Foto eines mit Kisten beladenen Lastenradanhängers Carla Cargo
Lastenrad Über'n Tellerrand

Lastenanhänger, mal anders: Carla Cargo

Foto eines mit Kisten beladenen Lastenradanhängers Carla Cargo
Mit Carla Cargo bis zu 250kg mit dem Rad transportieren. (Klicken zum Vergrößern)

[at] Carla Cargo ist ein Fahrrad-Lastenanhänger mit Elektroantrieb für Lasten bis 250kg.

Schwerlaster

Die Macher von Carlo Cargo verstehen sich „als sozial und ökologisch verantwortliches Startup“. Deshalb soll das fertige Konzept später auch offen einsehbar für alle veröffentlicht werden.

Da mit Carlo Cargo große Lasten befördert werden können, ist zum einen der Antrieb eine wichtige Komponente. Bei Lasten von bis zu 250kg und bis zu 1,3 Kubikmeter hinter einem Fahrrad kommt der Bremse aber fast noch wichtigere Bedeutung zu.

Stopp…

Detailfoto der Konstruktion der Auflaufbremse von Carlo Cargo
Im Detail ist die Mechanik der Auflaufbremse gut zu sehen. (Klicken zum Vergrößern)

Aus diesem Grund wird Carla Cargo mit einer Auflaufbremse verzögert: Die Ansteuerung erfolgt über die Deichsel: Dies ist verschiebbar gelagert. Verzögert das Fahrrad, schiebt der Hänger die Deichsel einige Millimeter nach vorne, wodurch die Bremsen an den beiden Hinterräder aktiviert werden. Gleichzeit nimmt ein Sensor den Weg auf und unterbricht den Antrieb des Hängers, der im Vorderrad des dreirädrigen Fahrgestells untergebracht ist.

…and go:

Beim Anfahren mit dem Rad wiederum lösen sich die Bremsen, da sich die Deichsel nach hinten verschiebt, der Sensor erkennt die Verschiebung der Deichsel und steuert je nach Weglänge der Verschiebung die Leistung des Motors zu.

Ein paar Details:

Die gesamte Elektronik inklusive des Akkus ist bei Carla Cargo „unterflur“ im robusten Rahmen untergebracht, um die enorme Ladefläche optimal ausnutzen zu können.

Foto der Kupplung am Rad
Die Kupplung ist eine „normale“ Anhängerkupplung für’s Rad (Klicken zum Vergrößern)

Die Ladefläche selbst ist eben und deshalb gut nutzbar. Die enorme Zuladung ermöglicht mit der Unterstützung durch den Elektroantrieb das Befördern von Lasten mit dem Fahrrad, die bisher nicht mit dem Rad befördert werden konnten. Als Kupplung kommt eine „normale“ Fahrradhängerkupplung zum Einsatz. Der Elektroantrieb und die Art der Kupplung führt dazu, das es praktisch egal ist, mit welchem Rad man Carla Cargo zieht.

Das wurde besonders eindrucksvoll beim Cargo-Bike Rennen auf der diesjährigen Spezialradmesse in Germersheim deutlich: Das Team von Carla Cargo stellte sich der Aufgabe, einen simulierten Umzug durchzuführen, mit einem Faltrad mit Riemenantrieb als „Zugfahrzeug“ und belegte einen hervorragenden dritten Platz. Dabei wurde eine bessere Platzierung nur durch den Zeitverlust der umfallenden Topfpalme und des Bügelbretts verhindert.

Hier das beeindruckende Video einer Testfahrt mit einer beladenen Carla Cargo:

Nachtrag vom 02.06.2015:

Carla Cargo ist nominiert für  den“Kopf schlägt Kapital-Wettbewerb“. Die Ehrung erfolgt auf dem Entrepreneurship Summit am 24. und 25. Oktober 2015 in Berlin  – dem größten Entrepreneurship Event in Deutschland. Wer für Carlo Cargo stimmen will, kann das unter diesem Link tun:  https://www.entrepreneurship.de/start-ups/11/951

Weitere Informationen sind unter www.carlacargo.de zu finden.

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Alexander Theis

Alexander Theis

Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
Alexander Theis

6 Kommentare

  1. Ich bin ehemaliger fahrradhändler, fahre noch immer täglich (meist e-bike) bike. Die cargobike-szene interessiert mich und darum möchte ich genre gut informiert sein was diese art von waren_personen-transport anbelangt.

    1. Hallo Herr Elsener,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich nehme Ihre Anregung gerne auf.

      Mit pedelectrischen Grüßen
      Alexander Theis

  2. Die Montage der Zugstange über die Anhängerkupplung an der Sattelkerze birgt eine gewisse Gefahr. Wenn die Auflaufbremse nicht sehr effektiv funktioniert (Feuchtigkeit auf den Scheiben oder bei Glätte), kann der Anhängerschub bei Notbremsungen oder starkem Gefälle das gesamte Gespann unstabil machen. Das Zugfahrrad wird dann angehoben und das Gespann klappt ein. Eine Anhängerkupplung in Höhe der Hinterachse, wie heute allgemein üblich, wäre da vorzuziehen, ist jedoch nicht ganz einfach in diesem Fall zu realisieren.

    Ansonsten ein ganz zukunftsorientiertes, innovatives System, das sich auch für Fahrrad-Campinganhänger eignen würde.

    Ich verfolge ein ähnliches Konzept, um über eine Anhängerdeichsel ein Dreirad-Pedelec zu ziehen, zum Transport älterer Leute, die auf Grund von Sehstörungen oder Schwindel etc. weder zum Autofahren, noch zum selbstständigen Radfahren zumindest zeitweise in der Lage sind. Diese Personengruppe benötigt ansonsten für 800 m ein Auto oder Taxi.
    So lässt sich dann auch das leere Dreirad elegant und nachhaltig transportieren.
    Die Deichsel verbindet die Standardanhängekupplung in Höhe der Hinterachse mit der Gabel des Dreirades. Eine Auflaufbremse wäre auch hier gut, macht jedoch hier noch Probleme beim Anschluss.

    Danke für die interessanten Infos!

  3. Den Hänger darf ich aber motorisiert nicht an ein Pedelec dranhängen, dann hätt ich ja zwei Motoren und das wäre nicht legal oder?

    1. Hallo Roman,
      das ist eine gute Frage! Rein aus dem Bauch heraus gäbe ich dir Recht. Da der Anhänger aber nicht schiebt, könnte es anders sein. Ich gehe der Frage mal nach.

      Gruß
      Alex

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