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Interview Kinder

Mythos E-Bike: Interview mit Bloggerin Janet Weick

Lesezeit etwa 15 Minuten

[at] Janet Weick hat mit ihrem Blog “mythos-ebike.de” bei der Wahl von fahrrad.de zu den besten Fahrrad-Blogs in Deutschland den zweiten Platz in der Kategorie “E-Bike” errungen. Ein Interview mit der sympathischen Bikerin aus Backnang.

Alex: Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner tollen Platzierung bei der Wahl zu den besten Fahrrad-Blogs! Dein Blog mythos-ebike.de ist seit Anfang 2017 online. Was hat dich dazu bewogen, über das Thema E-Bike zu bloggen?

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Janet Weick bloggt auf mythos-ebike. de (Klicken zum Vergrößern)

Janet: Hmm um diese Frage zu beantworten muss ich kurz ausholen. Ich selber fahre ja schon seit mehr als 10 Jahren Mountainbike (MTB) und muss zugeben, dass ich auch, bevor ich ein EMTB (E-Mountainbike) getestet habe, Befürchtungen hatte, ob es in den Bergen dann noch schwieriger werden könnte, die eh schon immer wieder diskutierten Singletrail-Freigaben zu erhalten.

Ich dachte auch es könnte eventuell zu weiteren Problemen führen, wenn EMTBs auf Trails nach oben mit 25 km/h unterwegs sind, MTB Fahrer nach unten mit Tempo ankommen und zwischendrin die Wanderer noch die Freiheit auf dem Berg genießen wollen. Ich wusste einfach nicht, wie sich das auswirken wird. 

Nachdem ich jedoch im Mai 2016 das erste Mal bei einem Sunset-Ride in Latsch selbst ein EMTB getestet hatte und merkte, das EMTB fährt nicht einfach so auf Knopfdruck 25 km/h den Singletrail nach oben, wurde mir bewusst, dass diese Angst unbegründet ist.

Natürlich sollte ein EMTB Fahrer nicht auf hoch frequentierten MTB-Singletrails versuchen hoch zu fahren, aber es gibt genügend Weg-Alternativen. Auch ist man auf einem technischen Trail bergauf deutlich langsamer als 25 km/h. Eine Begegnung ist daher aus meiner Sicht und meiner bisherigen Erfahrung absolut kein Problem mit Wanderer genauso wie mit MTB Fahrer. Diese müssen beim bergab fahren ja auch für Wanderer rechtzeitig bremsen können, so dass sie das auch für EMTBs schaffen.

Trotz aller Freude über mein EMTB -Versuch in Latsch begegneten mir persönlich gerade von Mountainbikern auch Vorurteile gegenüber EMTBs und ich wurde auf Touren angefeindet oder musste mir dumme Sprüche anhören. 

Das war die Geburtsstunde zur Idee einen Blog über das Für und Wider des Ebiken zu verwirklichen, mit dem Ziel, im Rahmen eines Selbstversuches die Vorurteile gegenüber EMTBS auf den Prüfstand zu stellen und darüber zu schreiben, wie sich unsere Bikeverhalten als Familie und Sportler ändert. Im Vorfeld wusste ich auch nicht, wie wir uns verändern und ob wir alles positiv finden aber wir hatten mega Lust das einfach mal auszuprobieren.

Nach nicht mal einem Jahr kann ich sagen, dass ich bisher durchweg nur positive Resonanz bekommen habe und mich über jeden Einzelnen riesig freue, der mich auf meiner Facebookseite oder auf meinem Blog begleitet.

Alex: Du bist aber schon ohne “E-Unterstützung” unterwegs gewesen?

Janet: Ja wie vorher schon erwähnt fahre ich schon seit über 10 Jahren MTB.  Früher stand nicht nur das Erlebnis in der Natur und gemeinsame sportlichen Ausflüge mit Freunden im Vordergrund, sondern auch die Teilnahme an Marathons sowie Etappenrennen wie z.B. die Transgermany, 24-Rennen oder die Bike-Transalp. Also spielte auch das sportliche Kräftemessen eine Rolle für mich.

Ich sehe mich im Übrigen immer noch als Mountainbikerin und bin auch immer wieder unmotorisiert unterwegs. Meine Familie und ich reisen immer noch in die unterschiedlichsten Bikeregionen, fahren Touren mit MTB oder EMTB und ich nehme neugierig dann auch das Fahrverhalten meines EMTBs bei z.B. Drops oder im Bikepark unter die Lupe und Vergleiche es mit dem Fahrverhalten eines MTB. Mein Mann ist dabei meistens auf einem MTB und ich entweder auf dem EMTB oder dem MTB unterwegs. Daher können wir sehr gut Vergleiche ziehen und Regionen auf dem MTB aber auch mit dem EMTB testen, erleben und erkunden. 

Alex: Und wie kam es dann dazu, dass du jetzt mit dem E-MTB unterwegs bist?

Janet: Nach einer schwierigen Schwangerschaft in der ich sofort komplettes Sportverbot hatte und sehr viele Wochen und Monate liegen musste, kämpfte ich lange wieder darum, an meine ursprüngliche Fitness heran zu kommen. Das Leistungsniveau von mir und meinem Mann, aber auch von vielen befreundeten MTB-Gruppen war anschließend von mir kaum mehr zu leisten. Ich wollte doch aber auch so gern mit Kind mein geliebtes Hobby weiter ausüben.

Auch das Ziehen eines Kinderanhängers machte mir zu schaffen, nachdem mein kleiner Sohn immer schwerer wurde. 3 Jahre lang fuhr ich dann sehr viel alleine mit dem schlafenden Nino im Hänger, meistens Talrunden. Spaß machte mir das dann aber auf Dauer auch nicht wirklich mehr, da zum Biken für mich einfach auch immer das Gruppenerlebnis und eben Trails dazu gehörten.

Wir kauften daraufhin im Frühsommer 2016 schon einen Nachläufer mit 160mm, der uns auch wieder mit Kind ein Fahren auf Trails ermöglichen sollte. Mit einem zusätzlichem Gewicht von ungefähr 27kg  (etwas mehr als meinem halben Eigengewicht) von Kind und Nachläufer war es jedoch trotzdem nicht leicht, diesen steile Anstiege mit meinem MTB hoch zu ziehen. 

Als ich dann im Mai 2016 beim Womensbikecamp in Latsch das erste Mal auf einem EMTB saß und im Sonnenuntergang die Trails mit Greta Weithaler (Markenbotschafterin von Bosch) zuerst hinauf und dann hinunter flog wusste ich: das ist die Lösung für uns als Familie!

An Weihnachten 2016 zog dann einige Monate später mein erstes EMTB Mondraker E-Crafty R+ bei uns zu Hause ein. Seither hat sich viel verändert. 

Alex: Wie reagiert denn dein Umfeld, also Familie, Freunde, Bekannte) darauf, dass du jetzt mit dem Pedelec unterwegs bist?

Janet: Am Anfang waren sehr viele auch befreundete Mountainbiker absolut skeptisch. Ich wurde schon des Öfteren sehr kritisch beäugt und keiner hatte Lust, dass ich ihnen bei gemischten Touren einfach davon fahre. Als sie merkten, dass ich in der Gruppe nie schneller als Eco fahre und mich eher weiter hinten einordnete war der Knoten geplatzt. Sie sahen, dass das EMTB trotzdem etwas Körner kosten kann, sofern man eben die angepasste Unterstützungsstufe wählt. Es siegte dann auch die Neugier und man begann zu erklären was die Vorteile sind und dann durfte man auch mal zeigen, was im Uphill eben möglich ist.

Heute werde ich bei technischen Uphill-Passagen automatisch vor gelassen und es wird schon von vorne geschrien – Jani komm geh doch vor und viel Spaß..! Das freut mich riesig! Außerdem haben sich durch das EMTB wieder 2 neue Gruppen ergeben bei denen ich nun wieder mithalten kann und inzwischen eventuell auch sogar wieder mit dem MTB mithalten könnte.

Eigentlich kann man sagen, dass es inzwischen keinem mehr auffällt, ob ich heute ein MTB oder ein EMTB unter dem Hintern habe. Inzwischen haben auch einige meine Freunde nachgerüstet und wir starten auch öfters zu reinen EMTB Touren und auch das ist dann ein ganz neuer Sport und ein anderes Erlebnis. Wir sind dann etwas schneller, dadurch weiter und höher und mit mehr Singletrail-Anteil unterwegs.

Mein Mann war nach unserer ersten Tour ebenfalls mehr als begeistert. Er fährt schon immer Rad, auch viel Rennrad, und war daher auch immer sehr viel fitter als ich. Als wir früher gemeinsam für Marathons trainierten kam es daher schon mal vor, dass er mich die Anstiege hoch schob, damit es für ihn nicht nur eine Regenerationsfahrt war.

Heute gleicht das EMTB unseren Leistungsunterschied vollständig aus. Ich richte meine Unterstützungsstufe so ein, dass Micha auf seinem MTB das Tempo vorgibt und habe auch immer ein Pulsmesser dran, damit ich selber trotzdem auch schauen kann, dass ich auch trainiere und mich nicht nur vom Antrieb hoch schieben lasse. Ich finde seither trainiere ich gesünder – habe einen Durchschnittspuls von ca. 140 und nicht mehr wie früher von 160 Schlägen. Außerdem sind die Zeiten vorbei, wo ich mit knallrotem Kopf versuche einer Männergruppe den Berg hoch hinter her zu hecheln. Ich kann also mehr genießen und habe dadurch einiges mehr Spaß. 

Alex: Auf mythos-ebike.de geht es nicht nur ums Pedelec, oder?

Janet: Nein eigentlich nicht. Es geht auch um das Mountainbike fahren, da es ja ein Blog über das Für und Wider des Ebiken ist. Das bedeutet, dass man mich auch weiterhin auf dem Mountainbike sieht und ich hier auch immer wieder Vergleiche anstelle. Das braucht es aber auch, um mein Ziel zu erreichen, im Rahmen meines Selbstversuches die Vorurteile gegenüber EMTBs auf den Prüfstand zu stellen und darüber zu schreiben, wie sich unsere Bikeverhalten ändert. Ich glaube nur so ist ein authentischer Vergleich möglich und schafft Akzeptanz, vor allem bei Mountainbikern, die dieser Entwicklung bisher sehr skeptisch oder sogar ablehnend gegenüberstehen.

Auch stelle ich auf meiner Seite ja noch meine TOP- Bikeregionen anhand von Bildern, Texten aber auch Videos vor und zwar für E-Mountainbiker aber auch für Mountainbiker. Ich gebe z.B.  Tipps zu meinen Lieblingstrails, den getesteten Bikehotels und möglichen Familienaktivitäten. Es geht also eigentlich um das Mountainbiken, mit oder ohne Antrieb, die Vorteile für Frauen, Männer, aber auch Familien und das Freiheitsgefühl das wir dabei erleben.

Alex: Ihr seid also viel unterwegs. Gemeinsam mit eurem Sohn?

Janet: Oh ja, also es gibt bei uns eigentlich keinen Urlaub, wo wir nicht unsere Bikes, den Streamliner und Ninos Rad dabei haben. Oft sind wir alle 3 zusammen als Familie unterwegs und Nino zirkelt uns dann öfters fröhlich jauchzend auf dem Streamliner auf den Trails hinterher und will nur noch über die gefährlichsten Trails ins Tal rauschen.

Seit wir das EMTB haben können wir auch als Familie wieder mehr Freiheit genießen und zu Touren von bis zu 1200 Höhenmeter aufbrechen. Unser Aktionsradius zu allen möglichen Spielplätzen oder Bergalmen und Singletrails hat sich daher deutlich erhöht. Wir genießen es aber auch, wenn die Oma mal einen Tag Zeit hat, und Micha und ich dann hochalpin, die ein oder andere schwerere Tour fahren können.

Wie unsere Furcletta-Welschtobel Tour in der Lenzerheide dieses Jahr. Schon im Vorfeld las ich  Tourenberichte und schaute mir Bilder davon an und wollte unbedingt wissen, ob die 1,5 stündige Tragepassage mit dem EMTB einiges kürzer ausfällt oder ich eventuell sogar gar nicht tragen muss, weil einfach mit dem EMTB im Uphill viel mehr fahrbar ist. Wir wagten dieses Erlebnis da Micha angeboten hatte im Notfall mit mir zu tauschen wenn wir tragen müssen, denn mein 23kg schweres EMTB hätte ich wohl nicht lange tragen können.

Und tatsächlich war es so, dass ich sehr viel mehr fahren konnte als Micha und ich den restlichen Teil mit der Schiebehilfe hinauf kam. Leicht war das trotzdem nicht aber wir hatten einen traumhaften Tag, mit unglaublichen Trails, ganz vielen Murmeltieren, 2h ohne Menschen und unvergessliche Momente. 

Alex: Würdet ihr anderen Eltern die Nutzung von Hänger oder Follow-Me empfehlen?

Janet: Für jeden Radsportler verändert sich sein Leben sobald ein Kind dazu kommt. Hier haben auch wir uns neu sortieren und orientieren müssen. Für mich stand gleich fest, dass ich sobald wie möglich wieder aufs MTB sitzen will.

Daher zog kurz nach der Geburt ein Kinderanhänger bei uns ein. Wir entschieden uns damals für ein teureres Modell den Chariot Cx 2 (heute aufgekauft von Thule)- einfach weil dieser sicher in allen Tests war und eine Federung eingebaut hatte, so dass wir auch im Wald mit Baby komfortabel unterwegs sein konnten.

Als Nino nicht ganz 4 Monate alt war fuhr er das erste Mal in einer zugehörigen Babyhängematte mit und schlief nach kürzester Zeit seelenruhig ein. Touren von bis zu 1,5 h waren so ohne Probleme möglich. Wir kauften damals noch eine Weberkupplung dazu, so dass der Anhänger schnell ab und wieder angebaut werden konnte. In den Urlaub nahmen wir auch keinen extra Buggy mehr mit, da man bei dem Chariot die Radstange abbauen und Buggyräder oder ein Joggingrad anbauen konnte. In den Bergen war es beim Wandern auch von Vorteil, dass der Chariot eine Handbremse hatte, so dass man bergab nicht ständig vom Buggy hinunter gezogen wurde.

Natürlich schaffte ich ohne EMTB keinen steilen Berge nach der schweren Schwangerschaft aber flachere Touren um den See waren so wieder möglich und wir haben sie in allen Zügen genossen. Als Nino dann selber fuhr mussten neue Lösungen her. 

Alex: Euer Sohn fährt schon manches selbst?

Janet: Nino hat zu seinem 3. Geburtstag nach seinem Laufrad dann endlich sein erstes richtiges Kinderrad bekommen. Eine Freundin empfahl mir damals unbedingt die leichten Kinderräder von Woom anzuschauen, da ihr Sohn damit nach ca. 15min ohne Stützräder fahren konnte.

Wir waren sofort Feuer und Flamme und als Nino das grüne Woom 2 an seinem Geburtstag gesehen hatte, war er nicht mehr zu halten. Noch am selben Tag konnte auch er nach etwa 20 min ohne Hilfe fahren. 2 Tage später fuhr er eine flache Tour mit 12 km (6 km hin, Mittagspause und 6 km zurück) mit und war stolz wie Oskar.

Recht schnell merkten wir aber, dass wir erstmal aus der Stadt hinaus kommen müssen und etwas zum Ziehen seines Rades benötigen. Wir entschieden uns damals für den Follow-me, da er uns am sichersten erschien. Bei diesem kann das Vorderrad von Nino eingehängt werden uns so schleppten wir Nino die Berge hoch oder an der Straße entlang ab und wenn es flacher wurde konnte Nino selber fahren.

Im August 2016 machten wir dann so auch schon eine gemeinsame tolle Tour von Davos aus ins Sertigtal. Micha schleppte Nino hoch ab und hinunter konnte er dann tatsächlich fast eine Stunde wieder alleine auf leichtem Gefälle wieder abfahren und hat am Abend dann allen erzählt wie er mit den großen eine Radtour gemacht hat.

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Janet mit Sohn Nino (Klicken zum Vergrößern)

Trotzdem reizte es uns auch wieder auf Trails fahren zu können. Bei einem Schweizer Pärchen entdeckten wir zum ersten Mal den Streamliner von Tout-Terrain. Das ist ein Nachläufer mit Hinterrad, Sattel, Lenker, Bremsen, Schaltung und Pedale aber keinem Vorderrad. Er wird an der Sattelstütze des Elternrads befestigt und hat 160mm Federweg. Diesen legten wir uns dann ergänzend zum Follow-Me im Frühsommer 2016 zu. So konnten wir endlich wieder richtige Mountainbiketouren mit tollen Singletrails fahren.

Einschränkend war dann nur noch das Gewicht von Kind und Nachläufer von ca. 27 kg: Kind und Elternteil machte es leider wenig Spaß einen lange einen steilen Berg hoch zu fahren, um einen schönen Trail nach unten zu erreichen. Seit wir dieses Jahr aber das EMTB als „Zugpferd” benutzen haben wir eine ganz neue Freiheit für uns entdeckt. Wir fuhren in Steinegg sowie Latsch in Südtirol aber auch in der Lenzerheide in der Schweiz dieses Jahr wieder Touren von 1000 bis 1200 Höhenmeter bergauf und tolle Trails wieder nach unten.

Technisch stellte sich Nino wirklich super an, so dass wir im Mai 2017 in Latsch mit dem EMTB Nino zum Propain-Trail hoch pedalierten, um dann den Trail hinunter zu nehmen. Über den Aigen- und den Bierkellertrail ging es dann voller Glück zurück nach Latsch.

Alex: Dieses Jahr wurden auf der Eurobike erstmals Pedelecs für Kinder vorgestellt. Wie ist deine Meinung dazu?

Janet: Oh je, da erwischt Du mich tatsächlich auf dem falschen Fuß – einfach weil ich mich selber noch nicht entschieden habe, ob ich es richtig gut finde. Da Micha und ich beide auch gerne Marathons gefahren sind und auch immer noch sehr gerne Rennrad fahren denke ich, wir werden es erstmal ohne Kinder-Pedelec versuchen. Ich hoffe da auch ein bißchen, dass Nino da dem Papa hinterher eifert.

Versteh mich jetzt aber bitte nicht falsch, ich habe auch gar nichts dagegen wenn Familien die z.B. ausschließlich Ebike fahren als logischen Schritt auch ihren Kindern eins kaufen, einfach um gemeinsam Touren fahren zu können. Das kann durchaus sein, dass wir das irgendwann ebenfalls so machen. Eine tolle Sache kann das schon sein – wie haben es bisher noch nicht getestet und denken auch, dass Nino dafür noch viel zu klein ist.

Wenn Kinder-E-Bikes künftig weiter hergestellt werden, müssten sie alle entsprechend leicht und sehr gut zu „Handlen” sein für Kinder. Es kann durchaus sein, dass, wenn Nino älter wird, das auch für uns im Urlaub ein Thema sein könnte, vor allem auch, da das EMTB fahren ja ein ganz anderen Sport noch ergänzend zum MTB fahren sein kann. Die Skills die man mit dem EMTB in Uphillpassagen benötigt sind ebenfalls wichtig, also eventuell ist es hier auch wieder keine Entscheidung dafür oder dagegen, sondern eine Entscheidung des lieben Geldes ob beides möglich ist. Aber momentan streben wir das nicht an, sondern hoffen, dass Nino ganz nach dem Papa kommt und seine „Atomwaden” ihn die Berge hoch fliegen lassen. 

Alex: Wie hat sich aus deiner Sicht das “Standing” des E-MTB in den letzten Jahren verändert?

Janet: Ich muss sagen, dass ich es unglaublich finde wie in den letzten beiden Jahren die Medienpräsenz vor allem im EMTB Bereich zugenommen hat. Gerade daher habe ich ja auch meinen Namen so gewählt: Der Begriff “Mythos” bezeichnet laut dem DUDEN „(…) eine Sache, die aus meist verschwommenen, irrationalen Vorstellungen heraus glorifiziert wird, legendären Charakter hat”. Die Ebikes müssen uns also erst einmal beweisen, dass sie Halten, was die Medien versprechen. Und ob sie das tun werde ich herausfinden!

Ich finde einen großen Ruck hat es 2016, aber auch 2017 getan. Das Potential von EMTBs wird auch in Urlaubsregionen gesehen und inzwischen rege diskutiert. Es laufen Umfragen von Tourismusregionen und alle wissen, dass man in diesem Bereich etwas tun muss.

In Latsch fanden dieses Jahr z.B. die 1. E-MTB Studientage mit ca. 80 Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich und Südtirol sowie im Herbst noch das erste E-Bike Festival statt. Gerade im letzten Jahr finde ich sind daher auch EMTBs grundsätzlich viel „Salonfähiger” geworden und die Regionen wissen, sie müssen sich diesem Thema ebenfalls annehmen.

Tendenziell sind E-Bikes bereits jetzt schon im urbanen Bereich total gerne gesehen und vor allem zum Pendeln bereits akzeptiert. Im EMTB Bereich ist da noch einiges mehr an Überzeugungsarbeit zu leisten, da hier aus meiner Sicht immer noch viel zu große Ängste und Vorurteile vor allem bei MTB Fahrern noch bestehen. Aber auch hier wird es langsam besser und ich hoffe mein Blog kann im kleinen auch etwas positives dazu beitragen.

Alex: Wem würdest du das E-MTB generell empfehlen?

Janet: Eigentlich – jedem der Lust dazu hat –  hier sind keine Grenzen gesetzt. Als erfahrene Mountainbikerin sehe ich, wie Anfänger aber auch Fortgeschrittene gleichermaßen Lust und Spaß am EMTB haben. Es ist einfach ein unglaublicher Sport – der das Selbstvertrauen ungemein stärken kann.

Ich würde aber immer empfehlen als kompletter Einsteiger das E-Mountainbiken mit Hilfe von Fahrtechnikkursen zu erlernen. Der Vorteil hierbei ist, dass man die Sportart gleich richtig lernt und einfach sicherer unterwegs ist. Da ein EMTB einiges schwerer ist als ein normales MTB sollten Grundtechniken wie das richtige Bremsen unbedingt erlernt werden, bevor man sich auf Trails wagt. 

Auch gerade für Frauen, aber auch für Männer, die Leistungsunterschiede ausgleichen oder genau nach Trainingsplan trainieren wollen, kann das EMTB genauso spannend sein wie für Anfänger. Aus meiner Sicht ist es eine neue Sportart, denn es bietet zusätzliche Möglichkeiten im Uphill neue Wege zu erschließen und Passagen zu meistern, die mit einem normalen MTB unmöglich sind

Alex: Was ist für dich die spannendste Entwicklung beim E-MTB?

Janet: Auf der Eurobike war ich begeistert, wie viele Firmen bereits jetzt schon versuchen durch zielgerichtete Akkuintegration in den Rahmen, EMTBs immer mehr in Richtung handelsüblicher MTBs zu entwicklen.

Ich bin davon überzeugt, dass sich in den kommenden Jahren auch im technischen Bereich noch einiges tun wird. Neben der Akkuintegration hoffe ich,  dass die EMTBs leichter werden und immer mehr einem normalen MTB auch hinsichtlich des Fahrgefühls ähneln. Auch die Reichweite sollte sich am besten verdoppeln und ein integrierter Diebstahlschutz sollte technisch gelöst werden.

Die spannendste Entwicklung ist für mich aber immer noch, dass das EMTB Menschen unterschiedlichster Leistungsniveaus wieder im Sport vereint. Fahre ich mit sportlichen Männergruppen habe ich keine Probleme mithalten zu können. Fahre ich mit langsameren Gruppen bietet mir die Wahl meiner Gänge aber auch die Möglichkeit mich sportlich zu betätigen. Mit meinem Kind sind außerdem richtig lange Touren und damit verbunden ein Freiheitsgefühl möglich.

Für uns hat sich der Kauf auf alle Fälle mehr als gelohnt und wir blicken daher auf eine unglaublich schöne Bikesaison zurück und freuen uns jetzt schon auf die kommende. Auch freue ich mich auf jeden Einzelnen, der mich auf diesem Weg begleitet.

Alex: Janet, vielen Dank für das Gespräch!

Janets Blocg Mythos-Ebike ist zu finden unter:

http://www.mythos-bike.de
https://www.facebook.com/MythosEbikeblog
https://www.instagram.com/mythosebike/

[Fotos: Janet Weick/Kilian Kreb]

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Alexander Theis

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Begeisterter Pedelec-Fahrer. Bloggt seit 2011 über seine Erfahrungen mit Pedelecs und ist Herausgeber von VelΩstrΩm.
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