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Reise ins Elysium aller Radbegeisterten

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Die Eurobike in Friedrichshafen ging letzte Woche Sonntag zu Ende

[at] Heute vor einer Woche ging die Eurobike in Friedrichshafen zu Ende, ein kurzer Bericht über meine Reise in das Elysium aller Radbegeisterten.

Die Eurobike ist DER Event, sozusagen gleichzeitig Weihnachten, Neujahr, Ostern und Geburtstag für Fahrradfans in aller Welt. Dieses Jahr fand die Messe in Friedrichshafen am Bodensee das 25. mal statt, und ich war das erste mal dabei.

Ich hatte mich samt Zelt auf einem Campingplatz in der Nähe einquartiert, der Plan war, mit dem Rad zur Messe zu fahren um dem morgend- und abendlichen Verkehrschaos zu entgehen. Um es vorweg zu nehmen: Der Plan ging vollends auf, das Wetter war einfach ideal zum Zelten und Radpendeln, abends noch deutlich über 25 Grad und kein Tropfen Regen. Den Boncho hatte ich umsonst mit dabei. Doch selbst bei übelstem Regen hätte die Chance bestanden, trockenen Fußes zur Eurobike zu kommen. Denn direkt am Campingplatz hielt eine kostenloser (!) Bus-Shuttle, der morgens und abends je zweimal die Messe anfuhr.

Am Mittwoch machte ich mich gegen 8 Uhr auf den Weg zum Messegelände. Karte und Navi hatte ich zu Hause gelassen (ok, das Backup in Form des Smartphones mit OSM-Karten hatte ich dabei), schließlich sollten die Radwege nach Friedrichshafen ausgeschildert sein. Außerdem muss man sich ja auch noch ein bisschen den Orientierungssinn erhalten. 🙂

Schon kurz nach Verlassen des Campingplatz überholten mich die ersten Autos der Aussteller: Schindelhauer (ich glaube, die waren sogar auf dem gleichen Campingplatz wie ich) und Dutch Perfect (Fahrradreifen aus NL). Wenn der Radweg parallel zur Straße verlief gings weiter mit dem who-is-who der Radbranche: Shimano, Riese und Müller, Schwalbe . Kurz vor Erreichen des Messegeländes (der Radweg dorthin ist übrigens wirklich ausgeschildert) kulminierte die Anzahl der Markenlogos auf diversen PKW; Global Player und kleine Firmen buntgemischt und viele, deren Namen ich nie zuvor gehört hatte.

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Overnighter de Luxe“ auf einem Campingplatz in der Nähe der Eurobike.

Während die PKW sich auf den Zufahrtswegen der Messe stauten waren erstaunlich wenige Radfahrer unterwegs. Am Messegelände gab es die Möglichkeit, das Rad auf einem bewachten Parkplatz abzustellen – kostenfrei! Pedelec abgestellt und auf in’s Getümmel, das sich aber nicht so sehr tümmelte wie ich befürchtet hatte. Die Atmosphäre war entspannt und locker, nichts zu spüren von der sonst üblichen Messehektik. Ich war, gut ausgestattet mit digitalem und analogem Messeguide, zunächst auch sehr entspannt. Im Vorfeld hatte ich den ein oder anderen Gesprächstermin vereinbart und war guter Dinge, den Plan gut einhalten zu können. Doch ich hatte nicht mit der Masse an Eindrücken gerechnet, die auf mich einstürmten. Denn auf dem Weg zu den Ständen der Gesprächspartner kam ich an einer Unzahl hochinteressanter weiterer Stände vorbei und kam aus dem Staunen mit glänzenden Augen nicht mehr raus. Schrieb ich oben was von „Weihnachten, Neujahr, Ostern und Geburtstag“? Da muss noch Namenstag und Pfingsten dazu, mindestens…

Es ist eine Art velophiler Overkill der an diesen Tagen der Eurobike stattfindet. Es scheint nichts zu geben, was es nicht gibt, wobei: Spezialräder wie zum Beispiel Velomobile sind etwas unterrepräsentiert. Immerhin habe ich aber draußen am Eingang West zwei Orca (einen gelben und einen orangenen) gesehen; ein Gruß unbekannter Weise an dieser Stelle von Orca-Fahrer zu Orca-Fahrer.

Im Laufe des Tages stellte sich ein Gefühl sprachloser Begeisterung und Staunens ein, spätestens als ich die ersten Pedelec auf dem Parcours zur Probe gefahren war. Wobei das Wort „Parcours“ bei einer Streckenlänge zwischen drei und sieben Kilometern, führt man sich die sonst üblichen Teststrecken vor Augen, etwas fehl am Platze scheint. Nach dem ersten Messetag war klar: Die Idee des Pendels per Rad war goldrichtig war. Nach Messeschluß um 18 Uhr drängten sich die Autos wieder durch die Straßen, während ich, gemütlich bei sommerlichem Wetter, durch die Obstplantagen gen Campingplatz pedalierend, die Eindrücke des Tages prima sortieren und den Plan für den nächsten Tag anpassen konnte.

Am zweiten Tag fiel mir die Orientierung auf dem Gelände etwas leichter, während das Gefühl sprachloser Begeisterung und Staunen blieb. Die Stimmung war nach wie vor recht entspannt, obwohl es etwas voller wurde. Trotzdem gab es immer genügend Raum um sich interessanten Produkten zu widmen. Über manche habe ich schon berichtet, viele werden noch folgen, aber über ALLES zu berichten wird unmöglich sein.

Der dritte Tag begann für mich und einige andere Blogger mit der „Kick-Off-Veranstaltung“ des Wrider`s Club. Initiiert vom Pressedienst Fahrrad und der Eurobike „bringt [der Wrider’s Club] Blogger rund ums Thema Fahrrad zusammen, macht sie als Gruppe sichtbar und bringt ihnen mehr Öffentlichkeit“. Wobei „Blogger“ in dem Fall weit gefasst ist und alle umfasst, die sich, in welcher digitalen Form auch immer, mit dem Thema „Fahrrad“ auseinander setzen. Eine tolle Sache, wie ich finde, und deshalb bin ich auch mit dabei.

Den Rest meines dritten Messetages habe ich mir frei gehalten: Gänzlich ohne weitere Gesprächstermine habe ich mich einfach ein bisschen treiben lassen, aber auch ein paar Messestände besucht, die ich in den vorigen Tagen nur kurz am Rande gestreift habe. Doch selbst nach drei Tagen Messebesuch habe ich längst nicht alles gesehen. Noch nicht einmal alles, was ich gerne gesehen hätte.

Nach meinem ersten Besuch auf der Eurobike gilt für mich festzuhalten: Die Idee, zu zelten und mit dem Rad zur Messe zu pendeln war ideal. Ab sofort zähle ich auch zu denen, die die Tage bis zur nächsten Eurobike zählen. Und mein nächster Messebesuch ist etwas besser vorbereitet.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Kaleidoskop meiner Eindrücke:

 

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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