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Lastenrad Test & Technik

Erster Eindruck Tern GSD

[at] Das GSD, erst kurz zuvor vorgestellt, war auf der Eurobike der Mittelpunkt am Stand von Tern. Und natürlich habe ich mir die Chance nicht nehmen lassen, damit mal eine Runde zu drehen.

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Das GSD von Tern auf der Eurobike: Über die „Last“ meines Rucksacks kann es nur müde lächeln. (Klicken zum Vergößern)

Tern schafft mit dem GSD die Klasse des „Compact Utility E-Bike“: Mit einer Länge von weniger als 180cm kann man tatsächlich von einem kompakten Lastenrad sprechen. Die Abkürzung „GSD“ steht übrigens für „Getting Stuff Done“ (zu deutsch in etwa: „Kram erledigt bekommen“) und von dem „Stuff“ kann das GSD bis zu 180 km tragen.

Bei dieser Zuladung ist ein Pedelec-Antrieb, in dem Fall die Bosch Performance-Variante, natürlich sehr sinnig. Und bei Tern hat man, sehr vorausschauend, wie ich finde, direkt eine Möglichkeit vorgesehen, mit zwei Akkus unterwegs zu sein.

 

 

Stabiler Rahmen

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Kräftige hydraulische Bremsen von Magura (Klicken zum Vergrößern).

Die Akkus sind vom beeindruckenden Fachwerk des Rahmens gut geschützt und schwerpunktgünstig tief hinter dem Sattelrohr untergebracht. Die kleinen 20-Zoll-Räder sorgen dabei ebenfalls für einen tiefen Schwerpunkt, was der Fahrt mit viel Zuladung zu Gute kommen dürfte. Ebenfalls angepasst und kräftig dimensioniert wurden die Bremsen von Magura.

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Kunstvoll versteifter Rahmen (Klicken zum vergrößern)

Überhaupt, das Rahmenfachwerk: Diesem kunstvoll geschweißten Rohrverbund am Heck nehme ich seine Tragfähigkeit ohne zu Zögern ab.

Und auch im vorderen Rahmenbereich versprechen die Rohre Stabilität, trotz des tiefen Einstiegs: Das Thema „Verwindung bei Beladung“ sollte hier keines sein.

 

Kompaktreiserad?

Auf der Eurobike war das GSD am Stand mit 6 (!) Ortlieb-Taschen versehen: Zwei vorne am gegen Aufpreis verfügbaren Lowrider und vier am Gepäckträger (je zwei an einer Seite). Ich persönlich finde diese Taschenalternative besser als die ebenfalls von Tern verfügbaren Großraumtaschen: Die Ortliebs sehen einfach aufgeräumter und auch sportlicher aus. Aber da gehen die Meinungen sicher auseinander. 

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Das Tern GSD als Reiserad, warum nicht? Reichweite und Zuladung passen.(Klicken zum Vergrößern)

Was die Ortliebs aber noch zeigen ist: Das GSD wäre auch ein prima Reiserad: Bei dem man sich um die Reichweite (bis 250 km mit zwei Akkus) und die Gepäckunterbringung keine Sorgen machen müsste. Eigentlich müsste auf den Gepäckträger auch noch eine große 90l-Ortlieb-Gepäckrolle längs passen…

Testfahrt, leider unbeladen

Leider stand keine Last zur Verfügung, so fuhr ich das GSD eben unbeladen. Nach dem Anpassen von Lenker- und Sattelhöhe (das GSD passt für Personen bis 195cm Körpergröße) ging’s raus auf die Teststrecke. 

eurobike_tern_gsd_speedDas GSD fährt sich sehr souverän, der Geradeauslauf ist sehr gut und auch bis in höhere Geschwindigkeiten ohne Tadel. Das Ziehen enger Kreise klappt gut, die Handlichkeit ist fast kompaktradtypisch, auch wenn das GSD etwas länger als „normale“ Kompakträder ist.

Der Clou: Das Rad kann auf den speziell geformten Enden des Gepäckträgers aufrecht gestellt werden! Eine Super Idee, beispielsweise für enge Flure, wie ich finde.

Das Tern GSD macht beim Fahren richtig Laune. Die Reichweite und Tragfähigkeit sind enorm, es passt mit einer Länge von etwa 180cm problemlos ins Fahrradabteil der Bahn oder auf herkömmliche Fahrradträger.

Also nicht nur ein prima Familienrad sondern auch ein tolles Reiserad für Menschen, die etwas mehr mitnehmen wollen?

Platzsparend: Senkrechte Parkposition

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Speziell vorgesehene Aufstandspunkte für die…

Die Möglichkeit, das Rad auf dem Gepäckträger stehend aufrecht zu parken, ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Das vergleichsweise geringe Packmaß durch die klappbare Lenkereinheit und das zweiteilige Sattelrohr sorgen auch dafür, das es ohne großen Aufwand auch mal im Auto transportiert werden kann.

 

Fazit 

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…spezielle Parkposition des Tern GSD (Klicken zum Vergrößern)

Das GSD machte auf mich einen sehr guten Eindruck.

Es ist erwartungsgemäß wertig verarbeitet, bietet eine enorme Zuladung und mit zwei Akkus auch eine hervorragende Reichweite. Die allerdings im angedachten urbanen Einsatz möglicherweise gar nicht nötig ist. Deshalb bietet Tern sinnvollerweise den zweiten Akku auch als Sonderausstattung an.

Ebenfalls gegen Aufpreis zu haben sind u.a. der vordere, rahmenfeste Gepäckträger, Lowrider oder auch die hintere Gepäckreling mit Holzboden.

 

Das Tern GSD wird im ersten Quartal 2018 zum Preis ab rund 4.000€ im Handel erhältlich sein.

[Fotos: VeloStrom]

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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