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Faktencheck: Reichweite beim E-Bike

Lesezeit etwa 5 Minuten

Wieso ist es so schwierig, eine Reichweite für ein E-Bike anzugeben?

Die Faszination für E-Bikes nimmt weltweit stetig zu. Kein Wunder: E-Bike bieten nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zum Auto, sondern ermöglichen auch längere Radtouren.

Vor allem aber: Pedelec fahren macht Spaß!

Doch eine Frage, die viele potenzielle Käufer und Nutzer immer wieder beschäftigt, ist: „Wie weit kann ich mit einem voll aufgeladenen E-Bike fahren?“

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100 km mit einer E-Bike-Akkuladung? Kein Problem, wenn man einige Dinge beachtet.

Eine präzise Angabe der Reichweite zu machen, erweist sich jedoch als unerwartet schwierig. Warum ist das so?

In diesem Artikel beleuchte ich die verschiedenen Faktoren, welche die Reichweite eines E-Bikes beeinflussen.

Akku-Kapazität

Die Akku-Kapazität, gemessen in Wattstunden (Wh), [-> E-Bike FAQ: Wie berechnet man die Kapazität eines Akkus?] ist ein wichtiger Faktor für die Reichweite eines E-Bikes. Je höher die Kapazität, desto weiter kann man theoretisch fahren. Ein Akku mit 500 Wh bietet beispielsweise mehr Energie als ein Akku mit 300 Wh.

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Gut im Saft: Akku mit 983 Wh beim Stromer ST2S

Aber Achtung! Dies ist nur ein Ausgangspunkt. Weitere Einflussfaktoren können die tatsächliche Reichweite erheblich verringern oder verlängern.

Gelände und Topografie

Das Gelände spielt eine wesentliche Rolle. Einer der größten Energieverbraucher eines E-Bikes ist das Überwinden von Steigungen.

Fährst du bergauf, benötigt der Motor deutlich mehr Energie. Auf flachen Strecken hingegen ist der Energieverbrauch geringer.

In hügeligen Regionen können die Reichweiten daher drastisch variieren.

Fahrweise und Unterstützungslevel

Ihre individuelle Fahrweise und das gewählte Unterstützungslevel beeinflussen die Reichweite maßgeblich. Wer häufig mit maximaler Motorunterstützung fährt, reduziert die Reichweite erheblich.

Nutzt man hingegen nur einen geringen Unterstützungsgrad kann man deutlich weiter kommen.

Ebenso wichtig: Die richtige Gangwahl! Wer dem Motor mehr Arbeit überlässt (also schwerer tritt) der braucht mehr Akku-Strom.

Gewicht

Das Gesamtgewicht, das das E-Bike tragen muss, spielt ebenfalls eine Rolle. Das Gewicht umfasst dabei sowohl das eigenes Gewicht als auch das Gewicht des E-Bikes und mögliche zusätzliche Lasten wie Gepäck.

Ein höheres Gesamtgewicht erfordert mehr Energie und verringert somit die Reichweite.

Wetterbedingungen

Auch die Wetterbedingungen können die Reichweite beeinflussen. Gegenwind erhöht den Energieverbrauch, während Rückenwind die Reichweite verlängern kann.

Extrem kalte Temperaturen wirken sich oft negativ auf die Leistung des Akkus aus, da die chemischen Prozesse im Inneren bei Kälte langsamer ablaufen.

Wartung und Pflege

Ein gut gewartetes E-Bike läuft effizienter und verbraucht weniger Energie.

Regelmäßige Inspektionen und Wartungsarbeiten, wie das Schmieren der Kette und das Justieren der Bremsen, tragen dazu bei, die Reichweite zu maximieren.

Reifendruck und -profil

Ein oft übersehener, aber dennoch wichtiger Faktor ist der Reifendruck. Optimal aufgepumpte Reifen reduzieren den Rollwiderstand und ermöglichen eine längere Fahrt.

Außerdem spielt die Beschaffenheit der Reifen eine Rolle: Breite Mountainbike-Reifen haben einen höheren Rollwiderstand als schmale Trekkingreifen.

Reichweitenrechner

Reichweitenrechner gibt es von einigen Herstellern. Der E-Bike Reichweitenrechner von „The Cycleverse“ ist besonders detailiert. Wer sich an Hand dieses Tools die Reichweite seines E-Bikes berechnen lässt, erhält einen tiefen Einblick darin, welche und wie viele Kompontenen dabei eine Rolle spielen.

Ich habe mit dem Rechner die Reichweite des Himiway Big Dog berechnet. Das Ergebnis: 66,35 km. Tatsächlich habe ich jedoch nach der ersten Fahrt über 48 km noch 3 von 5 Balken übrig…

Den Reichweitenrechner von The Cycleverse findet ihr hier: https://thecycleverse.com/de/rechner/e-bike-reichweitenrechner

Fazit

Die Reichweite eines E-Bikes zu bestimmen, ist deshalb so schwierig, weil viele variierende Faktoren zusammenspielen. Hersteller bemühen sich, möglichst genaue Angaben zu machen, sie basieren jedoch oft auf optimalen Bedingungen, die in der Praxis nur selten vorherrschen.

Letztlich ist es die Summe vieler kleiner Details, die die tatsächliche Reichweite beeinflusst. Deine eigenen Erfahrungen und ein Bewusstsein für die oben genannten Faktoren helfen dabei, die Reichweite deines E-Bikes besser einzuschätzen und zu optimieren.

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Ich hoffe, dieser Artikel hat dir geholfen, die komplexen Hintergründe der Reichweitenangaben von E-Bikes besser zu verstehen. Teile deine Erfahrungen und lass mich wissen, wie du die Reichweite deines E-Bikes maximierst!

[Text:[at], Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis