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Fertig-Pedelecs Test & Technik

Test des FS10 von LOGO E-BIKES mit Fazua-Antrieb: Flotter Commuter für Sportliche

Lesezeit etwa 19 Minuten

[at] Mit dem FS10 bringt LOGO e-BIKES ein leichtes, sportliches Commuterbike mit Fazua-Antrieb auf den Markt. Bei VeloStrom konnte das spannende Konzept zeigen, was es in der Praxis kann.

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Das FS10 von Logo e-BIKES, sportlicher Commuter mit Fazua-Antrieb (Klicken zum Vergrößern).

Hören statt lesen? Hier geht’s zum Podcast.

Die Gründer Rob Beset und Rolf Singenberger sind seit langen Jahren im Fahrradbusiness tätig und in der Radszene keine Unbekannten: Rob, vormals Manager bei der Accell Group, und Rolf, früherer Entwicklungsleiter bei BMC, lernten sich bei der Arbeit für die Rennradmarke Eddy Merckx kennen und schätzen.

Wohl nur durch diese langjährige Tätigkeit und die sich dadurch ergebende intensive Vernetzung innerhalb der Branche war es den beiden möglich innerhalb kürzester Zeit zwei komplett neue Räder zu entwerfen und zur Marktreife zu bringen.

Sowohl das XD02 als auch das FS10 wenden sich mit einer StVZO-konformen Ausstattung an den (urbanen) Pendler, sind aber im Kern von unterschiedlichem Charakter: Während das XD02 mit Riemenantrieb und Hinterradnabenmotor eher den komfortorientierten Pendler im Blick hat, wendet sich das FS10 mit dem Fazua-Antrieb an den sportlichen Pedelec-Fahrer.

 

Das FS10 stand für einen ausführlichen Test zur Verfügung, es handelte sich noch um ein Vorserienmodell, erkennbar am noch vorhandenen “2R”-Logo: Kurz vor der Präsentation auf der Eurobike musste der Markenname noch geändert werden.

FS10: Auf den ersten Blick

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Fas10: Anmutiges Rahmenlayout mit filigranem Heckbereich (Klicken zum Vergrößern).

Das FS10 kommt in seiner silbergrauen Lackierung und den dezenten schwarzen, roten und weißen Applikationen elegant daher. Die weitestgehend im Rahmen verlegten Züge unterstreichen das wertige Erscheinungsbild.

Das anmutige Rahmenlayout mit dem filigranen Heckbereich, über dem der Gepäckträger fast zu schweben scheint, bildet mit dem kräftig dimensionierten Unterrohr einen spannenden Kontrast.

Die Schweißraupen am Alurahmen sind so akkurat gezogen, wie es wohl nur an robotgeschweißten Rahmen möglich ist. Neben der reinen Ästhetik der hydrogeformten Rahmenrohre soll dadurch auch ein besonders steifer und leichter Rahmen ermöglicht worden sein.

Das Vorderrad ist per Steckachse mit der formschönen und leichten Carbongabel in Monocoque-Bauweise verbunden;  beides verspricht eine hohe Steifigkeit im Fahrbetrieb. Die eleganten Sattel- und Kettenstreben führen in einen stabil wirkenden Dreiecksverbund, der mit einem speziellen Ausfallende das Hinterrad ebenfalls per Steckachse fixiert.

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Hinterradaufnahme am FS10 (Klicken zum Vergrößern).

Der Gepäckträger stützt sich, gemeinsam mit der Schutzblechstrebe, am Ausfallende ab und platziert seine Last schwerpunktgünstig fast genau über der Heckachse.

Apropos Ausfallende. Hier hat sich Rolf Singenberger etwas ganz besonderes einfallen lassen: Der Rahmen ist so gestaltet, dass, ohne den Rahmen zu teilen, für das Schwestermodell XD02 ein Riemenantrieb realisiert werden kann. Das sorgt zum einen natürlich für einen stabiles Rahmenset, auf der anderen Seite natürlich auch für eine günstige Kostenstruktur, da so nur ein Rahmen für beide Modelle benötigt wird.

Da beim FS10 jedoch eine Kette mit 10er Ritzel zum Einsatz kommt, wird am Ausfallende ein spezielles Passstück verwendet, welches die Montage von Schaltauge und Umwerfer ermöglicht. Pfiffig gemacht!

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FS10: Platz für zwei Flaschenhalter (Klicken zum Vergrößern).

Die Sattelstrebe ist aerodynamisch geformt, kurz nach dem Knick des Oberrohres sowie am Unterrohr findet sich Platz für je einen Flaschenhalter – ein deutlicher Hinweis auf sportliche Ambitionen des FS10.

Der Lenker ist wunderbar clean, am linken Lenkerende findet sich neben dem Hebel für die standfeste Shimano-Scheibenbremse der minimalistische Bediensatellit des Fazua-Antriebs, der alle wirklich wichtigen Informationen bereithält.

In der Lenkermitte thront statt eines Displays der leuchtstarke Supernova E3-Scheinwerfer und am rechten Lenkerende schaltet man wie üblich die 10 Gänge, im Falle des FS10 eine Shimano Deore-Kombi.

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FS10: Cleaner Lenker (Klicken zum Vergrößern).

Das FS10 von Logoe E-bikes ist mit pannengeschützten CruiseCONTACT-Reifen von Continental im Format 50-622 bereift. Durch das große Volumen sollen die Reifen einen guten Komfort bieten, angesichts der ungefederten Carbon-Gabel sicher eine gute Idee.

Der erste Eindruck zeigt, dass Rob Beset und Rolf Singenberger ihr Handwerk verstehen: Das FS10 ist mit viel Sinn und Sachverstand aufgebaut.

FS10: Die Ergonomie

Das FS10 ist als sportliches All-Road-Bike konzipiert, das Rahmenlayout und die Ergonomie passen dazu ideal. Logo e-BIKES spricht vom “Urban Sport Style”: Fahrerin oder Fahrer sollen im statt auf dem Rad platziert werden, wobei es möglich sein soll sowohl relaxed als auch bei Bedarf sportiv radeln zu können.

rahmenlayout_logo-ebikesDer Rahmen ist in drei Größen S, M und L verfügbar. Auf der Website von Logo e-BIKES sind die Rahmendaten ausführlich dargestellt, inklusive natürlich einer Größenempfehlung, die sich an der Körpergröße orientiert. Bei meiner Körpergröße von 1,79cm habe ich mich für die Rahmenhöhe “M” entschieden. 

In Deutschland werden die Bikes über “GoBike Service” fertig montiert und, nach vorheriger Terminabsprache, direkt zum Kunden geliefert; vor Ort erfolgt dann die Feinjustage von Sattelhöhe und Griffeinstellung.

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Blick in den Servicetruck von Go Bike Service beim Ausliefern des FS-10 (Klicken zum Vergrößern).

Andreas Hunkel, bei GoBike Service als Area Developer für das Rhein-Main-Gebiet tätig, erklärt: “Auf diese Weise stellen wir sicher, das der Kunde auch das für ihn passende Rad erhält. Sollte sich vor Ort herausstellen, dass das Rad ergonomisch überhaupt nicht zum Kunden passt, tauschen wir das Rad in die passende Größe”.

Ein wichtiger Aspekt beim Online-Kauf. Ein weiterer: Der Kunde braucht sich nicht um die Entsorgung des doch recht großen Radkartons zu kümmern.

Das Liefern und später auch die Abholung des Testrades durch GoBikeService erfolgte pünktlich im angegebenen Zeitfenster mit dem Werkzeugtruck, mit dem auch praktisch alle Wartungsarbeiten möglich sind. Möglicherweise ist das die Zukunft des Fahrradhandels?

Doch zurück zum FS10. Die Position der Lenkergriffe brauchte nicht verändert zu werden, die Handballenauflage passte zu meiner Handhaltung. Nach Einstellen der Sattelhöhe stellte sich nach der ersten kurzen Runde heraus, das bei “Urban Sport Style” der Schwerpunkt deutlich auf “Sport” liegt. Der Sattel ist leicht überhöht, die Hände ruhen mit deutlichem Druck des Oberkörpers auf ergonomisch geformten Griffen mit dezenter Handballenauflage.

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Griffige Pedale am FS10 (Klicken zum Vergrößern).

Das FS10 macht schnell deutlich, dass es sich als Sportrad versteht und mit Oberkörperspannung gefahren werden will.

Die griffigen Plattform-Pedale passen da nur scheinbar nicht ins Bild: Denn immerhin ist das FS10 auch als Commuter gedacht und soll als solches auch problemlos mit Business-Schuhen gefahren werden können. Also auch hier: Konsequent für die Zielgruppe ausgestattet.

FS10: Der Fazua-Antrieb

Zur Auslegung als sportliches All-Road-Bike passt der einzigartige Fazua-Antrieb natürlich prima zum FS10. Und sorgt damit für ein Alleinstellungsmerkmal: Meines Wissens ist das FS10 zur Zeit das einzige Pedelec mit vollständiger StVZO-Ausstattung, das mit dem Fazua-Antrieb ausgestattet ist.

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FS10: Akku (links) und Drivepack (rechts) des Fazua-Antriebs (Klicken zum Vergrößern).

Der Fazua-Antrieb bietet einige Besonderheiten. So ist der mit 252 Wh (7Ah) relativ kleine und damit leichte Akku inklusive des sogenannten “Drivepacks” aus dem Rahmen entnehmbar. Zurück bleibt nur das Getriebe, die Einbaulücke im Rahmen kann durch einen Blende verschlossen werden.

Das Getriebe bietet, entweder ohne Drivepack oder oberhalb der Unterstützungsgrenze gefahren, kaum fühlbaren Tretwiderstand. So kann ein mit dem Fazua-Antrieb ausgestattetes Rad auch ohne Akku und Motor wie ein konventionelles Rad gefahren werden – ohne größere körperliche Anstrengung.

Die Bedienung des Systems ist sehr reduziert. Am linken Lenkerende findet sich der Bediensatellit, mit dem die drei Unterstützungsstufen auswählbar sind oder das System während der Fahrt deaktivierbar ist.

Trotz der sehr kompakten Ausmaße bietet das Bedienteil die wichtigsten Informationen: Die drei Unterstützungsmodi werden mittels verschiedener Farben visualisiert: Grün (bis 125 Watt), Blau (bis 250 Watt), Rosa (bis 400 Watt). Die Anzahl der jeweils leuchtenden LED’s signalisiert den Ladezustand des Akkus.

Geladen wird der Akku übrigens im ausgebauten Zustand über ein Netzteil mit Rosenberger-Magnetstecker: Die Steckverbinder finden dank Magnetisierung verpolungssicher zueinander. Der Ausbau von Drivepack inklusive Akku ist mit wenigen Handgriffen erledigt, wie in diesem Video schön zu sehen ist:

 

Fazua verspricht für die kompakte Kombination von Getriebe, Antrieb und Akku ein Drehmoment von bis zu 60 NM, die maximale Unterstützung soll in einem Kadenzbereich von 65 bis 85 anliegen. Auch hier liegt der Antrieb auf der eher sportlichen Seite.

FS10: Erste Ausfahrt

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Hauptschalter (links) und Ladebuchse (rechts) am Akku des Fazua-Antriebs (Klicken zum Vergrößern).

Wer bisher andere Pedelecs gefahren ist muss beim FS10 mit dem Fazua-Antrieb etwas umdenken. Der Akku fällt nach acht Stunden in einen Tiefschlafmodus und kann daraus nur durch den Schalter am Akku geweckt werden. Um an den Schalter zu kommen muss das Drivepack kurz aus dem Rahmen genommen werden. Etwas umständlich, aber ein Handgriff der Schnell in Fleisch und Blut übergeht. Übrigens kann das Drivepack auch nicht über den Bediensatelliten abgeschaltet werden.

Ist der Akku wieder eingeklinkt blinkt als Bestätigung kurz eine LED am Bedienteil auf, es kann losgehen. Die erste Tour führt mich zu den Weilbacher Kiesgruben im Regionalpark Rhein-Main. Zunächst fahre ich ohne Hilfe des Fazua-Antriebs los. Das FS10 fühlt sich an wie ein normales Rad, es geht natürlich nicht so rasant voran wie mit Unterstützung, ist aber weit von der Schwerfälligkeit manch anderer Pedelecs entfernt, die ohne Motor gefahren werden.

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Mit 19,37 kg ist das FS10 gut 5 kg leichter als herkömmliche Pedelec. (Klicken zum Vergrößern)

Das kann natürlich auch ein gutes Stück am Gewicht liegen: Mit 19,37 kg ist das FS10 gut 5 kg leichter als herkömmliche Pedelec. Das zeigt sich auch beim Tragen oder beim Heben auf den Fahrradträger.

Vom Fahrverhalten gleicht es einem sportiven Trekkingrad, Lenkimpulse werden zackig umgesetzt, der Lenker ist breit genug um einen gute Kontrolle zu gewährleisten und schmal genug um nicht als Segelstange zu erscheinen. 

Nach einer Weile aktiviere ich über einen Druck auf die griffigen Tasten den Antrieb in der kleinsten Unterstützungsstufe, dem sogenannten “Breeze-Mode” der durch grüne LED signalisiert wird und merke erst einmal … nichts.

Dann erinnere ich mich an die Angaben zu Kadenz, ich kurbele wohl etwas zu schnell. Deshalb wechsle ich der Einfachheit halber mit der gewohnt knackig agierenden Shimano Deore die Übersetzung in einen höheren Gang und … ahh, jetzt schiebt der Antrieb mit! Zwar etwas verhalten, aber zu spüren, und auch zu hören. Das Laufgeräusch erinnert mich an einen Seitenläuferdynamo. Gegenüber dem Prototypen von Fazua, den ich letztes Jahr fahren konnte, kommt mir das Laufgeräusch lauter vor. Das der Antrieb nur sanft einsetzt ist von Fazua ganz bewusst so gewollt um das Radfahrgefühl so natürlich wie möglich zu erhalten.

Versuchsweise schalte ich die anderen Unterstützungstufen “River” (blaue LED) und “Rocket” (rosa LED) noch durch. Am Laufgeräusch ändert sich nichts, wohl aber an der Unterstützung. Wobei der Unterschied zwischen den Stufen “River” und “Rocket” sich nur marginal ändert. Darauf angesprochen bestätigt Rolf Singenberger von Logo e-BIKES meine Wahrnehmung. Da auch von anderen Testfahrern entsprechende Rückmeldung kam arbeite man bereits an einer anderen Abstimmung des Systems.

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Die verschiedenen Unterstützungsmodi des Fazua-Antriebs. Die Anzahl der LED zeigt den Ladezustand des Akkus an.

Für den Rest der Tour und auch, soviel sei vorweggenommen, für den Rest des Tests nutze ich fast ausschließlich die höchste Unterstützungsstufe.

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Mit dem FS10 am Portal des Rhein-Main-Reginalparks (Klicken zum Vergrößern).

Die Wege des Regionalpark Rhein-Main sind öfter wassergebunden. Die Continental-Reifen rollen darauf geschmeidig ab und setzen Richtungswechseln keinen großen Widerstand entgegen, auch wenn zu Beginn die Radien etwas weiter sind als gedacht. Die Contis vermitteln einen sicheren Eindruck, der Fahrkomfort ist dank des großen Luftpolsters der Reifen überraschend gut. Kleinere Bodenunebenheiten werden gut geschluckt, Passagen mit Kopfsteinpflaster wird die Spitzen genommen.

Ein gerüttelt Maß daran beteiligt ist sicher auch die leichte Carbon-Gabel in der schon genannten Monocoque-Bauweise: Die Carbonfasern wurden von Rolf Singenberger bei der Konstruktion ganz bewusst so ausgerichtet, dass die Gabel flexen kann. Das FS10 zeigt sich damit auch gut auch für Fahrten auf unbefestigten Wegen geeignet. Zumindest, solange es nicht zu ruppig wird: Über Wurzelaufbrüche fährt man am besten in den Pedalen stehend.

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Das Drivepack wiegt 1,93 kg (Klicken zum Vergößern).

Am Ende der ersten Tour habe ich nach 35 Kilometern noch die Hälfte der Akkuladung, beachtlich bei nur 252 Wh Kapazität! Ob es daran liegt, das die Laufräder dank der hochwertigen Naben und, entgegen der allgemeinen Annahme, auch dank der großvolumigen Reifen besonders gut laufen, oder der Fazua-Antrieb besonders effektiv arbeitet?

Bereits auf dieser ersten, etwas längeren Ausfahrt bestätigt sich der erste Eindruck vom sportliche Genom des FS10: Die aktive Sitzposition animiert zum zügigen Fahren, die Bauchmuskulatur wird trainiert, man hat das deutliche Gefühl etwas geleistet zu haben.

Zu Hause angekommen nehme ich das Drivepack aus dem Rahmen sowie den Akku aus dem Drivepack und wiege beide mal. Das Drivepack kommt auf 1,93 kg, der Akku auf rund 1,37 kg, in der Summe also auf 3,3 kg.

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Der Akku wiegt 1,37 kg (Klicken zum Vergrößern).

Damit wiegt das FS10 von Logo e-Bikes ohne Akku und Motor, aber mit Getriebe (19,37kg ./. 3,3 kg=) 16,07 kg.

Ein guter Wert für ein voll ausgestattetes Trekkingbike. Zumal man von diesem Wert das Gewicht des fest verbauten Getriebes von 1,31 kg (Angabe Fazua) noch abziehen müsste.

FS10: Commuting und Reisen

Das FS10 ist als sportliches Pedelec mit Vollausstattung natürlich auch zum Pendeln ins Büro (neudeutsch: Commuting) prima geeignet. Der bereits angesprochene Gepäckträger spielt, da ich ungern mit Rucksack unterwegs bin, dabei für mich eine große Rolle und verdient einen etwas genaueren Blick.

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Der Gepäckträger am FS10 stützt sich am stabilen Ausfallende ab (Klicken zum Vergrößern).

Bei Logo e-BIKES legte man bei der Konzeption des Bikes Wert auf einen soliden, haltbaren Gepäckträger. Und da man auch keine klapprigen Kunststoffschutzbleche am Rad haben wollte, designte man einen formschönen Gepäckträger aus anodisiertem Aluminium der mit dem ebenfalls anodisierten Alu-Schutzblech fest verbunden ist und so nicht nur optisch eine Einheit bildet. Der Gepäckträger stützt sich am stabilen Ausfallende ab und platziert seine Last, schwerpunktmäßig günstig, direkt über der Hinterachse.

Wer mit dem Rad pendelt ist auch dankbar für ein gute Licht, schließlich will man frühmorgens oder spätabends ja nicht buchstäblich im Dunkeln stehen.

logo-e-bikes-fs10_lampeBei der Beleuchtung setzt Logo e-BIKES auf Produkte von Supernova: Vorne die Supernova “E3 E-Bike” mit 80 Lux, hinten das dreistöckige LED-Pendant. Beide fügen sich harmonsich in das Erscheinungsbild des FS10 ein und werden sinnvollerweise mit Strom aus dem Akku versorgt. Bei der Effizienz moderner LED-Lampen sollte sich daraus kein signifikanter Reichweitennachteil ergeben.

Das helle und kreisförmige Licht mit scharfer hell-dunkle-Grenze der Frontleuchte sorgt bei hohem Tempo im Dunkeln für einen “schwarzer-Sack-Effekt”: Korrekt ausgerichtet leuchtet es nicht so weit voraus, wie ich es gefühlsmäßig gerne hätte. Die Lösung dafür ist einfach: Einfach etwas langsamer fahren. Bei Dunkelheit eine nicht allzu schlechte Idee. Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung einer zweiten (Akku-)Lampe, beispielsweise der Trelock LS 760 I-GO® VISION.

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Helles und kreisförmige Licht mit scharfer hell-dunkle-Grenze (Klicken um Vergrößern).

Beim täglichen Pendeln setze ich aktuell auf einen Ortlieb Office-Bag, der sich satt am Träger des FS10 einhängen lässt. Die ausreichend langen Kettenstreben sorgen gemeinsam mit der schrägen Positionierung der Tasche dafür, dass ich beim Pedalieren auch mit Schuhen in Größe 46 keinen Kontakt mit der Tasche habe.

Dies ist übrigens, auch wenn sie nicht schräg hängen, mit den Front-Rollern von Ortlieb, die ich für eine kleine Rheintour verwendete, ebenfalls der Fall.

Wie bereits vermutet bleibt das FS10 nach einer leichten Erhöhung des Lufdrucks von der Last am Heck völlig unbeeindruckt. Komfort und Rückmeldung bleiben auf gewohntem Niveau. Das Fahrverhalten ändert sich nicht wahrnehmbar, zumindest solange man keinen Gegenwind hat: Dann merkt man doch, das der Office-Bag etwas bremst.

Die Akkuleistung reicht für meine relativ ebene tägliche Pendelstrecke von rund 16 Kilometern einfacher Strecke auch in höchster Unterstützung immer, um ohne Nachladen wieder nach Hause zu kommen.

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Das FS10 im Einsatz als schneller Commuter (Klicken zum Vergrößern).

Der Fazua-Antrieb sorgt für einen hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, die recht lang gewählte Übersetzung ermöglicht auf entsprechend gutem Terrain Geschwindigkeiten deutlich über der Unterstützungsgrenze von 25 km/h. Allerdings auf der anderen Seite auch dafür, das ich an manchen Anstiegen dann doch aus dem Sattel muss.

Die Sitzpostion, zu Beginn des Testzeitraums noch als etwas anstrengend empfunden, wird im Laufe der Zeit angenehmer, wohl ein Nebeneffekt der nun trainierteren Muskulatur.

Fazit

logo-e-bikes-fs10_reisenMit dem FS10 hat Logo e-BIKES ein sportliches Pedelec auf die Räder gestellt mit dem sowohl das tägliche Pendeln, als auch Touren, gerne auch über unbefestigte Wege, oder sportlich-schnelle Ausritte möglich sind.

Die Sitzposition ist sportlich-aktiv ohne übertrieben gestreckt zu sein. Das Körpergewicht ist zu Beginn zwar deutlich auf den Handballen zu spüren, die Ergogriffe (und das beim Fahren des FS10 unvermeidliche Bauchmuskeltraining) bringen jedoch effektive Entlastung.

Die Unterstützung durch den Antrieb sorgt dafür, das die Geschwindigkeit auch an Anstiegen hoch bleibt. Jedoch kann man sich, dem sportlichen Charakter des Bikes entsprechend, nicht einfach entspannt zurücklehnen und den Fazua-Antrieb machen lassen: Das FS10 fordert, mehr als herkömmlichen Pedelecs. Auch weil der Antrieb weniger stark unterstützt als andere E-Bikes. Doch das passt genau zur Auslegung und der Zielgruppe. Wäre das FS10 ein Auto würde man wohl von einem “Gran Tourismo” sprechen.

Die StVZO-konforme Ausstattung des Bikes, die hochwertige, klapperfreie Verarbeitung sowie der besondere Antrieb von Fazua rechtfertigen den Preis von 4.999€  (Stand September 2018). Das besondere Konzept des Bikes sichert dem FS10 darüber hinaus eine Alleinstellung auf dem Pedelec-Markt.

Wer der Meinung ist mit einem Pedelec würde man gefahren anstatt selbst zu fahren, der sollte mal ein FS10  ausprobieren. Er wird sich des Vorurteils, ein Pedelec könne man nicht sportlich fahren, entledigen müssen.

Mein Dank geht an Logo e-BIKES für das kostenfreie zur Verfügung stellen des FS10 für diesen Test.

[Fotos & Video: VeloStrom]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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