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Alltag Fahrradinfrastruktur

Bosch eBike Systems stellt Umfrage zur Pedelec-Sicherheit vor

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E- Bikes haben sich in den vergangenen Jahren im Straßenbild fest etabliert. Bosch präsentiert die Umfragergebnisse aus sechs Ländern zur E-Bike-Sicherheit.

Etwa sieben Millionen Pedelecs sind laut einer Schätzung des Zweirad-Industrie-Verbands inzwischen auf Deutschlands Straßen unterwegs. Diese Entwicklung hat auch die Debatte um deren Verkehrssicherheit verstärkt, denn die steigende Anzahl von E-Bikes auf den Straßen hat zu einem Anstieg von Pedelec-Unfällen geführt. Bosch eBike Systems beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Sicherheit und der Herausforderung, die Verkehrssicherheit für eBiker zu erhöhen.

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Im vergangenen Jahr wurde eine Umfrage in insgesamt sechs Ländern durchgeführt, um ein ausgewogeneres Bild der Fahrrad- und Pedelec-Sicherheit zu erhalten. Für die Umfrage wurden im Zeitraum Juni bis Juli 2020 insgesamt 3026 Teilnehmer aus sechs Ländern befragt: Deutschland, Schweiz, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und den USA. Das Durchschnittsalter der befragten Personen liegt bei 44,07 Jahren, 49,6 Prozent der Umfrageteilnehmer sind weiblich.

E-Biker fahren mehr

Die in Europa und den USA durchgeführte Bosch-Untersuchung zeigt, dass eBiker generell häufiger als Fahrradfahrer ohne elektrischen Antrieb (+50 Prozent) fahren und dabei größere Distanzen zurücklegen (+60 Prozent). Dabei ist zu beobachten, dass eBiker das Pedelec mit einem Plus von 20 Prozent deutlich häufiger zum Pendeln oder für Erledigungen nutzen als Fahrradfahrer ohne elektrischen Antrieb.

Damit einhergehend zeigt die Befragung auch, dass Menschen mit eBikes witterungsunabhängiger unterwegs sind. Durch dieses unterschiedliche Nutzungsverhalten sind eBiker stärker den Risikofaktoren im Straßenverkehr ausgesetzt.

Fahrradfreundliche Infrastruktur ist für mehr Sicherheit auf dem eBike entscheidend

Die Bosch-Umfrage zeigt, dass das Sicherheitsgefühl von Fahrradfahrern nicht gut ist: Nur etwa ein Fünftel der Befragten schätzt ihr individuelles Unfallrisiko auf dem Fahrrad oder auf dem Pedelec als gering ein. Da das eBike häufiger im Alltag verwendet wird, ist die Risikovermeidung etwa durch die gewählte Strecke, die Wetterbedingungen oder die Tageszeit der Fahrt zudem seltener möglich als für Fahrradfahrer ohne Antrieb.

Es wird also deutlich, dass eBiker noch stärker auf sichere Radwege angewiesen sind. Um die Sicherheit im Straßenverkehr speziell auf dem eBike, aber auch auf dem Rad, zu verbessern, bedarf es einer besseren Fahrradinfrastruktur – in der Stadt und auf dem Land. Die Niederlande zeigen, dass der konsequente Ausbau des Radnetzes die Sicherheitswahrnehmung erheblich verbessert: Dort schätzen 42 Prozent der Befragten ihr Unfallrisiko als gering ein.

Die unterschiedliche Nutzung von Fahrrad und eBike muss jedoch nicht nur bei der Planung zukünftiger Radverkehrsnetze mitgedacht werden – sondern auch bei der Analyse der aktuellen Verkehrssicherheit auf einem eBike.

Die Bosch-Umfrage zeigt deutlich, dass Menschen auf eBikes häufiger und auf längeren Strecken unterwegs sind. Der Bestand an eBikes wächst konstant und die gefahrenen Kilometer sind höher. Außerdem ist der Anteil derer, die ihre eBikes auch wirklich nutzen deutlich höher als etwa bei Rädern ohne elektrischen Antrieb. Ein entscheidender Faktor für die allgemeine Verkehrssicherheit ist, dass die Fahrrad-Infrastruktur mit der wachsenden Zahl der eBiker nicht mithält und der Ausbau der Radwege deutlich hinter dem steigenden Bedarf zurückliegt.

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E-Bike ABS

Auch technische Lösungen können helfen, die Sicherheit auf dem eBike zu erhöhen. Mit dem eBike ABS hat Bosch 2018 das erste serienreife Antiblockiersystem für Pedelecs auf den Markt gebracht. Laut einer Studie der Bosch-Unfallforschung könnten bis zu 29 Prozent aller Pedelec-Unfälle durch das Bosch eBike ABS verhindert werden, etwa in Gefahrensituationen auf nasser Fahrbahn.

Darüber hinaus geben in der Bosch-Umfrage 18 Prozent der Befragten an, nach einem Unfall keine direkte Hilfe erhalten zu haben. Mit Help Connect, einer Premium-Funktion der COBI.Bike App, haben eBiker stets einen digitalen Begleiter an ihrer Seite. Dieser kann bei einem Unfall schnell für Hilfe sorgen und so die Sicherheit beim eBiken weiter erhöhen.

Neben der Technik spielt das Sicherheitsbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer eine wichtige Rolle – auf dem Rad, im Auto oder zu Fuß. Für eBiker bedeutet das, sicherheitsbewusst und rücksichtsvoll zu fahren, das Equipment professionell warten zu lassen und auf eine sichere Ausrüstung zu achten. Sie sollten sich mit der Funktions- und Bremsweise eines eBikes vertraut machen und gegebenenfalls eines der zahlreichen Angebote für Fahrsicherheitstrainings wahrnehmen. Und natürlich sollte bei keiner Fahrt mit dem eBike der Helm fehlen.

“Um die Sicherheit auf dem eBike zu verbessern ist ein Dreiklang aus einer sicheren Infrastruktur, persönlichem Sicherheitsbewusstsein und technischen Lösungen entscheidend – und wir leisten dazu unseren Beitrag”, sagt Claus Fleischer, Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems. “Das Unfallrisiko auf einem konventionellen Fahrrad ist nicht per se niedriger als auf einem eBike. Um die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer so sicher wie möglich umzugestalten, müssen Statistiken richtig eingeordnet und die Risiken analysiert werden.”

[Text & Foto: Bosch eBike Systems]

Alexander Theis