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Test & Technik Zubehör

Dauertest E-MTB KTM Macina Race 274: Wie stehts um den Fahrkomfort?

Lesezeit etwa 5 Minuten

[at] Ein E-MTB ist ja meist eher etwas fürs Grobe. Doch vielfach wird es auch als robusteres Trekking-Bike eingesetzt. Nicht zuletzt, weil man sich von den breiteren Reifen und der Federgabel auch im Alltag oder auf Touren mehr Komfort verspricht. Wie sieht es also beim KTM Macina Race 274 damit aus?

Beim Testbike handelt es sich um ein gebrauchtes Bike von Greenstorm. Doch wer „Gebrauchtbike“ jetzt mit heruntergerittenen, schlecht gewarteten Bikes in Verbindung bringt, ist zumindest bei Greenstorm auf dem Holzweg: Die Bikes sind meist gerade eine Saison alt und nur wenige Kilometer gelaufen, beim Testexemplar waren es gerade 66 km. Dazu kommen sie top gewartet und durchgesehen mit einer zweijährigen Garantie auf Motor und Akku zum Kunden. Das ganze dazu noch mit günstigen Preisen.

ktm-macina-race-274-oberhalb-st-goarDas KTM Macina Race 274 ist von der Positionierung her kein beinharter Bergkraxler sondern ein Bike für „Leisure Cross County“-Biken. Grob übersetzt: Zum vergnüglichen Biken über Feld-, Wald- und Wiesenwege. Es handelt sich um ein Hardtail, verfügt also nicht über ein gefedertes Heck.

Das hält Wartungsaufwand, Preis und vor allem auch das Gewicht im Rahmen: Mit knapp mehr als 23 kg, so wie es aus der Kiste kam, bewegt sich das Rad im üblichen Rahmen für ein Pedelec. Die Federungsarbeit muss, zumindest hinten, der großvolumige MTB-Reifen mit seinem Luftpolster erledigen. Vorne kommt, obligatorisch für ein MTB, eine Federgabel zum Einsatz.

Vorne: Stahlfedergabel

Vorne ist eine Suntour-Gabel verbaut. Bei der XCR Low handelt es sich um eine fast klassische Federgabel: Sie federt mit Stahlfedern, am linken Gabelholm kann die Vorspannung verstellt werden, auf der rechten Seite kann die Gabel blockiert werden. Das macht man hauptsächlich dann, wenn beim Biken bergauf im Wiegetritt das Schaukeln und damit unnötiger Effizienzverlust vermieden werden soll. Bei einem E-MTB ist der Wiegetritt eher seltener notwendig, trotzdem ist die Funktion ab und an sinnvoll. Zum Beispiel um zu testen, ob die Gabel überhaupt federt.

Um es kurz zu machen: Ja, sie federt, aber der Unterschied zwischen blockierter oder nicht blockierter Gabel ist nicht sehr groß. Besonders bei groberen Schlägen tut die Gabel etwas, bei kleineren Unebenheiten braucht die Feder schlicht zu lange um zu reagieren. Ein bekanntes Problem stahlgefederter Gabeln, das dann auch zur Entwicklung luftgefederter Gabeln geführt hat. Die freilich erheblich teurer, aber auch leichter sind als die stahlgefederten Varianten. Und so ist die unsensible Gabel bisher der einzige wirkliche Kritikpunkt am KTM Macina Race 274, der aber erst auffällt wenn man ein luftgefedertes Bike mal auf der gleichen Strecke fuhr.

Rinsten Sattelfederung

Wie gesagt handelt es sich beim KTM Macina Race 274 um ein Hardtail. Neben de Gewichtsersparnis durch die fehlende Federungmechanik ist ein Hardtail zwar effizienter, aber eben auch prinzipiell unkomfortabler. Um das zu ändern kann man zum Beispiel eine Sattelfederung verbauen, was bei der Ausrichtung des Bikes auch „legitim“ ist. Neben Teleskop- und Parallelogramm-Federsattelstützen gibt es seit kurzem auch eine spezielle Sattelfeder von Rinsten, die nur aus einem gebogenen Stück Stahl besteht. Das machte mich neugierig, deshalb habe ich mir so ein Teil besorgt.


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Die Montage war schnell erledigt, das Feintuning dauerte aber deutlich länger. Durch Verschieben des Sattels auf dem Gestell kann man die Federwirkung beeinflussen. Grob gilt: Je weiter hinten montiert, umso „weicher“ ist die Federung. Das kann dann aber je nach Geläuf und Körpergewicht zum „Durchschlagen“ und damit schmerzhaften Kontakt von Sattel und Sattelbefestigung führen. Nach einigen Versuchen habe ich jetzt den für mich optimalen Montagepunkt gefunden.

Ein Tipp dazu: Die Sattelnase etwas nach unten geneigt einstellen, um Taubheitsgefühle auf längeren Strecken zu vermeiden. Denn die Sitzposition hebt durch Einfedern beim Aufsitzen die Sattelnase etwas an.

Die ersten Kilometer waren etwas ungewohnt, aber ich habe mich schnell an das Fahrgefühl gewöhnt. So schnell, das mir der Unterschied erst auffiel, als ich meine Pendlerstrecke mal wieder mit dem Stevens E-Triton S-Pedelec fuhr, das ohne Heckfederung auskommen muss


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Natürlich wird das KTM Macina Race 274 durch die Rinsten-Sattelfeder nicht zum Fully, aber der Fahrkomfort steigt erheblich, da der clever gebogenen Stahl die Belastungsspitzen von der Wirbelsäule nimmt. Das merkt man natürlich auf Fahrbahnabsätzen oder Wurzelaufbrüchen. Aber vor allem auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen, was mich bei meinem Ausflug im oberen Mittelrheintal wirklich sehr beeindruckt hat. Mittleweile habe ich die Rinsten-Sattelfeder seit mehr als drei Monaten im fast täglichen Einsatz und kann sie, gerade für Tourenfahrer und Pendler, empfehlen.

Die Feder ist im Online-Shop von Rinsten zum Preis von 49 US-$ (Stand: 05/2020) erhältlich.

Transparenzhinweis: Das Bike und die Rinsten-Feder wurden zum Test kostenfrei zur Verfügung gestellt.

[Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis