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Riese & Müller

Probleme beim Dauertest E-Bike Charger3 GT Vario HD von Riese und Müller!

Lesezeit etwa 6 Minuten

Seit vier Monaten ist das Charger3 GT Vario HD 625 Kiox von Riese und Müller im Dauertest – und sorgt für eine Panne mit Seltenheitswert!

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Zumindest gilt das für mich: Die letzte Reifenpanne hatte ich auf meiner E-Bike Tour auf unbefestigten Wegen von Frankfurt am Main nach Berlin. Das war 2017! An die letzte davor, die durch einen Durchstich verursacht wurde, kann ich mich schon nicht mehr erinnern.

Der Grund dafür ist meiner Meinung nach ganz einfach: Schon seit langen Jahren vertraue ich auf Schwalbe Marathon Plus, die mit dem Pannenschutz tatsächlich fast unplattbar sind.

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Und tatsächlich: Auf der E-Bike-Tour nach Berlin fuhr ich mit Schwalbe “Racing Ralph”, beim Charger3 GT sind Schwalbe “Big Apple” montiert. Es scheint also was dran zu sein, zumal bei beiden Platten mutmaßlich ein Dorn die Ursache war.

Doch zurück zum Charger 3 GT: Wie baut man beim E-Bike von Riese und Müller mit Enviolo-Nabe und Gates-Riemen bei einer Reifenpanne das Hinterrad aus?

Herausforderung: Demontage Gates-Riemen und Enviolo beim E-Bike

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich nutze den Marathon Plus nicht, weil ich keine Reifen flicken kann. Sondern weil Platten erfahrungsgemäß im dunkeln oder wenn es regnet passieren – gerne auch beides gemeinsam. Als Bike-Pendler hat man dazu nun überhaupt keine Lust.

Wo genau ich mir auf dem Heimweg den Durchstich beim Charger3 eingehandelt habe weiß ich nicht, aber ich kann dem Big Apple zu Gute halten, das ich bis zu Hause nichts bemerkt habe. Jedoch war die Überraschung am nächsten Morgen vor der Fahrt ins Büro groß, als ich den platten Hinterreifen sah!

Gut, dass aktuell noch das “Simply” von Friday Bikes als Testbike da war (der ausführliche Bericht zu dem E-Bike ist in Kürze auf VeloStrom zu finden). Bevor ich mit dem Simply los fuhr pumpte ich den Reifen des Charger3 GT Vario testhalber auf – das Ventil war dicht, kein Zischlaut zu hören: Der Reifen behielt die Luft offenbar, es handelt sich also eher um ein kleines Loch, einen sogenannten “schleichenden Platten”.

Später am Tag machte ich mich daran, den Platten am E-Bike von Riese und Müller zu flicken. Bei einer Kettenschaltung ist der Hinterradausbau kein großes Problem: Rad lösen, aus dem Rahmen heben und gleichzeitig dabei die Kette vom Ritzelpaket herunternehmen.

Aber beim Charger3 GT Vario HD 625 reicht ein Gates-Riemen die Kraft an die Enviolo-Nabenschaltung am Hinterrad weiter. Da gibt es also zwei Herausforderungen: Der Gates-Riemen braucht auch nach dem Einbau wieder die richtige Spannung und die Nabenschaltung muss irgendwie von den Bowdenzügen getrennt werden.

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Damit die Züge der Enviolo-Schaltung ausgehängt werden können…

Die Sache mit der Riemenspannung ist beim Charger3 GT kein Problem. Das Ausfallende des E-Bikes von Riese und Müller ist clever gestaltet. Das Hinterrad kann ausgebaut werden, ohne dass die Einbauposition der Achse verändert wird! So bleibt die Riemenspannung vor und nach dem Ausbau konstant. Das ist wichtig für einen reibungslosen Lauf und lange Lebensdauer des Gates-Riemen.

Bleibt die Herausforderung, die Bowdenzüge von der Enviolo-Nabenschaltung zu trennen.

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…muss die Schaltung zuerst richtig positioniert werden.

Bevor das Hinterrad am E-Bike von Riese und Müller ausgebaut werden kann, müssen allerdings die Züge der Enviolo-Nabe ausgefädelt werden. Dafür stelle ich die Schaltung in einen Position, bei der ich beide Bowdenzüge der Nabe gut erreichen kann. Dann hebe ich den Sicherungsmechanismus an, hänge den ersten Zug aus und fädele ihn weiter vorn an der Zugaufnahme aus. Das wiederhole ich mit dem zweiten Bowdenzug, den Nippel aus dem Halter zu bekommen gelingt an diesem Zug am besten mit einer spitzen Zange.

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Enviolo hat das in der Doku sehr gut beschrieben, die ich euch hier verlinke.

Video von Enviolo zum Ausbau des Hinterrads.

Nachdem die beiden Bowdenzüge an der Enviolo-Nabe entfernt sind das Hinterrad einfach ausgebaut werden.

Selbstklebende Flicken

Das Loch im Schlauch des Charger3 habe ich recht schnell gefunden. Seit ein paar Jahren schon verwende ich selbstklebende Flicken von Parktool. Die haben den großen Vorteil, das man sich das Rumhantieren mit der Vulkanisationsflüssigkeit spart. Ich empfand das früher immer als üble Sauerei. Zudem war die Flüssigkeit denn meist ausgetrocknet, wenn man sie brauchte.

Mit den selbstklebenden Flicken dagegen klappt es einfach und schnell: Loch im Schlauch ausfindig machen, mit dem mitgelieferten Schleifpapier Schlauch aufrauen, Flicken vom Trägerpapier abziehen, aufkleben, fest drücken – fertig!

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Das hat sich so schon auf der E-MTB-Tour nach Berlin bewährt und klappt auch hier wieder genauso gut. Erhältlich sind die Flicken im Bikeshop eures Vertrauens, online beispielsweise bei Lucky-Bike.de.

Bevor ich den Schlauch wieder in den Mantel lege fühle ich nochmal ob ich etwas finde, was für das Loch verantwortlich ist. In der Tat finde ich einen kleinen Dorn, der sich genau in die Rillen zwischen dem Profil des Big Ben den Weg in den Schlauch gebahnt hat. Jetzt den Schlauch, leicht aufgepumpt, in den Reifen einlegen und den Mantel mit den Reifenhebern auf die Felge hebeln – fertig!

Einen Vorteil hat der Big Ben an dieser Stelle: Bei den Marathon Plus fällt mir das Hebeln des Reifens in die Felge deutlich schwerer. Beide sind zwar Drahtreifen, beim Marathon Plus scheint aber die Spannung des Drahts erheblich größer zu sein. Vielleicht auch, weil er schmaler ist?

Einbau des Hinterrades

Der Einbau des Hinterrades beim Charger3 GT erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wobei man ein wenig darauf achten muss, die Bowdenzüge der Enviolo-Nabe nicht zu vertauschen. Dank der fixierten Einbaulage der Achse im Ausfallende hat sich die Spannung des Gates-Riemen ja nicht verändert. Nach dem das E-Bike wieder auf den Rädern steht, pumpe ich den Reifen wieder auf den vorgesehenen Druck. Das war’s. Alles in allem habe ich rund 40 Minuten für die Reparatur benötigt, ohne mich dabei beeilt zu haben.

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Fertig!

Das Reifenflicken ist also auch bei einem Gates-Riemen mit Enviolo-Nabenschaltung kein großes Ding – vor allem wenn man die Riemenspannung des Gates nicht kontrollieren muss. Trotzdem hoffe ich, dass ich für den Rest des Dauertests des Charger3 GT Vario HD 625 Kiox von einem weiteren Loch im Schlauch verschont bleibe.

Transparenzhinweis: Das Bike wird von OK Move kostenfrei und ohne Vorgaben zum Test zur Verfügung gestellt.

[Text: [at], Fotos: VeloStrom]

2 Kommentare

  1. Halli,

    Du wolltest gerne mal den Ausbau ausprobieren oder warum hast du nicht den Schlauch im eingebauten Zustand geflickt?

    Nur bei sehr kleinen Löchern die nur im Wasserbad findbar sind, muss man ausbauen…

    Gruß Michael

    1. Hallo Michael,

      danke für deinen Kommentar.

      Bei zahllosen Platten vor der “Marathon-Plus-Zeit” habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich das Rad doch immer ausbauen musste um das Loch zu finden. Deshalb versuche ich es mittlerweile erst gar nicht mehr und baue das Rad direkt aus. Zumal in dem Fall alles auf einen “schleichenden” Platten, also ein kleines Loch hindeutete, was es dann ja auch war.

      Gruß
      Alex

Kommentare sind geschlossen.