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Markt & Hersteller

Fahrradmarkt: E-Bikes auf der Überholspur

Lesezeit etwa 13 Minuten

Der ZIV Zweirad-Industrie-Verband und der VDZ Verband des Deutschen Fahrradhandels haben die Marktzahlen fĂŒr das Jahr 2022 prĂ€sentiert.

Die Deutsche Fahrradbranche hat 2022 ein weiteres Rekordjahr gemeistert. „Der Fahrrad- und E-Bike-Markt zeigt fĂŒr das vergangene Jahr trotz der allgemeinen KaufzurĂŒckhaltung der Verbraucher:innen im zweiten Halbjahr ein stabiles Hoch“, sagt Burkhard Stork, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband). „Besonders erfreulich ist, dass sich QualitĂ€t und Innovation‚Made in Germany‘ im Verlauf der letzten Jahre im wachsenden E-Bike-Markt zu einem stabil starken Treiber entwickelt haben.“

Produktion auf einem Allzeithoch

Mit 2,6 Millionen produzierten FahrrÀdern und E-Bikes war die Produktion auf einem Allzeithoch.

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Burkhard Storck, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband).

Bei gleichbleibender Fahrradproduktion (900.000 StĂŒck) stieg die E-Bike-Produktion um 20 % auf 1,72 Millionen Fahrzeuge. Im Bereich der Zweiradteile und Komponenten stieg der Produktionswert seit 2020 um 55 % auf 1,6 Mrd. Euro.

Durch hochwertige Produkte und den hohen E-Bike-Anteil hat sich der Umsatz der Branche mit FahrrÀdern und E-Bikes in den letzten 10 Jahren fast vervierfacht: von rund 2 Mrd. Euro in 2012 auf 7,36 Mrd. Euro in 2022.

Fahrradbranche unterschÀtzt

„Die Fahrradbranche wird vielfach in ihrer Leistungskraft unterschĂ€tzt“, sagt Burkhard Stork. „Dabei leistet sie in Deutschland und Europa einen signifikanten Anteil an der Wertschöpfung und steht fĂŒr zukunftsfĂ€hige Produkte und ArbeitsplĂ€tze.“

Auch der Verkauf an Verbraucher:innen war in 2022 insgesamt durch Wachstum geprĂ€gt. Die GesamtstĂŒckzahl verkaufter RĂ€der lag 2022 bei 4,6 Millionen. Das ist ein leichter RĂŒckgang um 100.000 StĂŒck im Vergleich zu 2021 und ein Plus von 300.000 Einheiten in Bezug auf das Vor-Corona-Jahr 2019.

E-Bikes erneut Spitzenreiter

Gleichbleibend positiv ist die Entwicklung im E-Bike-Verkauf, er erreichte 2022 einen neuen Spitzenwert: 2,2 Mio. StĂŒck (+ 10 % zu 2021). Somit sind E-Bikes in Deutschland mit einem Marktanteil von 48% klar auf der Überholspur.

„Wir gehen davon aus, dass E-Bikes im Verlauf dieses Jahres bei den StĂŒckzahlen erstmalig an unmotorisierten FahrrĂ€dern vorbeiziehen werden“, so Stork. „In einigen Produktgruppen, wie bei Mountainbikes oder LastenrĂ€dern haben wir in Deutschland inzwischen eine sehr klare Dominanz bei
unterstĂŒtzten Fahrzeugen.“

Fast eine Million Mountainbikes (931.600 StĂŒck) wurden in 2022 verkauft, davon 836.000 als E-Mountainbikes (Anteil rund 90 %).


Zum Thema: Stecker gezogen: Ist der E-Bike-Boom beendet?

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Große Potenziale

Mit Blick auf den deutschen Fahrrad- und E-Bike Markt sieht der ZIV große Potenziale. „FahrrĂ€der und E-Bikes haben sich zu einem hochwertigen MobilitĂ€ts- und Freizeitprodukt entwickelt und diese QualitĂ€t wird von den Verbrauchern geschĂ€tzt, wie die Nachfrage zeigt“, so Stork.

So lag der durchschnittliche Verkaufspreis inkl. MwSt. ĂŒber alle VerkaufskanĂ€le und Modellgruppen, also auch deutlich teurere Gruppen (u.a. LastenrĂ€der) hinweg, laut den Erhebungen des ZIV im Jahr 2022 bei 500 Euro fĂŒr ein Fahrrad und 2.800 Euro fĂŒr ein E-Bike.

„Wenn man sich die Preisentwicklungen anschaut, dann ist es nicht einfach so, dass E-Bikes immer teurer wĂŒrden. Ganz im Gegenteil, man bekommt heute viel mehr Rad fĂŒrs Geld“, betont Burkhard Stork.

Höhere AnsprĂŒche

Gleichzeitig haben sich auch die AnsprĂŒche verĂ€ndert. Kunden wĂŒnschen sich heute höherwertige Komponenten, beispielsweise bei der Schaltung, den Bremsen, den Reifen oder der Beleuchtung. Ebenfalls auf der Wunschliste stehen ein starker Akku, Federung, App-Anbindung, ein gutes Design und eine lange Lebensdauer.

Mit der neuen WertschĂ€tzung fĂŒr FahrrĂ€der und E-Bikes hat sich auch die Fahrradindustrie selbst enorm weiterentwickelt. Innovationen bei den Produkten und Komponenten, Engineering und Design sind zentrale Treiber fĂŒr einen weiterwachsenden Markt.

Zum Markt

Die Lieferkettenprobleme aufgrund der Corona-Pandemie gehören der Vergangenheit an. Die LĂ€ger sind bei den Herstellern und HĂ€ndlern sehr gut gefĂŒllt. Die Zeit der ebenfalls pandemiebedingt hohen Kosten in der Vorproduktion (u.a. Rohstoffe, Teile, Transportkosten) ist vorbei und die Preisvorteile werden an die Kunden weitergegeben.

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„Jetzt ist genau der richtige Moment, sich ein neues Fahrrad oder E-Bike zu kaufen“, betont Burkhard Stork.

Zur politischen Situation, Stichwort MobilitÀtswende

Die Fahrradbranche stellt das Massenverkehrsmittel der Zukunft zur VerfĂŒgung Die Verkehrspolitik der aktuellen Bundesregierung, insbesondere der letzten Wochen, lĂ€sst keine klare Richtung erkennen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat die im Koalitionsvertrag vorgesehenen finanziellen Mittel fĂŒr Radverkehrsinfrastruktur in Höhe von 2,9 Mrd. Euro abgesichert und fördert das Fahrradparken an ÖV-Haltestellen mit hohen Summen. Gleichzeitig stellt die Bundesregierung weder bei den Investitionen noch beim Thema Kraftstoffe die richtigen Weichen fĂŒr die dringend benötigte MobilitĂ€tswende.

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Burkhard Stork: „Zwei Drittel aller Alltagswege der Menschen in Stadt und Land lassen sich mit dem Fahrrad oder dem E-Bike problemlos bewĂ€ltigen. Die Fahrradbranche stellt das Massenverkehrsmittel der Zukunft zur VerfĂŒgung. Wir erwarten in Bund, LĂ€ndern und Kommunen eine klar auf das Fahrrad ausgerichtete Politik. Profitieren wĂŒrden davon alle, egal, ob sie das Fahrrad schon nutzen oder nicht.“

Enorme Potenziale in der Freizeit und im Tourismus

Nicht alle verkauften MTB werden tatsĂ€chlich abseits der Stadtstraßen genutzt. Aber das Potential fĂŒr die Nutzung in Freizeit und Urlaub ist riesig. Nach dem fĂŒr den Ski-Tourismus sehr schwierigen Winter 2022/23 sucht die Tourismuswirtschaft nach ganzjĂ€hrigen Alternativen und findet sie vor allem im Mountainbike-Tourismus.

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Das E-Bike bietet fĂŒr den Tourismus große Chancen.

Um diesen nachhaltig weiterentwickeln zu können, ist vor allem eine eindeutige und bundesweite Regelung des Zutritts zur Natur notwendig. „Es darf kein Flickenteppich mit 16 unterschiedlichen LĂ€ndervorschriften entstehen. Wir erwarten, dass die Novellierung des Bundeswaldgesetzes zu einheitlichen bundesweiten Regelungen zum freien Betreten des Waldes fĂŒhrt“, so Stork.

Fazit zum Markt von Burkhard Stork, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des ZIV:

„Die Unternehmen der deutschen Fahrradbranche haben die Probleme bei den Lieferketten gut gelöst. Der Krieg in der Ukraine mit seinen Folgewirkungen war nicht absehbar, aber auch diese Herausforderung werden wir nach mehrheitlicher Meinung unserer Mitglieder gut lösen.

Wir sehen weiterhin ein großes Interesse am Fahrrad und E-Bike und rechnen fĂŒr die kommenden Jahre mit einem stabilen Wachstum und einem Innovationsschub. Wenn zusĂ€tzlich die Politik ihre Hausaufgaben macht und Menschen im Alltag und in der Freizeit sicher und komfortabel Rad fahren können, steht dem Fahrradland Deutschland weder in Nutzung noch in der Produktion etwas im Weg!“

Die Zahlen im Detail

Bestand FahrrÀder und E-Bikes in Deutschland

Der Bestand an FahrrĂ€dern und E-Bikes in Deutschland wĂ€chst kontinuierlich weiter auf 82,8 Mio. in 2022. Seit 2019 ist das eine Zunahme um 6,9 Mio. StĂŒck. Seit 2012 zeigt die ZIV-Statistik einen Zuwachs von 11,8 Mio. (+ 16,6 %). Statistisch verfĂŒgt fast jeder Mensch in Deutschland ĂŒber ein Fahrrad oder E-Bike.

Aber eine MarktsÀttigung ist lÀngst nicht erreicht. Wachstumstreiber ist u.a. der deutliche Trend zum Zweitrad. Zum urbanen Fahrrad oder E-Bike kommt oft zusÀtzlich ein sportives Rad oder ein Cargobike.

Bestand E-Bikes in Deutschland

Der ZIV schĂ€tzt den Bestand an E-Bikes zum Ende des Jahres 2022 auf 9,8 Mio. StĂŒck. Damit sind heute deutlich mehr als 10 Mio. E-Bikes auf der Straße. Wichtig mit Blick auf gesundheitliche Vorteile, die MobilitĂ€tswende oder Diskussionen um Unfallzahlen: E-Bikes werden erheblich öfter und ĂŒber lĂ€ngere Wegstrecken verwendet, durchschnittlich 1.500 bis 2.000 Kilometer pro Jahr.


Weiterlesen: E-Bike Charger3 GT mit der Kindernay VII-Nabe: Übersetzung und Reichweite

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Produktion

Bei der Produktion von FahrrÀdern erzielte die deutsche Fahrradindustrie 2022 ein Rekordergebnis.

  • Gesamtproduktion: 2,6 Mio. Fahrzeuge (+ 8 %)
  • E-Bike-Produktion: 1,72 Mio. Fahrzeuge (+ 20 %)
  • Fahrradproduktion: 900.000 Fahrzeuge (bleibt konstant)

E-Bikes sind die zentralen Treiber der Produktion. Seit 2014 hat sich die Zahl der in Deutschland produzierten E-Bikes fast versechsfacht, von 310.000 auf 1,72 Mio. StĂŒck.

Die Fahrradfertigung findet vermehrt in ProduktionsstĂ€tten in EU-Staaten statt. Von dort aus werden FahrrĂ€der wieder eingefĂŒhrt. Auch die Produktion von Zweiradteilen hat sich sehr positiv entwickelt, sie ist seit 2020 um rund 50 % gestiegen, die Exporte um rund 60 %.

Die Inlandsanlieferung (= Produktion + Import – Export) an den deutschen Handel lag 2022 bei 5,42 Mio. StĂŒck. Das sind nochmals 480.000 StĂŒck (ca. 9 %) mehr als beim Zehnjahresrekord im Jahr 2021.

UmsÀtze

Der Umsatz mit FahrrÀdern und E-Bikes ist 2022 auf 7,36 Mrd. Euro (+ 12 % zu 2021) angestiegen.
Grund ist der weiterwachsende Anteil von E-Bikes und anderen hochwertigeren Produkten, z.B. Cargobikes etc. Zehnjahresvergleich: Die UmsÀtze haben sich seit 2012 (2,03 Mio. Euro) fast vervierfacht.

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Verkauf FahrrÀder und E-Bikes in Deutschland

Sondereffekte – also Peaks aus den Corona-Jahren 2020/2021 – herausgerechnet, gab es 2022 ein stabiles Wachstum vor allem bei E-Bikes. Die GesamtstĂŒckzahl der verkauften FahrrĂ€der und E-Bikes lag bei 4,6 Millionen. Das ist ein leichter RĂŒckgang um 100.000 StĂŒck im Vergleich zu 2021 und ein Plus von 300.000 Einheiten in Bezug auf das Vor-Corona-Jahr 2019.

Gleichbleibend positiv ist die Entwicklung im E-Bike-Verkauf. Der E-Bike-Absatz erreichte 2022 einen neuen Spitzenwert: 2,2 Mio. StĂŒck (+ 10 % zu 2021). Seit 2018 hat sich der Absatz mehr als verdoppelt, seit 2015 vervierfacht. Entsprechend sinkt der Absatz der FahrrĂ€der: 2,4 Mio. StĂŒck waren es 2022 und damit 300.000 weniger als 2021.

Anteile der Modellgruppen an FahrrÀdern und E-Bikes

Interessant ist die Entwicklung der Modellgruppen bei FahrrÀdern und E-Bikes sowie der Anteil und
die ZuwÀchse an E-Bikes in den Gruppen.

FahrrÀder
  • Urban: Über alle Modellgruppen hinweg kommen FahrrĂ€der fĂŒr die urbane Nutzung auf einen Marktanteil von 76,5 % (ohne Kinder- Jugend- und sonstige FahrrĂ€der).Der weitaus grĂ¶ĂŸte Anteil entfĂ€llt auf die Bereiche Trekking 45 % (2021: 40 %) und City/Urban 18 % (2021: 20 %)
  • ATB (All Terrain Bikes fĂŒr Straßen und leichtes GelĂ€nde): 9% (2021: 10%)
  • Sportiv: Anteil sportliche FahrrĂ€der: 11 % (RennrĂ€der, Gravel, Fitness, MTB)
  • Weiter gefallen: Marktanteil MTB: 4 % (95.600 Stk.). Seit 2019 hat sich die Zahl der verkauften MTB ohne UnterstĂŒtzung halbiert. 2019: 7 % (206.500 Stk.) Grund: Verschiebung Richtung E-MTB
E-Bikes

E-TrekkingrĂ€der lagen lange Zeit auf Platz Eins der KĂ€ufergunst. 2021 legten E-MTB stark zu und ĂŒbernahmen erstmals die Spitzenposition. 2022 gibt es eine weitere deutliche Verschiebung zu E-MTB.

Die grĂ¶ĂŸten ZuwĂ€chse gibt es bei sportlichen E-Bikes (E-MTB & Rennrad/Gravel/Fitness), E-Cargobikes und S-Pedelecs.

Im Einzelnen:

  • E-MTB: 38 % / 836.000 Stk. (2021: 680.000 Stk.) Zuwachs: 23 %
  • E-TrekkingrĂ€der: 28 % / 616.000 Stk. (2021: 642.000 Stk.) RĂŒckgang: 4 %
  • E-CityrĂ€der: 24 % / 528.000 Stk. (2021: 520.000 Stk.) Zuwachs: 1,5 %
  • E-LastenrĂ€der (E-Cargobikes): 7,5 % / 165.000 Stk. (2021: 120.000 Stk.) Zuwachs: 37,5 %
  • E-Rennrad/Gravel/Fitness: 1 % / 22.000 Stk. (2021: 10.000 Stk.) Zuwachs: 120 %
  • S-Pedelecs / E-Bike 45: 0.5 % / 11.000 Stk. (2021: 8.000 Stk.) Zuwachs: 37,5 %
Kinder, Lasten und Transporte:

Zum einen: Cargobikes boomen

LastenrĂ€der bzw. Cargobikes gehören zu den wachstumsstĂ€rksten Modellgruppen. Das sprunghafte Wachstum ist vor allem verbunden mit der hohen Beliebtheit der E-Cargobikes. FĂŒr viele ist die UnterstĂŒtzung durch den Motor ein Enabler in der Nutzung.

  • Zuwachs E-Cargobikes: 37,5 %
  • Summe verkaufter LastenrĂ€der: 212.800 (2021: 167.000)
  • Zuwachs gesamt: 27,4 % zu 2021

Zum anderen: FahrradanhÀnger-Markt völlig unterschÀtzt

In der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion sind FahrradanhĂ€nger gegenĂŒber LastenrĂ€dern in den Hintergrund geraten. Dabei sind sie eine bewĂ€hrte sichere und multifunktionale Lösung, wenn es um den Transport von Kindern, EinkĂ€ufen, Lasten oder Hunden geht: bequem, flexibel und zukunftsweisend insbesondere in der Kombination mit E-Bikes als Zugfahrzeug.

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In Kombination mit einem E-Bike ist ein FahrradanhÀnger besonders bequem.

Erstmalig in der ZIV-Datenerhebung:

  • Summe verkaufter FahrradanhĂ€nger 2022 (ohne B2B): 293.000 StĂŒck
  • zum Vergleich: LastenrĂ€der 212.800 StĂŒck
Anteile der Vertriebswege

Die ZIV-Statistik weist fĂŒr 2022 einen unverĂ€ndert hohen Fachhandelsanteil von 76 % aus. Davon entfallen 73% auf den stationĂ€ren Fachhandel und 3% auf Online-Angebote des Fachhandels. Reine Internetversender haben einen Marktanteil von 21 % (+ 1 %). SB-WarenhĂ€user, BaumĂ€rkte und Discounter verlieren weiter: – 2 % (von 4 % in 2021 auf 2 % in 2022).

Durchschnittliche Verkaufspreise FahrrÀder / E-Bikes

Der ZIV erhebt die Daten erstmals getrennt nach den Gattungen und ĂŒber alle VerkaufskanĂ€le (inkl.
Internet und andere) und alle Modellgruppen*.

  • Durchschnittlicher Brutto-Verkaufspreis Fahrrad: 500 Euro (2021: 466 Euro)
  • Durchschnittlicher Brutto-Verkaufspreis E-Bike: 2.800 Euro (2021: 2.650 Euro)

*Mit enthalten ist u.a. auch der zunehmende Anteil von hochpreisigen LastenrÀdern. Das zieht die
Durchschnittspreise mit nach oben.

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Daten Importe / Exporte

Importe:

  • FahrrĂ€der: Insgesamt wurden 2,98 Mio. FahrrĂ€der in 2022 importiert. Der Anteil aus EU-LĂ€ndern betrug 44 % (oft Produktionsstandorte deutscher Unternehmen). Der Anteil aus Asien betrug 52 % mit Kambodscha als Hauptlieferland (Gesamtanteil 22 %).
  • E-Bikes: Insgesamt wurden 1,45 Mio. E-Bikes importiert. Der Anteil von E-Bikes aus EU-LĂ€ndern liegt 2022 bei rund 69 %. Der Importanteil aus Asien wĂ€chst leicht auf 27 %.

GrĂŒnde: Ausbau der Produktion in der EU / Produktionsstandorte in EU-NachbarlĂ€ndern, UnabhĂ€ngigkeit innerhalb der EU von Entwicklungen im Zoll-Bereich, Anti-Dumping Zoll auf Importe von E-Bikes aus China.

Exporte:

FahrrĂ€der und E-Bikes „Made in Germany“ sind im europĂ€ischen Ausland sehr gefragt.

  • FahrrĂ€der: Über 93 % der exportierten FahrrĂ€der werden in EU- oder EFTA-LĂ€nder geliefert. Die Niederlande sind mit 22 % (2021: 28 %) das wichtigste Ausfuhrland, gefolgt von Österreich mit 12 % und Frankreich mit 9 %.
  • E-Bikes: Rund 98 % der E-Bike-Exporte gingen in EU- und EFTA-LĂ€nder. Die Niederlande sind weiterhin das wichtigste Exportland mit 24 % / 139.000 StĂŒck. Allerdings gab es gegenĂŒber 2021 einen deutlichen RĂŒckgang (34 % / 209.000 StĂŒck). Mit einigem Abstand folgen Österreich und Frankreich mit je 12 % (2021: je 12 %), die Schweiz mit 11 % (2021: 9 %), Belgien mit 11 % (2021: 8 %) und Italien mit 6 % (2021: 6 %).
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Über den ZIV Zweirad-Industrie-Verband

Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) ist die nationale Interessenvertretung der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. 90 Prozent der 2021 in Deutschland produzierten FahrrÀder und EBikes
stammen von Mitgliedsunternehmen des ZIV. Dazu gehören Hersteller und Importeure von FahrrĂ€dern, E-Bikes, Fahrradkomponenten und Zubehör. Als Branchenverband vertritt der ZIV die Interessen von aktuell 116 Mitgliedsunternehmen gegenĂŒber den Gesetzgebern in der EU und in Deutschland, der Regierung, Behörden, Medien, Institutionen und Organisationen.

[Text: ZIV | Fotos: ZIV, VeloStrom, https://de.depositphotos.com/ ]

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Alexander Theis
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