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Markt & Hersteller

Fahrradindustrie diskutiert Top-Trends & regulatorische Rahmenbedingungen

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Am 21. November 2023 lud der Industrieverband zur ersten ZIV Technik Konferenz ein, um wichtige Trends und Entwicklungen zu diskutieren.

Mit dem Erfolg von Fahrrädern und E-Bikes, neuen technologischen Entwicklungen sowie innovativen Produkten hat die Fahrradbranche in den vergangenen Jahren ihre Innovationsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Über 100 Teilnehmende aus den Bereichen Technik, Produktentwicklung und Nachhaltigkeit kamen zur Premiere der ersten ZIV Technik Konferenz nach Berlin.

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Die Teilnehmenden waren sich einig, dass der „technische Dreiklang von Normung, Regulierung und Forschung“ den Rahmen für die Entwicklung bestimmt.

Zuspruch zeigt Innovationskraft

„Der große Zuspruch bei der ersten ZIV Technik Konferenz zeigt die Innovationskraft und das Lösungsbewusstsein der Fahrradbranche“, resümiert ZIV-Vorstandsmitglied und Busch & Müller Geschäftsführer Guido Müller „Seit 135 Jahren sind der ZIV und seine Vorgängerverbände in allen technischen Fragen die erste Adresse für unsere Mitglieder. Mit dem neuen Konferenzformat bringen wir den inhaltlichen Austausch zur Technik in unserer Industrie weiter voran – und schließen eine Lücke.“

Nur für ZIV-Mitglieder

Der europäische Markt für Fahrräder und E-Bikes gehört zu den bedeutendsten weltweit. Spätestens seit dem Beginn der E-Bike-Revolution findet man in EU-Ländern, primär in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz, eine enorme Innovationsgeschwindigkeit, die sich mit hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie zentralen Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Recycling vereint.

Vor diesem Hintergrund hat der Verband die ZIV Technik Konferenz initiiert. Eingeladen zur Premiere waren ausschließlich Mitglieder, die allerdings einen großen Markt auf sich vereinen: 90 Prozent der 2022 in Deutschland produzierten Fahrräder und E-Bikes stammen von Mitgliedsunternehmen des ZIV.  

Viele Herausforderungen

„Die neuen technischen Möglichkeiten bei Fahrrädern und E-Bikes und die breite Diversifizierung bei den Produkten bis hin zu innovativen Lastenrädern für den privaten und gewerblichen Bereich bieten viele neue Chancen für das gesamte Ecosystem Fahrrad“, betont ZIV-Leiter Technik und Normung Tim Salatzki. „Gleichzeitig werden die gesetzlichen Regelungen und Anforderungen, die sich hauptsächlich in der EU, aber auch auf internationaler Ebene rasant entwickeln, enorm herausfordernd für unsere Branche.“

„Wie entwickeln sich die europäische und nationale Gesetzgebung zu E-Bikes?“, „Überfordern Normung und Regulierung die Branche?“, „Tuning – erkennen, verhindern, damit umgehen“ oder „Der digitale Produktpass“ – so lauteten nur einige der intensiv diskutierten Fragen und Themen.

Dazu Tim Salatzki: „Die einzelnen Technikthemen sind enorm vielfältig und können in der nötigen Tiefe und Komplexität von den wenigsten Unternehmen im Alleingang bearbeitet werden. Deshalb ist es wichtig, Räume für Information und Austausch zu schaffen. Der ZIV bietet hier die nötige Plattform und Koordination.“

ZIV Technik Konferenz-SpeakerInnen
Die SpeakerInnen der ZIV Techbnik-Konferenz: (von links nach rechts) Burkhard Stork, Geschäftsführer, ZIV – Daniela Leveratto, Technische Direktorin, CONEBI – Tobias Schulze-Wettendorf, Leiter Vertrieb, GRS – Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien – Bernhard Johanni, Geschäftsführung Produktentwicklung Europa, SRAM – Arndt Graeve, Gründer und CTO, Ca Go Bike – Dr. Lisa Risch, Wissenschaftliche Referentin, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – Dr. Eric Groß, Oberingenieur, Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) – Moderation: Dagmar Köhler, Mobilitätsexpertin und Consultant, Mobycon – Dr. Hanno Frömming, Geschäftsführer, Treo – Labor für Umweltsimulation – Ernst Brust, Gründer und Geschäftsführer, Velotech – Guido Müller, Geschäftsführer, Busch & Müller und ZIV-Vorstandsmitglied – Tim Salatzki, Leiter Technik und Normung, ZIV

Regularien positiv beeinflussen

Fahrradhersteller sind zum Beispiel nicht nur an die Regeln und Normen der Europäischen Union gebunden, sie können Prozesse zu zukünftigen Regelungen auf Basis sicherheitstechnischer Aspekte auch positiv beeinflussen – zum Beispiel mit Blick auf anstehende Regularien bei Lastenrädern.

„Fundierte Branchenexpertise ist hier sehr willkommen“, konstatiert Tim Salatzki. Und auch außerhalb des Kernmarkts EU besteht Handlungsbedarf: „Wenn wir uns den wachsenden Bereich der Machine-to-Machine (M2M)- oder Vehicle-to-X (V2X)-Kommunikation, also den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten sowie Fahrzeugen anschauen, sehen wir sofort den Bedarf, weltweit gültige Standards zu entwickeln, von denen dann alle profitieren, zum Beispiel in der Verkehrssicherheit.“

Wichtiges Thema: Nachhaltigkeit

In der EU gewinnt neben Produktsicherheit auch das Thema Nachhaltigkeit immer weiter an Bedeutung. So setzt sich der ZIV seit dem Beginn der E-Bike-Erfolgsgeschichte zum Beispiel intensiv für die Sicherheit im Gebrauch von E-Bike-Akkus sowie die Rücknahme und das Recycling ein.


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Was tun mit alten E-Bike Akkus?

Dazu etablierte der ZIV bereits 2010 – gemeinsam mit der GRS – Gemeinsames Rücknahmesystem Servicegesellschaft, den Herstellern und dem Fahrradhandel – ein Branchensystem für die Rücknahme von E-Bike-Batterien.

[Text: ZIV, Fotos: Deckbar-Photographie]

Alexander Theis
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