.

Aber es gibt noch Potenzial für weiteres Wachstum, sagt Van Elzen: “Die Pendelstrecke beträgt für viele Mitarbeiter über 20 km und das ist zu viel, um diese mit einem gewöhnlichen Elektrofahrrad zurückzulegen. Das Speed-Pedelec kann eine Lösung für dieses Problem sein, weshalb UZ Brussel an dem Projekt beteiligt ist. Nicht weniger als 105 Kollegen waren an dem Test interessiert. Sollten sich die Speed-Pedelecs bei den Testfahrern als beliebt erweisen, könnten wir erwägen, einen Gruppenkauf zu organisieren. Gleichzeitig untersuchen wir auch das Konzept des Fahrradverleihs. Mit einem deutlichen Ausbau unserer Fahrradabstellplätze (überdacht, mit Zugangskontrolle und Kameraüberwachung) haben wir bereits für einen weiteren Anstieg der Radfahrerzahl gesorgt. ”

Fortgesetzte Forschung

“365SNEL” ist eine Fortsetzung der Forschung, die AVERE Belgien, die KU Leuven und die Freie Universität Brüssel (VUB) im Auftrag der flämischen Regierung briets im vergangenen Jahr über das Potenzial leichter Elektrofahrzeuge durchgeführt haben.

Weitere Informationen über das Projekt “365SNEL” sind online unter 365snel.net in niederländischer Sprache zu finden.

Unternehmen, die an einer Teilnahme an 365SNEL interessiert sind, können sich an den Projektleiter Nikolaas Van den Steen wenden, E-Mail nikolaas.vandensteen@kuleuven.be, Tel. +32 498 29 08 67.

[Foto: VeloStrom]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VeloStrom.de
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