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City E-Bike Metz Mobility

Metz E-Packr im Test: Kompaktes E-Bike oder Lasten-E-Bike? Beides!

Lesezeit etwa 20 Minuten

Das E-PACKR von Metz Mobility im Test. Lest hier von meinen Erfahrungen mit dem kompakten Lasten-E-Bike.

Cargobikes sind ein Trendthema, vor allem in den Großstädten. Ebenfalls auch in Großstädten beliebt sind Kompakträder, weil sie im Radkeller oder Flur wenig Platz wegnehmen. Da liegt es nahe, beides zu kombinieren. Genau das hat Metz Mobility mit dem E-PACKR getan.

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Metz E-Packr 8.E

Metz Mobility?

Manch einer wird mit dem Namen „METZ“ Hifi- und TV-Technik verbinden. Bereits 2015 hat Wilhelm Daum Geschäftsbereiche der Metz Werke übenommen. Daum ist in der Fahrradbranche durch seine Unternehmen „Daum Electronic“ und „Daum Fitness“ bekannt. Seit 2021 konzentriert er sich mit der Metz Mobility GmbH ausschließlich auf das Geschäftsfeld „mobility“, das durch das kompakte Lastenrad E-PACKR und das Cardio E-Bike E-PULSR erweitert wurde.

E-Packr

Das E-Packr ist ein kompaktes E-Bike mit 20-Zoll Laufrädern. Wie kompakt, kann man in dieser Abbildung sehr gut erkennen.

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Das bedeutet, besonders im Vergleich zu einem herkömmlichen Lastenrad, deutlich weniger Stellfläche. Außerdem ist der Transport auf dem Anhängerkupplungsträger kein Problem. Das E-Packr ist mit einem Speedlifter ausgerüstet. So ist der Lenker in Sekundenschnelle abgesenkt und man kann das kompakte Lastenrad auch in vielen Wohnmobilgaragen unterbringen, in die ein herkömmliches E-Bike nicht hineinpasst.

Die 20-Zoll-Räder sind, besonders in Kombination mit den serienmäßigen Schwalbe Big-Ben Reifen, sehr robust und widerstandsfähig und sollten dem zulässigen Gesamtwicht von sensationellen 180 kg ohne Probleme gewachsen sein.

Das getestete E-Packr 8.E war mit der stufenlosen Enviolo-Hinterradnabenschaltung ausgestattet. Eine gute Wahl für das kompakte Lastenrad, denn so kann die Übersetzung und damit Trittfrequenz individuell stufenlos angepasst werden. Gerade für ein Cargobike ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Das Metz E-Packr 8.E schaltet mit der stufenlosen Enviolo-Nabenschaltung.

Für die elektrische Unterstützung ist der von Metz Mobility selbst entwickelte Mittelmotor „Metz G8“ zuständige, der bis zu 85 Nm bietet. Die Eigenentwicklung kommt indes nicht aus dem Nichts: Metz Mobility verfügt über eine jahrelange Erfahrung beim Bau von E-Bike-Antrieben Der Hersteller gibt an, schon mehr als 1.000.000 E-Bike Antriebe gebaut und verkauft zu haben!

Zum Thema Reichweite: Metz Mobility verbaut einen Akku mit 500 Wh, der für eine Reichweite bis ca. 95 km gut sein soll. Der Energiespender ist hinter dem Sattelrohr befestigt und so beim Auf- und Absteigen nicht im Weg.

Damit das E-Bike inklusive Last auch immer sicher zum Stehen kommt werden hochwertige hydraulische Scheibenbremsen von Magura verbaut. Für gutes Sehen und gesehen werden sorgt die moderne LED-Beleuchtung, die, ebenso wie der Antrieb, über das Bedienteil gesteuert wird. Das farbige, hochauflösende TFT-Display des Bedienteils ist, dank automatischer Helligkeitsregulierung, immer gut ablesbar.

Geniales Gepäckträgerkonzept

Ein Lastenrad muss auch Lasten tragen können. Das maximale Gesamtgewicht, beim E-Packr wie schon erwähnt bis zu 180 kg, ist ein wichtiges Merkmal. Aber mindestens genauso wichtig ist die Art, wie und wo das Ladung untergebracht werden kann. Beim Metz E-Packr gibt es zwei Möglichkeiten: vorne maximal 20 kg und hinten maximal 30 kg. Das reicht auch für die berühmten Wasserkästen.

Doch das ist nicht alles. Metz Mobility hat ein eigenes, bisher einzigartiges modulares Gepäckträgersystem entwickelt: Mit wenigen Handgriffen lassen sich beim MTS (Metz-Träger-System) die Träger vom Rad abnehmen, gegen andere Module tauschen oder auch ganz entfernen. Noch variabler: Mit sogenannten MTS-Adaptern kann ein Klickfix-Adapter angebracht werden und damit Einkaufs- oder Hundekörbe sicher fixiert werden.

Apropos sicher: Um auch vollbeladen stabil zu parken, verfügt das E-Packr 8.E über einen stabilen Zweibeinständer von Ergotec. Sattelstütze, Lenkervorbau und Lenker kommen ebenfalls von Ergotec.

Wie fährt sich das E-Packr?

Kaum ist das E-Packr angekommen, Lenker (dank Speedlifter) und Sattel (dank Schnellverschluss) passend eingestellt, muss es sich auch schon beweisen: Das Altglas muss zum Container!

Leider passt die Klappkiste, in der das Altglas aufbewahrt wird, nicht in den Frontgepäckträger. Quer würde es AUF den Träger passen, das ist mir aber nicht ganz geheuer, deshalb stelle ich die Kiste längst in den Korb. So schaut sie vorne etwas über den Träger hinaus, ist aber hinten und seitlich von der Reling des Frontträgers gesichert. Zusätzlich verzurre ich die Kiste noch mit dem wirklich fabelhaften Maxi-Strap von Fahrer Berlin, der auch beim Charger3 GT im Einsatz ist.

Dank des niedrigen Durchstiegs kann ich da E-Packr mit beiden Beinen sicher auf dem Boden stehend von der Parkstütze nehmen. Das klappt gut. Die Unterstützung habe ich auf Eco stehen, immerhin ist es die erste Fahrt mit dem E-Bike von Metz Mobility. Vorsichtig fahre ich an. Der Motor unterstützt praktisch sofort und sehr sanft kontrollierbar, so kann ich die leichte Steigung beim Anfahren sehr gut überwinden.

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Das kompakte Lastenrad rollt stabil geradeaus, ich merke aber sehr schnell, dass es keine gute Idee war, die Kiste so zu transportieren: Der Überhang nach vorne über den Träger (etwa 1/3 der Kiste kuckt drüber) und die Beladung mit Glas sorgt für ein beständiges Wippen der Klappkiste, was sich über die Hebelwirkung auf das E-Packr überträgt. Doch dafür kann Metz Mobility nichts, dafür bin ich verantwortlich.

Am Glascontainer angekommen entledige ich mich meiner Fracht und beim Anfahren ohne überhängende Last ist das E-Packr so ruhig wie ich erwartet habe. Auch bei über 30 km/h bleibt das so, wie ich mit breitem Grinsen auf der folgenden Bergabfahrt feststelle. Unten angekommen lässt sich das Bike zielgenau zusammenbremsen. Beim Wenden merke ich, dass sich das E-Packr sich durch den kurzen Radstand fast auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel wenden lässt. Auf Stufe Eco fahre ich bergauf, ist das schon gut, doch auf der letzten der 4 Stufen (Eco, Sport, Power, Ultra) macht das kompakte Lastenrad bergauf noch mehr Laune.

Metz-Träger-System (MTS)

In der Redaktionsgarage angekommen schaue ich mir das Metz-Träger-System (MTS) genauer an. Mit Hilfe eines federbelasteten Drehknaufs werden die einzelnen Trägermodule an einer speziellen Aufnahme am E-Packr gesichert, nachdem sie in eine Halterung eingeklinkt sind.

Das funktioniert einfach und intuitiv, die Träger rasten satt ein. Eine wirklich sensationell clevere Konstruktion! Durch die modulare Auslegung kann man sich am E-Packr die Transportmöglichkeiten zusammenstellen, die man individuell benötigt.

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E-Packr als Roadster-, Trekking-, Freizeit- und Cargo-E-Bike (im Uhrzeigersinn).

Das Testbike verfügt serienmäßig über einen Gepäckkorb vorn und einen Träger hinten. Dazu kommen Taschenhalterset (89,90€) hinten, MTS Rohradapter (39,90€), der mit einem Caddy-Adapter (24,90€) versehen ist.

Damit ist eine enorme Bandbreite an Transportmöglichkeiten drin, die ich auch alle ausprobieren werde.

Einkaufen mit dem Metz E-Packr

Mit einem Lastenrad geht vieles mehr als mit einem normalen Rad. Das nimmt man einem Long John, also einem Lastenrad wie dem Kargon One Prime, dass die Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad platziert, natürlich ohne weiteres ab.

Bei dem kompakten E-Bike E-Packr von Metz Mobility sind die Menschen skeptischer. So ein kleines E-Bike soll als Lastenrad zum großen Einkauf taugen?

Getränketransport

Zum Beweis fahre ich mit dem E-Packr Getränke kaufen – so etwas wie der Klassiker beim Lastenrad-Test. Der Gepäckkorb vorne fasst problemlos einen leeren Getränkekasten, rund um die mit einer Reling begrenzten Ladefläche ist sogar noch viel Platz. Beim Aufladen merke ich, dass die unbehandelte Holzbeplankung sehr glatt ist, der Kasten würde beim Transport bei jeder Richtungsänderung herumrutschen. Auch beim Bremsen hätte ich Bedenken, dass der Kasten über die Reling kippt. Deshalb fixiere ich den leeren Kasten mit dem Maxi-Strap von Fahrer Berlin. Für den Rückweg mit vollem Kasten habe ich einen Spanngurt dabei, sicher ist sicher.

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Mit 3 leeren Kisten zum Getränkehandel…

Auf dem hinteren Gepäckträger stapele ich zwei leere Kisten übereinander. Vom Gewicht her ist das kein Problem. Doch auch hier rutschen die Kästen haltlos hin und her. Zuerst vermute ich, dass auch hier die Holzbelankung zu glatt ist. Doch beim genaueren Hinsehen entdecke ich, dass die Kästen das Holz nicht berühren: Die Metallrohre, die das Holz wie eine Reling umgeben, sind minimal höher als das Holz – und bieten den Wasserkästen keinerlei Halt. Um mein Vorhaben umzusetzen, muss ich hier mit zwei Spanngurten arbeiten.

Nach etwas Gefrickel mache ich mich mit dem E-Packr auf den Weg zum Getränkehandel. Schon nach ein paar Metern merke ich, dass die Kästen hinten ein Eigenleben entwickeln. Den Rest der Strecke fahre ich lieber deutlich verhaltener, mit einer Hand am Lenker und mit einer am Wasserkastenturm auf dem hinteren Gepäckträger.

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…und 2 vollen Kästen zurück.

Beim Getränkehandel tausche ich die drei Kästen Leergut gegen zwei volle. Das Verzurren geht jetzt etwas schneller, was vor allem daran liegt, dass hinten nur ein Kasten mitfährt. Das wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus, es fühlt sich jetzt sehr viel souveräner an. Mit breitem Grinsen bemerke ich die erstaunten Blicke der Autofahrer an der Schlange vor der roten Ampel…

Wocheneinkauf

Getränke sind da, fehlt noch der Wocheneinkauf. Unter anderem steht Milch auf dem Einkaufszettel, für viele ein Grund, nicht das Fahrrad zum Einkauf zu nehmen. Aber ich bin ja mit dem E-Packr und zwei stabilen Gepäckträgern unterwegs, da sollte doch dann kein Problem sein, oder?

Mit einer per Ladungsnetz gesicherten leere Klappbox mache ich mich auf den Weg – und auch hier merke ich, dass die leere Box schon etwas rutscht. Ich hoffe aber, dass sich, mit den Einkäufen beladen, Beladung der Boden etwas nach unten wölbt, dann in Kontakt mi den Holzplanken kommt und die höhere Reibung das Umherrutschen verhindert.

Nach dem Einkauf belade ich das E-Packr – und wie so oft bemerke ich, dass ich mehr oder weniger verstohlen von einigen anderen Kunden beobachtet werde. Zuerst wuchte ich die 12er Packung Milch vorne auf den Träger und sichere sie. Dann packe nehme ich die Klappbox aus dem Einkaufswagen und stelle sie auf den hinteren Gepäckträger. Wie schon bei der Leerfahrt ist die Herausforderung, passende Punkt zur Befestigung der Spannhaken des Netzes zu finden.

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Auch ein Wocheneinkauf findet Platz auf dem Metz E-Packr.

Als das schließlich gelungen ist nehme ich das E-Packr vom Ständer und parke es rückwärts schiebend aus. Dann steige ich über das tief heruntergezogene obere Rohr, packe den Lenker mit beiden Händen und rüttele kräftig: Ich will prüfen, ob sich der Rahmen wegen der Last verwindet. Fehlanzeige, da verwindet sich nichts, allerdings wackelt die Kiste hinten schon etwas.

Beim Losfahren ist das kompakte E-Lastenrad von Metz Mobility ebenfalls sehr stabil. Natürlich brauchen Einlenkmanöver jetzt etwas mehr Nachdruck, aber das Rad folgt willig den Lenkbefehlen. Zwar ist der Boden der Klappbox tatsächlich etwas durchgedrückt und die Box rutscht weniger hin und her, aber trotzdem ist noch Bewegung drin.

Wäre das E-Packr mir, würde ich vorne und hinten Griptape auf das Holz und eventuell auch auf die oberen Rohre am hinteren Gepäckträger kleben. Damit wäre das Rumrutschen wohl erledigt – zugegeben auf Kosten der Optik. Denn das Holz passt von der Farbe her prima zum Lack des E-Packr. Noch ein Verbesserungsvorschlag: Kleine Zurrpunkte an verschiedenen Stellen der Gepäckträger würde die Ladungssicherung deutlich vereinfachen.

Den Antrieb hat Metz Mobility prima abgestimmt, das merke ich auch jetzt wieder: Beide Einkaufsfahrten enden mit einer Steigungsstrecke, die ich beladen mit knapp 18 km/h in Stufe „Ultra“ locker bewältigen kann.

Einige Stops und das Anfahren mit viel Ladung haben den Akku etwas geleert, so dass ich ihn vor der geplanten Tagestour aufladen will. Zwar ist der Akku abnehmbar, ich lasse ihn aber am Rahmen. Die Ladebuchse befindet sich unten am Akku und ist, vorbildlich, mit einem kleinen Stopfen vor Verschmutzung gesichert. Der Stopfen, ich nehme es vorweg, bleibt zuverlässig auch nach ruppigen Fahrten dort, wo er hingehört, ich hätte fast damit gerechnet, dass er unterwegs verloren geht.

Geladen wird mit einem Rosenberger-Stecker. Den liebe ich schon, seit ich 2016 das Rotwild R.C1+ HT 29 Pro testen durfte, das damit ausgerüstet war. Denn durch die Magnetisierung von Stecker und Buchse finden beide fast von selbst zueinander.

Mit dem E-Packr auf Tagestour

Heute ist Entspannung angesagt, zumindest was das Thema Lastentransport beim Metz Mobility E-Packr angeht: Die Packtasche auf dem Frontrack bringt das E-Bike nicht an seine Grenzen. Doch vielleicht bei einer Tagestour den Fahrer, weil Sitzkomfort oder Fahrverhalten auf langen Strecken grenzwertig sind?

Es geht auf einem asphaltieren Wirtschaftsweg zunächst leicht bergan. Nichts, was das E-Packr beeindrucken könnte. Auch die kleinen Schlaglöcher und Asphaltflicken werden gut geschluckt. Natürlich merkt man, das an der Front keine Federgabel arbeitet, aber die breiten Big Ben schlucken schon einiges weg. Hier zeigt das Konzept der Ballonreifen, das es seine Berechtigung hat. Weiterer Vorteil: Wo keine Federgabel ist, muss auch keine gewartet werden.

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Tagesausflug? Geht! Bei den Ladekapazitäten auch sicher eine Urlaubsfahrt mit Zelt.

Ich genieße die Fahrt in aufrechter Sitzposition, die Pedale sind schön griffig, der Fahrradsattel Medikus-Twin mit der charakteristisch abgeschrägten Nase passt gut zu meinem Allerwertesten. So vergehen die Kilometer bis zu meiner Testabfahrt wie im Flug. Diese Gefällestecke hat es in sich: Steil mit einer Rechtskurve im ersten Drittel, mehreren Absätzen im restlichen Verlauf und unten muss kräftig verzögert werden, um nicht im Grünen zu landen, weil es fast rechtwinklig ums Eck geht.

Das E-Packr von Metz Mobility macht sich sehr gut, es nimmt rasch Fahrt auf, an der Rechtskurve habe ich schon gut 30 km/h auf der Uhr. Kurz anbremsen, der Richtungswechsel geht zackig – kein Wunder, die kleinen 20-Zoll Räder bauen keine großen Kreiselkräfte auf. Weiter geht es bergab, die bekannten Absätze bringen das Rad nicht aus der Ruhe. Unten am Bremspunkt bin ich knapp 38 km/h schnell, doch die Bremsen geben sich keine Blöße. Sie lassen sich gut dosieren und fangen das E-Packr kraftvoll ein. Es ist kein Schlingern zu spüren, das habe ich bei dem kurzen Radstand und dem stabilen Rahmen aber auch nicht erwartet.

Direkt nach dem Abbiegen geht es eine Brückenauffahrt hinauf, hier ist die stufenlose Enviolo im Vorteil, weil sich die passende Übersetzung schnell finden lässt. Weiter geht es ein Stück den Mainradweg entlang, das E-Packr läuft leicht und lädt ein, die Natur zu genießen.

Danach fahre ich auf unbefestigten Wegen weiter. Hier fordert das kompakte Lastenrad etwas mehr Aufmerksamkeit, damit das E-Bike der gewünschten Linie folgt. Hauptsächlich liegt das wohl an den kleinen Rädern: Sie rollen nicht ganz so geschmeidig über Verwerfungen, lassen sich eher von Steinchen oder Spurrillen beeinflussen. Aber das ist alles harmlos, und außerdem ist das E-Packr kein E-MTB. Mit etwas Zurückhaltung bewegt ist das Bike auch auf dieser Strecke sicher zu fahren.

Die Krönung kommt aber noch: Nach einem Aussichtspunkt geht es wirklich steil bergab. Die Wanderer auf der parallel zum Weg verlaufenden Treppe nebenan staunen nicht schlecht, als ich, den Po fast auf dem Gepäckträger, an ihnen vorbei bergab fahre. Hier zeigen die Bremsen, wie standfest und gut dosierbar sie sind, denn es ist langsames, kontrolliertes Fahren angesagt.

Der Rest der Strecke verläuft zum größten Teil wieder auf befestigten Wegen, die das E-Packr vor keine Herausforderung stellen. Hier kann ich aber schön feststellen, dass das E-Bike für mich perfekt übersetzt ist: In Unterstützungsstufe „Ultra“ erreiche ich bei einer Kadenz von 72 die Unterstützungsgrenze.

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Kurz vor Ende der Tour kann der Antrieb noch einmal seine Muskeln spannen, die Brückenauffahrt ist aber keine echte Herausforderung und mit knapp 23 km/h bewältigt.

Am Ende dieser Tour stehen knapp 40 Kilometer mehr auf dem Tacho, fast ausschließlich im Modus „Power“ gefahren, das Display meldet noch 2 von 5 Balken Akkukapazität. Auch damit hat das E-Packr gezeigt, dass es auch für Ausflugstouren taugt – aber es hat noch keinen Feierabend.

Hundetransport

Oben habe ich schon erwähnt, dass das Testbike mit dem der MTS Rohradapter mit einem Caddy-Adapter geliefert wurde. An dem Adapter lässt ich zum Beispiel ein Hundekorb befestigen. Deshalb wird heute Redaktionshund Joey mit dem E-Packr zur Hundewiese gebracht.

Der Tausch von Frontgepäckträger und Rohradapter ist eine Sache von wenigen Sekunden: Knauf aufschrauben, dran ziehen und den Träger nach oben aus der Halterung nehmen. Beim Rohradapter das ganze umgekehrt, dann noch den Hundekorb einklicken – fertig. Dieses System ist wirklich genial!

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Joey hat bei der Fahrt seinen Spaß – und ich ebenso. Denn durch die rahmenfeste Anbringung des Korbes ändert sich am Lenkverhalten nichts. Egal ob Joey ruhig sitzt*oder seinen Hundekumpel sieht und am liebsten rausspringen will (was nicht geht, weil er im Korb von Rixe und Kaul angeleint ist): Der Lenker bleibt davon komplett unbeeindruckt. Wie der Rest vom E-Bike übrigens auch.

*

E-Packr: Gewicht, Antrieb, Verarbeitung

Gewicht

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Das E-Packr ist als kompaktes Lastenrad mit 28,29 kg, ohne Träger, schwerer, als seine Erscheinung glauben macht. Das muss aber auch so sein, schließlich müssen 180 kg zulässiges Gesamtgewicht auch stabil befördert werden. Für den Frontträger kommen noch rund 2,6 kg, für den hinteren Gepäckträger etwa 3,3 kg dazu.

Trotz des vergleichsweise hohen Gewichts lässt sich das E-Packr gut tragen, denn Metz Mobility hat an zentraler Stelle den Rahmen als Tragegriff ausgestaltet. Dass die Stelle gut gewählt ist zeigt das Foto der Waage: Das E-Bike hängt stabil und gut ausbalanciert waagerecht.

Antrieb

Der Motor, Herzstück eines jeden E-Bikes, ist eine Eigenkonstruktion von Metz Mobility. Er bietet in dieser Ausstattung als „Metz G8“ bis zu 85 Nm Drehmoment. Die reichen auch bei Beladung auf ebener Strecke locker aus, bergauf mit Beladung könnte er gerne noch eine Schippe drauflegen. Wobei man sicher streiten kann, ob man mit voller Beladung auch 25 km/h bergauf erwarten kann.

Das Ansprechverhalten des Metz G8 ist sehr gut, er reagiert berechenbar und sensibel auf Pedaldruck, passend zur gewählten Unterstützungsstufe. Dabei bleibt er akustisch angenehm zurückhaltend. Bei Erreichen der Unterstützungsgrenze nimmt er die Leistung sanft zurück, das hat Metz prima abgestimmt.

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Der Antrieb des Metz Mobility E-Packr ist einen Eigenentwicklung.

Der hinter dem Sattelrohr verbaute Akku ist abnehmbar, was problemlos gelingt. Das Wiedereinsetzen gelingt ebenfalls leicht, das Schloss rastet satt ein.

Das helle, farbige Display bietet alle wichtigen Informationen, und ist sowohl bei Sonnen als auch bei Dunkelheit gut ablesbar. Die Bedienung des Antriebs ist selberklärend und intuitiv möglich. Die Tasten bieten einen guten Druckpunkt und lassen sich auch mit Handschuhen bedienen.

Verarbeitung

Das kompakte E-Cargobike wird in Deutschland gefertigt, das schließt den Rahmen aus hochwertigem Chrom-Molybdän-Stahl, Gabel und Motor mit ein. Alle Anbauteile sind hochwertig, die Schweißraupen an den Fügestellen gehen in Ordnung, die Verarbeitungsqualität ist insgesamt gut.

Besonders elegant ist meiner Meinung nach die optische Integration des Antriebs gelungen. Auch die unbehandelten Holzleisten auf den Gepäckträgern sind ein Hinkucker und sauber verarbeitet. Die serienmäßige Ausstattung mit einem Medikus-Twin Sattel ist eher ungewöhnlich, zeigt aber, das Metz Mobility das E-Packr durchaus auch für längere Touren entwickelt hat. Das Cockpit mit ergonomischen Griffen ist aufgeräumt, das Bedienteil hat fast automotiven Charakter.

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Das kompakte Lastenrad passt auch auf den Anhängerkupplungsträger.

Preis und Verfügbarkeit

Das Metz-Mobility E-Packr steht, mit Frontrack und Heckgepäckträger, aktuell mit 3.498 € in der Preisliste. Damit ist es ein faires Angebot und auch direkt vielseitig nutzbar.

Beim Testbike wurde der Anwendungsbereich durch das Taschenhalterset (89,90€) hinten, der MTS Rohradapter (39,90€), und der Caddy-Adapter (24,90€) noch erweitert. Besonders das Taschenhalterset empfehle ich jedem zukünftigen Besitzer, denn damit lassen sich Packtaschen einfach sicherer transportieren.

Das E-Packr ist im Fachhandel verfügbar, eine Händlersuche ist auf der Website von Metz-Mobility zu finden.

Fazit & Kritik Test E-Packr 8.E

Mit dem E-Packr ist Metz Mobility auf Anhieb ein tolles kompaktes Lastenrad gelungen. Es überzeugt durch hohe Stabilität, einen kräftigen, leisen Antrieb und gute Bedienbarkeit. Die Sitzposition ist auch langstreckentauglich und lässt keinesfalls das Gefühl aufkommen auf einem „Kinderrädchen“ zu sitzen, wie mancher Kompakträder tituliert. Durch den per Speedlifter schnell höhenverstellbaren Lenker, den verstellbaren Vorbau und den weit ausziehbaren Sattel ist das E-Packr für Menschen vieler Größen gleichermaßen geeignet.

Wirklich einzigartig und sensationell ist das „MTS“ getaufte Metz-Träger-System. Nicht nur die Variabilität zeichnet es aus, sondern vor allem auch die sichere und stabile Befestigung der Trägermodule am Rad. Zu keiner Zeit kommen Zweifel auf, ob die zulässige Last von 20 kg (vorne) respektive 30 kg (hinten) Träger oder Rad überfordern. Zumindest solange man es sinnvoll belädt, Stichwort „Altglas“.

Doch es gibt noch Raum für Verbesserungen. Zum Beispiel bei den rutschigen Holzleisten der Gepäckträger. Ein paar Befestigungspunkte an der Reling von Gepäckkorb und Gepäckträger würde außerdem das Verzurren deutlich vereinfachen. Eine weitere Idee: Mit einem optionalen „Speedlifter Twist“ ausgestattet, würde das E-Packr mit verdrehtem Lenker im Flur oder in der (Wohnmobil-)Garage noch weniger Platz einnehmen.

Trotzdem: Wer ein kompaktes, vielseitig verwendbares E-Bike sucht, das gleichermaßen für Kurzstrecke als auch längere Touren geeignet ist, und auch den Wocheneinkauf stemmen kann, sollte das E-Packr auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen.

Wenn es aber zusätzlich um die Themen „Variabilität“ und „Lastentransport“ geht, führt am E-Packr mit dem genialen Metz-Träger-System eigentlich kein Weg vorbei.

Mehr Informationen zum kompakten E-Cargobike E-Packr sind auf der Website von Metz Mobility zu finden.

[Text: [at] | Abbildung: Metz Mobility | Fotos: VeloStrom]

Transparenzhinweis: Das E-Packr wurde vom Hersteller kostenfrei und ohne Vorgabe zur Verfügung gestellt.

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Alexander Theis